NachrichtenMakroDollar fällt im Gleichlauf mit den Anleiherenditen – Märkte wägen Entscheidung zu Treasury-Rückkäufen ab

Dollar fällt im Gleichlauf mit den Anleiherenditen – Märkte wägen Entscheidung zu Treasury-Rückkäufen ab

Autor: ForexLive·

Wichtige Erkenntnisse

  • Das US-Finanzministerium hat die Rückkäufe langfristiger Anleihen verdoppelt; die Märkte werten den Schritt als Unterstützung des langen Endes des Anleihemarktes.
  • Der EUR/USD stieg auf 1,1705, der USD/JPY fiel auf 158,48, und der GBP/USD erreichte neue Sechsmonatshochs nahe 1,3660.
  • Die Renditen zehnjähriger US-Anleihen gaben auf 4,685 % nach, während die Renditen dreißigjähriger Anleihen nach früheren Zuwächsen auf 5,235 % zurückfielen.
  • Gold stieg um 1,5 % auf 4.584 US-Dollar, und die Futures auf den S&P 500 lagen 0,3 % im Plus.
  • Händler beobachten die anstehenden Rückkaufoperationen und Auktionen des Finanzministeriums, um abzuschätzen, ob die Unterstützung der langfristigen Finanzierungskosten anhält.
Dollar fällt im Gleichlauf mit den Anleiherenditen – Märkte wägen Entscheidung zu Treasury-Rückkäufen ab

Der Dollar steht in der Endphase der Woche unter Druck und gibt im Gleichlauf mit den Renditen von US-Staatsanleihen nach, während Händler weiterhin die Entscheidung des US-Finanzministeriums abwägen, die Rückkäufe langfristiger Anleihen in dieser Woche zu verdoppeln. Das Rückkaufprogramm, das das Ministerium im Jahr 2024 als Instrument zur Liquiditätssteuerung für den größten Staatsanleihenmarkt der Welt aufgelegt hat, wird nun gebündelt am langen Ende eingesetzt – ein Schritt, den die Märkte als Versuch werten, den Aufwärtsdruck auf die langfristigen Finanzierungskosten zu mindern. Diese Entwicklung hat eine Rückkehr zum Handelsmuster vom Mittwoch mit sich gebracht, bei dem wichtige technische Brüche in den Dollarpaaren – ebenso wie beim Gold – weiter anhalten.

Zwar lässt sich gut argumentieren, dass die erzielte Entlastung möglicherweise nur eine kurzfristige Lösung darstellt, doch das heißt nicht, dass das Signal so schnell wieder zurückgenommen wird. Finanzminister Scott Bessent hat gestern mit verbaler Intervention nachgelegt und damit erneut den Willen bekräftigt, dass die Märkte dem Signal der Regierung folgen sollen.

Bei den wichtigen Dollarpaaren liegt der EUR/USD mit einem Plus von 0,2 % bei 1,1705, wobei sich die Käufer langsam einem entscheidenden Test der Marke von 1,1800 nähern. Der USD/JPY gibt um 0,4 % auf 158,48 nach und nähert sich erneut einem Test seines gleitenden 200-Tage-Durchschnitts bei 158,29 – eine Schwelle, die vielfach als Gradmesser des längerfristigen Trends in einem Paar verfolgt wird, das seit Langem vom Zinsgefälle zwischen der Federal Reserve und der Bank of Japan geprägt wird. Auch der GBP/USD steht im Blickpunkt und notiert mit einem Plus von 0,2 % bei rund 1,3660 auf neuen Sechsmonatshochs. Charttechnisch würde ein deutlicher Bruch der Hochs von Mai den Weg für ein mögliches erneutes Anlaufen der Marke von 1,3850 als Nächstes ebnen.

Wie bereits erwähnt, müsste das weitere Absinken des Dollars jedoch von einem weiteren Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen begleitet werden. Nach einer leichten Erholung im Nachtgeschäft und im frühen Tagesverlauf verliert diese Bewegung nun etwas an Schwung. Die Renditen zehnjähriger US-Anleihen stiegen auf rund 4,71 %, bevor sie aktuell auf 4,685 % zurückfielen, während die Renditen dreißigjähriger Anleihen auf etwa 5,25 % zulegten und heute auf 5,235 % nachgaben – ohne bislang zu den Höchstständen von rund 5,33 % zu Beginn der Woche zurückzukehren. Diese Niveaus am langen Ende haben über den Anleihenmarkt hinaus Bedeutung, da sie die Preisbildung für Hypotheken und Unternehmenskredite in der gesamten Volkswirtschaft verankern.

Im Grunde wissen Händler und Anleger durchaus, dass ein „Bessent Put“ im Spiel ist. Die Bezeichnung lehnt sich an den seit Langem gebräuchlichen Marktjargon „Fed Put“ an – die Annahme, dass die Geldpolitik bei zunehmenden Spannungen eingreift, um die Märkte abzufedern. Und dass die Renditen unmittelbar vor dem erneuten Nachgeben noch leicht anziehen, zeigt, dass die Marktteilnehmer die Sachlage sehr genau einschätzen.

An anderer Stelle suchen die Aktienmärkte nach einer leichten Erholung; die Futures auf den S&P 500 legen um 0,3 % zu. Gold kann weiterhin profitieren: Das Edelmetall, das keine Zinsen abwirft und dessen Anziehungskraft tendenziell sinkt, wenn Renditen und Dollar steigen, notiert derzeit mit einem Plus von 1,5 % bei 4.584 US-Dollar. Zu den Referenzpunkten, an denen Händler ablesen wollen, ob die offizielle Unterstützung des langen Endes Bestand hat, gehören das Volumen der anstehenden Rückkaufoperationen und die Ergebnisse der bevorstehenden Auktionen des US-Finanzministeriums.