Deutsche Bank steigt in den Crypto-Custody-Markt ein – mit Verwahrung auf Bankniveau für Bitcoin, Ether und wichtige Stablecoins
Wichtige Erkenntnisse
- •Die Deutsche Bank beabsichtigt, noch in diesem Jahr einen Crypto-Verwahrungsdienst für institutionelle und corporate Kunden einzuführen, mit Deutschland als erstem Markt.
- •Die Plattform wird Bitcoin, Ether sowie Stablecoins unterstützen, darunter Circle USDC und EURC sowie EURAU von AllUnity, einem Joint Venture, das von DWS, dem Asset-Management-Arm der Deutschen Bank, mitbegründet wurde.
- •Dem Launch gingen Vorarbeiten voraus, darunter eine 2022 geschlossene Partnerschaft mit dem Schweizer Unternehmen für digitale Assets Taurus und ein Ende 2023 bei der BaFin eingereichter Antrag auf eine Crypto-Verwahrungslizenz.
- •Zu den Sicherheitsmaßnahmen gehören hardwaregeschützte Schlüsselgenerierung, Funktionstrennung, Mehrpersonen-Freigabeprozesse sowie getrennte Warm- und Cold-Storage-Umgebungen.
- •Die-MiCA-Verordnung regelt eine mögliche Ausweitung über Deutschland hinaus und ermöglicht in einem Mitgliedstaat zugelassenen Anbietern, ihre Dienste in andere zu exportieren.

Die Deutsche Bank hat Pläne angekündigt, noch in diesem Jahr einen Crypto-Verwahrungsdienst einzuführen, der sich an institutionelle und corporate Kunden in ganz Europa richtet. Vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen sollen Kunden über eine sichere Plattform auf Bankniveau Bitcoin, Ether und eine Auswahl an Stablecoins verwahren und übertragen können; Deutschland ist als erster Rollout-Markt vorgesehen. Der Einstieg einer der größten Banken Deutschlands – und einer als global systemrelevant eingestuften Institution – in die Verwahrung digitaler Assets markiert eine bemerkenswerte Ausweitung regulierter Bankeninfrastruktur in ein Segment, das bislang hauptsächlich von spezialisierten Crypto-native-Anbietern bedient wurde.
Der Dienst richtet sich an ein breites institutionelles Publikum, darunter Portfolioverwaltungsgesellschaften, Hedgefonds, Verwahrer Broker, Vermögensverwalter, institutionelle staatliche Einrichtungen und Corporate-Kunden, die sich mit Blockchain-Technologie befassen. Durch die Verwaltung von Wallets und privaten Schlüsseln im Namen der Kunden will die Bank institutionen den Aufwand ersparen, eine eigene Verwahrungsinfrastruktur aufzubauen und zu pflegen – eine Hürde, die traditionelle Finanzakteure beim Eintritt in den Raum digitaler Assets lange behindert hat. Der Launch baut zudem auf Vorarbeiten aus den vergangenen Jahren auf: Die Deutsche Bank kündigte 2022 eine Partnerschaft mit dem Schweizer Anbieter digitaler Asset-Infrastruktur Taurus an, um Verwahrungs- und Tokenisierungsangebote zu erkunden, und stellte Ende 2023 einen Antrag auf eine deutsche Crypto-Verwahrungslizenz bei der BaFin.
Zum Start wird die Bank eine ausgewählte Palette digitaler Assets unterstützen, darunter Bitcoin und Ether sowie Stablecoins und E-Geld-Token wie USDC und EURC – beide von Circle herausgegeben – und EURAU, den Euro-Stablecoin von AllUnity, einem Joint Venture, das von DWS, dem Asset-Management-Arm der Deutschen Bank, mitbegründet wurde. Die Liste der unterstützten Assets kann sich im Laufe der Zeit erweitern, abhängig von der Kundennachfrage sowie den Prozessen der Bank für Produktfreigaben, Risikomanagement und regulatorische Belange. Auch tokenisierte Finanzinstrumente sind in der Roadmap der Bank enthalten.
Sicherheit auf institutionellem Niveau und strategische Positionierung
Die Verwahrungslösung wurde um mehrere Sicherheitsebenen und operative Kontrollen innerhalb eines strengen Governance-Rahmens herum konzipiert. Dazu gehören sichere Schlüsselgenerierung mit hardwarebasierter Absicherung, Funktionstrennung, Mehrpersonen-Freigabeprozesse, getrennte Warm- und Cold-Storage-Umgebungen, redundante technische Setups sowie kontrollierte Backup- und Recovery-Arrangements. Ausgewählte externe Technologie- und Infrastrukturanbieter liefern definierte technische Komponenten.
Gerald Podobnik, Co-Head der Corporate Bank der Deutschen Bank, position digitale Assets als Ergänzung – nicht als Ersatz – des traditionellen Finanzsystems und beschrieb sie als neue Schienen, die neben bestehenden Marktinfrastrukturen bestehen können und dabei von dem Vertrauen, der Sicherheit und den Schutzmechanismen regulierter Institutionen profitieren.
Nach Angaben der Bank besteht das erklärte Ziel darin, Kunden einen sicheren und regulierten Zugang zum sich entwickelnden Markt zu bieten, wobei der weitere Ausbau des Dienstes entlang der Kundennachfrage, regulatorischer Anforderungen und der Risikotoleranz der Bank erfolgen soll. Das Client-Onboarding unterliegt den Kriterien, den Sorgfaltsprüfungsanforderungen und der Risikotoleranz der Bank.
Die Bank gab zudem übliche Risikohinweise heraus und wies darauf hin, dass digitale Assets wesentliche Risiken beinhalten, darunter Preisvolatilität, Betrug und Cyber-Vorfälle, und dass Krypto-Assets nicht von einer Einlagensicherung erfasst sind, die mit der für zulässige Bankeinlagen vergleichbar wäre.
Startzeitpunkt, geografische Verfügbarkeit, unterstützte Assets und Leistungsumfang bleiben dem einschlägigen Regulierungsprozess unterworfen und können sich aufgrund regulatorischer Anforderungen, interner Freigaben, Marktentwicklungen oder der Kundennachfrage ändern. Deutschland schuf 2020 unter dem Kreditwesengesetz einen eigenen Lizenzregelungsrahmen für die Crypto-Verwahrung, und die EU-Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) hat seitdem harmonisierte Regeln für Krypto-Dienstleistungen in der gesamten Union festgelegt, wobei in einem Mitgliedstaat zugelassene Anbieter ihre Leistungen in andere exportieren können – ein Rahmenwerk, das darüber entscheiden wird, wie sich das Angebot über den anfänglichen Rollout in Deutschland hinaus ausweiten lässt.
Quelle: Metaverse Post