NachrichtenMakroD.C.-Beschränkung für Teletherapie in First-Amendment-Verfahren aufgehoben

D.C.-Beschränkung für Teletherapie in First-Amendment-Verfahren aufgehoben

Autor: Marginal Revolution·

Wichtige Erkenntnisse

  • Das U.S. District Court for the District of Columbia hat ein Gesetz von D.C. für ungültig erklärt, das außerhalb des District zugelassene Therapeuten daran hinderte, Klienten im District Online-Teletherapie anzubieten.
  • Die in Virginia ansässige Beraterin Elizabeth Brokamp und das Institute for Justice reichten die Klage vor fast sechs Jahren ein und argumentierten, die Beschränkung verletze den Schutz durch den First Amendment.
  • Das Urteil ist bemerkenswert, weil es Gesprächstherapie als verfassungsrechtlich geschützte Rede behandelt und nicht lediglich als berufliche Tätigkeit, die lokaler Zulassungsaufsicht unterliegt.
  • Viele während der Pandemie geltende Erleichterungen für Telemedizin sind ausgelaufen, sodass Ärzte in der Regel im Bundesstaat des Patienten zugelassen sein oder sich auf formelle zwischenstaatliche Vereinbarungen stützen müssen, um Fernbehandlungen legal anzubieten.
  • Kommentatoren schlugen einen Ansatz des wettbewerblichen Föderalismus vor, der Zulassungen auf Ebene der Bundesstaaten beibehält, Patienten aber erlaubt, jeden in einem US-Bundesstaat zugelassenen Arzt zu konsultieren.
D.C.-Beschränkung für Teletherapie in First-Amendment-Verfahren aufgehoben

Das United States District Court for the District of Columbia hat am Mittwoch ein Gesetz von D.C. aufgehoben, das in anderen Rechtsräumen zugelassenen Therapeuten untersagte, Online-Teletherapiebesuche mit Klienten im District durchzuführen, wie das Institute for Justice (IJ) mitteilte: Pressemitteilung und Entscheidung.

Das Urteil erging fast sechs Jahre, nachdem sich die in Virginia ansässige Beraterin Elizabeth Brokamp mit dem Institute for Justice zusammengeschlossen hatte, um Klage einzureichen und geltend zu machen, dass das Gesetz gegen den First Amendment verstoße. Der Fall ist über einen einzelnen Anbieter hinaus bedeutsam, weil er Gesprächstherapie als geschützte Rede behandelt und nicht lediglich als berufliche Tätigkeit, die lokaler Zulassungskontrolle unterliegt.

„This decision is a victory for anyone who speaks for a living,“ sagte Robert McNamara, Deputy Director of Litigation des IJ. „Elizabeth’s victory here confirms that the First Amendment protects useful speech, including counseling, and that licensing boards can’t censor speech simply because someone doesn’t have their permission to talk.“

Marginal Revolution griff das Urteil auf und argumentierte, dass ähnliche Hürden in der Medizin fortbestehen, darunter Beschränkungen, die Patienten daran hindern, in anderen Bundesstaaten zugelassene Ärzte zu beauftragen. Der Beitrag verwies auf ein früheres Argument, das im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde, zur bundesstaatenübergreifenden Telemedizin.

Während der Pandemie wurden viele Beschränkungen für Telemedizin aufgehoben, wodurch es Ärzten deutlich leichter fiel, Patienten über Bundesstaatsgrenzen hinweg zu behandeln. Diese Phase ist weitgehend beendet. Heute ist Fernbehandlung häufig illegal, sofern ein Arzt nicht gesondert im Bundesstaat des Patienten zugelassen ist oder die Bundesstaaten keine formelle Vereinbarung haben.

Ein Patient in Virginia, der eine Zweitmeinung von einem Arzt der Mayo Clinic in Florida einholen möchte, muss beispielsweise möglicherweise nach Florida reisen, sofern dieser Arzt aus Florida nicht auch über eine Zulassung in Virginia verfügt. In der Praxis bedeutet dies, dass Bundesstaatsgrenzen darüber entscheiden können, ob eine Fernkonsultation verfügbar ist, selbst wenn sowohl Patient als auch Arzt dazu bereit sind und der Arzt irgendwo in den Vereinigten Staaten zugelassen ist.

Die gängige Einordnung behandelt das Problem als Frage der ärztlichen Zulassung, was häufig zu Vorschlägen für zwischenstaatliche Abkommen oder eine bundesweite Vereinheitlichung der medizinischen Zulassung führt. Gegenseitige Anerkennung ist eine Option: Führerscheine werden beispielsweise von den Bundesstaaten ausgestellt, gelten aber in jedem Bundesstaat, und der Beitrag merkte an, dass niemand beklagt, Floridas Zulassungssystem gefährde Bürger Virginias.

Marginal Revolution argumentierte jedoch, dass gegenseitige Anerkennung oder eine bundesweite Zulassung weder die einzige Lösung noch die einzige Art sei, das Problem zu verstehen. Aus dieser Sicht besteht das zentrale Problem nicht darin, wer Ärzte zulässt, sondern darin, dass Patienten daran gehindert werden, einen zugelassenen Arzt in einem anderen Bundesstaat zu wählen.

Der vorgeschlagene Ansatz würde Zulassungen auf Ebene der Bundesstaaten beibehalten und zugleich Patienten erlauben, jeden in einem beliebigen Bundesstaat zugelassenen Arzt zu konsultieren. Der Beitrag beschrieb dieses Modell als wettbewerblichen Föderalismus: keine Abkommen, keine Bundesbehörde, nur Patientenwahl.

Hinweis: Joel Selanikio, https://x.com/jselanikio/status/2080284807620124758?s=20.

Quelle: Marginal Revolution.