Deutsche Bank startet regulierte Crypto-Verwahrung für institutionelle Kunden
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Deutsche Bank erwartet, 2026 ihre ersten institutionellen und Unternehmenskunden für die Verwahrung anzunehmen; der endgültige Launch-Zeitpunkt, verfügbare Märkte und unterstützte Assets hängen vom Abschluss des Regulierungsprozesses ab.
- •Das Angebot wird zunächst Bitcoin, Ether und ausgewählte Stablecoins wie USDC, EURC und EURAU unterstützen; tokenisierte Finanzinstrumente sollen im Zuge der Produktentwicklung ergänzt werden.
- •Die Sicherheitsarchitektur der Verwahrungsplattform umfasst hardwaregeschützte Schlüsselerzeugung, getrennte Warm- und Cold-Storage-Umgebungen, Funktionstrennung und Transaktionsfreigaben durch mehrere Personen.
- •Die Deutsche Bank entwickelt den Dienst mit dem Schweizer Infrastrukturunternehmen Taurus, ihrem Partner seit 2023, sowie Bitpanda Technology Solutions im Rahmen des angestrebten Rollouts 2026.
- •Neben der Verwahrung hat die Deutsche Bank im September 2025 ihre erste grenzüberschreitende Zahlung in Euro über das Blockchain-Netzwerk von Partior abgewickelt und gehört zu den 21 Institutionen, die eine bankgestützte Stablecoin-Initiative mit einem US-Dollar-Produkt für 2027 aufbauen.

Die Deutsche Bank bereitet die Einführung eines regulierten Verwahrungsdienstes für digitale Assets für institutionelle und Unternehmenskunden in Europa vor. Die ersten Kunden sollen noch in diesem Jahr live gehen, sobald der entsprechende Regulierungsprozess abgeschlossen ist, wie aus einer offiziellen Ankündigung der Bank hervorgeht.
Das Angebot wird zunächst Bitcoin, Ether und ausgewählte Stablecoins unterstützen, darunter USDC, EURC und EURAU. Die Deutsche Bank plant zudem, im Zuge der Produktentwicklung tokenisierte Finanzinstrumente zu ergänzen. Kunden werden in der Lage sein, digitale Assets über die Bank zu halten und zu übertragen, wobei die Deutsche Bank Wallets und private Schlüssel in ihrem Namen verwaltet.
Es wird erwartet, dass der anfängliche Kundenstamm Unternehmen, Asset-Manager, Hedgefonds, Verwahrstellen, Broker und souveräne Institutionen aus den Divisionen Corporate Bank und Investment Bank umfasst. Für viele dieser Institutionen ist regulierte Verwahrung eine Grundvoraussetzung und nicht nur eine Convenience, da interne Vorgaben und Risikopolitiken digitale Asset-Bestände häufig auf lizenzierte, beaufsichtigte Anbieter beschränken.
Sicherheitsarchitektur auf Basis institutioneller Kontrollen
Die Verwahrungsplattform umfasst hardwaregeschützte Schlüsselerzeugung, getrennte Warm- und Cold-Storage-Umgebungen, Funktionstrennung, Transaktionsfreigaben durch mehrere Personen sowie kontrollierte Backup- und Recovery-Systeme. Die Deutsche Bank wird sich für Teile der Plattform zudem auf externe Technologie- und Infraukturanbieter stützen.
Die Bank arbeitet seit 2023 mit dem Schweizer Digital-Asset-Infrastrukturunternehmen Taurus im Rahmen einer globalen Verwahrungs- und Tokenisierungspartnerschaft zusammen, die Kryptowährungen, tokenisierte Assets und digitale Währungen abdeckt. Die Verwahrungspläne wurden 2025 weiter ausgebaut, als die Bank einen Rollout 2026 unter Einbindung von Bitpanda Technology Solutions neben Taurus anstrebte. Die Deutsche Bank und Bitpanda unterhielten bereits eine Bankbeziehung, die Echtzeitzahlungen und deutsche IBAN-Infrastruktur für Bitpanda umfasste.
Gerald Podobnik, Co-Leiter der Corporate Bank der Deutschen Bank, erklärte, die Bank sehe digitale Assets als zusätzliche finanzielle Infrastruktur, die neben bestehenden Marktinfrastrukturen betrieben werden kann. Der Dienst wird auf Grundlage der Kundennachfrage, der Regulierung und der internen Produkt- und Risikofreigaben der Bank ausgebaut.
Europäische Banken bauen direkte Crypto-Dienstleistungen aus
Die Deutsche Bank reiht sich in eine wachsende Gruppe europäischer Banken ein, die Crypto-Dienstleistungen in regulierte Bankabläufe integrieren – ein Wandel, der es Institutionen ermöglicht, digitale Assets innerhalb einer etablierten Bankbeziehung zu halten, statt ausschließlich auf spezialisierte Crypto-native Anbieter zurückzugreifen. Die italienische Banca Sella hat earlier dieses Jahres den Regulierungsprozess abgeschlossen, der für MiCA-zugelassene Crypto-Verwahrung erforderlich ist, und deckt sowohl Verwahrung als auch Transfers digitaler Assets ab. Separat ist die Standard Chartered dabei, das regulierte Verwahrungsgeschäft von Zodia Custody zu übernehmen und diese Abläufe enger mit ihrer institutionellen Bankplattform zu verzahnen.
MiCA schuf einen gemeinsamen EU-Rahmen für Krypto-Asset-Dienstleistungen einschließlich Verwahrung und ersetzte damit weite Teile der bisherigen lizenzbasierten Struktur von Land zu Land. Nach der Zulassung können Anbieter ihre Dienstleistungen auf Basis einer einzigen Genehmigung EU-weit anbieten. Die Deutsche Bank erklärte letzte Woche, dass bereits fast 200 europäische Krypto-Asset-Dienstleister unter dem sich entwickelnden europäischen Rahmenwerk für Verwahrungs- und Verwaltungsdienstleistungen zugelassen seien.
Verwahrung erweitert den Digital-Asset-Ausbau der Deutschen Bank
Dem Launch der Verwahrungsdienstleistung gingen mehrere weitere Blockchain-Initiativen innerhalb der Deutschen Bank voraus. Die Bank hat im September 2025 ihre erste grenzüberschreitende Zahlung in Euro über das Blockchain-Netzwerk von Partior abgewickelt und arbeitet weiterhin an tokenisiertem Geld, Wertpapieren und Settlement-Infrastruktur. Die Deutsche Bank gehört zudem zu den 21 Finanzinstituten, die eine globale, bankgestützte Stablecoin-Initiative mit Ziel eines US-Dollar-Produkts im Jahr 2027; Versionen in anderen G7-Währungen sind anschließend geplant.
Von dem Verwahrungsdienst wird erwartet, dass er 2026 seine ersten institutionellen und Unternehmenskunden an Bord nimmt. Der endgültige Launch-Zeitpunkt, verfügbare Märkte und unterstützte Assets hängen weiterhin vom Abschluss des entsprechenden Regulierungsprozesses ab.
Quelle: Crypto Adventure