NachrichtenMakroNeues Ärgernis für Trumps Pentagon: Verbündete „Data Republican“ nennt Leak-Angebot eine „Verratsfalle“

Neues Ärgernis für Trumps Pentagon: Verbündete „Data Republican“ nennt Leak-Angebot eine „Verratsfalle“

Autor: Alternet·

Wichtige Erkenntnisse

  • Jennica Pounds, online bekannt als „Data Republican“, gab an, beinahe in eine Falle gelockt worden zu sein, durchgesickerte Regierungsdokumente zu veröffentlichen.
  • Die Dokumente standen im Zusammenhang mit Sarah B. Rogers, der Staatssekretärin für öffentliche Diplomatie im Außenministerium.
  • Rogers erklärte, die Markierungen auf den Dokumenten seien FOIA-Schwärzungen gewesen, und machte die Unterlagen selbst öffentlich.
  • Will Sommer von The Bulwark argumentierte, der Vorfall habe Schwächen der Trump-Regierung bei der Steuerung ihrer Medienbotschaft offengelegt.
  • Das Verteidigungsministerium bestätigte, dass Pounds als Special Government Employee im Kriegsministerium tätig ist.
Neues Ärgernis für Trumps Pentagon: Verbündete „Data Republican“ nennt Leak-Angebot eine „Verratsfalle“

Das Pentagon unter Präsident Donald Trump steht wegen eines kostspieligen Krieges gegen den Iran und des dabei gerissenen Lochs von 1 Billion Dollar im US-Haushalt bereits massiv in der Kritik. Vor diesem Hintergrund ist ein neuer Streit über ein angebotenes Leak an eine pro-Trump-Online-Persönlichkeit zu einem weiteren Beispiel dafür geworden, wie eng die Kommunikationsarbeit der Regierung mit den Akteuren verflochten ist, die sie im Netz nach oben bringt.

„Die pro-Trump-Internetdetektivin Jennica Pounds – ihrer fast eine Million Followern auf X besser bekannt als ‚Data Republican‘ – traf am Freitag eine düstere Ankündigung“, schrieb Will Sommer von The Bulwark am Montag. „In der Trump-Regierung eingeschleuste Deep-State-Akteure hätten versucht, sie zu einem Verrat zu verleiten.“

Während Pounds ihre Lage als die einer unschuldigen Journalistin schilderte, die vom sogenannten „Deep State“ manipuliert werde, argumentierte Sommer, es gebe für das Geschehene eine deutlich banalere Erklärung.

„In Pounds‘ dramatischer Darstellung hatte eine ungenannte Beamte – die sich kurz darauf als Sarah B. Rogers entpuppte, Staatssekretärin für öffentliche Diplomatie im Außenministerium – angeboten, ihr Regierungsdokumente über Kuba für eine ‚Exklusivmeldung‘ zuzuspielen“, berichtete Sommer. „Während Pounds zunächst begeistert war, lösten Markierungen auf den Dokumenten bei ihr Panik aus, in eine Falle gelockt zu werden. Hätte sie die Dokumente veröffentlicht, hätte sie sich nach eigener Einschätzung der Strafverfolgung ausgesetzt. Die Nachricht ihrer vermeintlichen Falle brachte sie unmittelbar ihrem Publikum nahe.“

Er fuhr fort: „Die Vorstellung, dass Beamte der Trump-Regierung sich verschwören würden, um Pounds ins Gefängnis zu bringen, wirkt schon auf den ersten Blick abwegig. Schließlich steht Pounds bei der Regierung hoch im Kurs. Ihre Tweets, mit denen sie behauptete, Daten zur Rechtfertigung von Elon Musks Kürzungen bei USAID und anderen Regierungsbehörden zu besitzen, machten sie in der DOGE-Ära über Nacht zum Star – obwohl sie offenbar kein solides Verständnis dafür hatte, wie staatliche Ausgaben tatsächlich funktionieren.“

Sommer stellte anschließend Pounds‘ Darstellung jener von Rogers gegenüber, die er für glaubwürdiger hielt – zugleich aber auch auf andere Weise aufschlussreich fand.

„‚lol, das sind meine Textnachrichten und Dokumente‘, schrieb Rogers auf X an Pounds, sichtlich amüsiert“, schrieb Sommer. „‚Die Markierungen sind FOIA-Schwärzungen, die auch bei einer freiwilligen Offenlegung vorgeschrieben sind. Um zu beweisen, dass dies keine Falle ist, werde ich die Dokumente gerne selbst veröffentlichen.‘ Genau das tat sie und entschärfte damit die Situation, indem sie ihren Versuch eines orchestrierten Leaks im Grunde opferte.“

Sommer fügte hinzu: „So unterhaltsam dieses Drama für sich genommen auch ist, verdeutlicht es ein echtes Problem der Trump-Regierung: das Fehlen talentierter Medienfiguren, die selbst die Grundfunktion erfüllen könnten, die Botschaft der Regierung zu ‚waschen‘.“

Letztlich zog der Kolumnist folgendes Fazit: „Pounds‘ Stolpern entlockte konservativen Kommentatoren ein Seufzen – sie sehnen sich seit den Tagen Andrew Breitbarts nach einer professionelleren republikanischen Journalistenklasse. Gleichzeitig beeilten sich Figuren des rechten Randes, die Rogers wegen ihrer Arbeit lieben, mit der sie europäische Extremisten und rechtsgerichtete Twitter-Persönlichkeiten unterstützte, zu ihrer Verteidigung.“

Bereits am Montag hatte der AP-Pentagon-Reporter Konstantin Toropin im Namen des Verteidigungsministeriums bestätigt, dass „Frau Pounds im Kriegsministerium als Special Government Employee tätig ist“.