Dollar fällt auf Drei-Monats-Tief, während das Finanzministerium Bond-Rückkäufe ausweitet
Wichtige Erkenntnisse
- •Das US-Finanzministerium wird bestimmte Rückkaufoperationen für länger laufende Anleihen mindestens verdoppeln und die Obergrenze je Operation von 2 Milliarden auf 4 Milliarden US-Dollar für Wertpapiere mit Laufzeiten von zehn Jahren oder mehr anheben.
- •Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen, die zuvor ein 19-Jahres-Hoch von 5,337% erreicht hatte, fiel nach der Ankündigung der Rückkäufe auf rund 5,18%.
- •Der Dollar-Index sank auf etwa 98,80 und damit auf den schwächsten Stand seit Ende Mai, während der Euro auf 1,1674 US-Dollar und das Pfund Sterling auf 1,3614 US-Dollar stiegen.
- •Analysten von TD Securities erklärten, dass das Rückkaufprogramm nicht mit Quantitative Easing gleichzusetzen sei, und das Finanzministerium will am 4. November, einen Tag nach den US-Zwischenwahlen, weitere Details veröffentlichen.
- •Die Ölpreise stiegen wieder in Richtung 92 US-Dollar je Barrel, und das Fed-Protokoll vom Juli zeigte, dass einige Entscheidungsträger für weitere Zinserhöhungen offen sind, falls die Inflation das 2%-Ziel nicht erreicht.

TLDR
Der US-Dollar-Index fiel auf rund 98,80, den niedrigsten Stand seit Ende Mai
Das Finanzministerium kündigte an, Anleihe-Rückkaufoperationen für länger laufende Anleihen auf 4 Milliarden US-Dollar je Operation zu verdoppeln
Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen sank nach der Maßnahme von einem 19-Jahres-Hoch von 5,337% auf rund 5,18%
Der japanische Yen löste sich von der viel beachteten Marke von 160 je Dollar und wurde zuletzt bei 158,55 je Dollar gehandelt
Das Fed-Protokoll vom Juli zeigte, dass die Entscheidungsträger weiterhin wegen der Inflation besorgt sind und für weitere Zinserhöhungen offen bleiben
Der US-Dollar fiel am Donnerstag auf den niedrigsten Stand seit drei Monaten, nachdem das Finanzministerium Maßnahmen zur Entlastung des Anleihemarkts ergriffen hatte.
Der Dollar-Index sank auf rund 98,80 und damit auf den schwächsten Stand seit Ende Mai. Der Euro stieg auf 1,1674 US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit Ende Mai.
Die Anleihemärkte standen in dieser Woche unter starkem Verkaufsdruck, da sich Anleger wegen steigender Staatsverschuldung und höherer Ölpreise sorgten, die mit dem andauernden US-israelischen Konflikt mit dem Iran verbunden sind. Anfang der Woche erreichte die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen ein 19-Jahres-Hoch von 5,337%, ein Niveau, das die Finanzmärkte weltweit erschütterte und verdeutlichte, wie schnell höhere Finanzierungskosten am langen Ende auf Währungen und andere Anlageklassen durchschlagen können.
Finanzministerium verdoppelt Anleihe-Rückkäufe
Am Mittwoch kündigte das Finanzministerium an, den Umfang einiger Rückkaufoperationen für länger laufende Anleihen mindestens zu verdoppeln und die Obergrenze je Operation von 2 Milliarden auf 4 Milliarden US-Dollar anzuheben. Die Käufe betreffen Wertpapiere mit Laufzeiten von 10 Jahren oder mehr.
BREAKING: The US Treasury announces it will double the size long-term US government debt buybacks following the rapid surge in US Treasury yields. Repurchases of $2 billion will now be increased to "at least" $4 billion, the US Treasury said. The move is intended to provide… — The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) August 19, 2026
BREAKING: The US Treasury announces it will double the size long-term US government debt buybacks following the rapid surge in US Treasury yields.
Repurchases of $2 billion will now be increased to "at least" $4 billion, the US Treasury said.
The move is intended to provide…
— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) August 19, 2026
Nach der Ankündigung fiel die Rendite der 30-jährigen Anleihe auf rund 5,18% und damit um etwa 9 Basispunkte. Auch die 10-jährige Rendite gab nach.
Analysten von TD Securities erklärten, das Rückkaufprogramm sei nicht mit Quantitative Easing gleichzusetzen, wiesen jedoch darauf hin, dass der Zeitpunkt aussagekräftig sei, da die Maßnahme kurz vor einer Auktion 20-jähriger Staatsanleihen kam. Das Finanzministerium teilte zudem mit, dass weitere Details zu künftigen Rückkäufen am 4. November veröffentlicht würden, einen Tag nach den US-Zwischenwahlen. Analysten merkten an, dass dies der Regierung Spielraum für eine spätere Ausweitung des Programms lässt.
Die Maßnahme verlagert die Staatsverschuldung faktisch stärker auf kurzfristige Bills, während länger laufende Schuldtitel zurückgekauft werden. Dadurch lässt sich der Druck auf langfristige Renditen mindern, ohne dass die Federal Reserve ihre Bilanz ausweiten muss.
Währungsmärkte reagieren
Der Rückgang des Dollars verschaffte dem japanischen Yen etwas Luft. Der Yen hatte sich in der Nähe der viel beachteten Marke von 160 je Dollar bewegt und lag zuletzt bei 158,55 je Dollar. Eine gemeinsame Intervention der USA und Japans Ende Juli hatte keine dauerhafte Wirkung gezeigt.
Der südkoreanische Won hatte über Nacht 1,8% verloren, konnte jedoch einen Teil der Verluste wieder aufholen. Der australische Dollar hielt sich stabil, nachdem er in der vorherigen Sitzung um 0,5% gestiegen war.
Das Pfund Sterling stieg auf 1,3614 US-Dollar und lag damit knapp unter einem Drei-Monats-Hoch. Der Schweizer Franken gab leicht von einem Zweimonatshoch nach.
Die indische Rupie tendierte nach fünf aufeinanderfolgenden Gewinntagen etwas schwächer. Die Reserve Bank of India soll am Spot-, Termin- und Offshore-Markt interveniert haben.
Gleichzeitig stiegen die Ölpreise wieder in Richtung 92 US-Dollar je Barrel, da die Hoffnung auf eine schnelle Lösung des US-Iran-Konflikts nachließ, was die Inflationssorgen verstärkte.
Das Fed-Protokoll vom Juli zeigte, dass die Entscheidungsträger die Inflation weiterhin genau beobachten und einige für weitere Zinserhöhungen offen sind, falls die Preise nicht in Richtung des 2%-Ziels zurückgehen.
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