Rohöl-Futures schließen bei 82,36 USD – Verkaufsdruck hält an
Wichtige Erkenntnisse
- •Rohöl-Futures schlossen bei 82,36 USD, ein Rückgang von 2,65 USD bzw. 3,12 Prozent am Tag.
- •Der Rückgang wurde unter anderem von einem verringerten geopolitischen Risikoaufschlag getragen, da Marktteilnehmer die US-Sanktionen gegen Iran als weniger bedrohlich einstuften als Militäraktionen.
- •Diplomatische Fortschritte und die mögliche Rückkehr von US-Diplomaten dämpften die Befürchtungen vor einem breiteren Konflikt und Störungen in der Straße von Hormuz.
- •Der Kurs fiel unter den 200-Stunden-Durchschnitt bei 85,29 USD und den 100-Stunden-Durchschnitt bei 84,13 USD, was die Kontrolle der Verkäufer verstärkte.
- •Die nächste wichtige Unterstützung liegt nahe 79,00 USD, mit weiteren Abwärtsniveaus bei 78,42 USD und 77,63 USD, falls dieser Bereich nachgibt.

Rohöl-Futures notieren zum Handelsschluss bei 82,36 USD und verbuchen damit einen Tagesverlust von 2,65 USD bzw. 3,12 Prozent.
Fundamental spiegelt der Rückgang einen nachlassenden geopolitischen Risikoaufschlag wider, da Marktteilnehmer die jüngsten US-Sanktionen gegen Iran, einen wichtigen OPEC-Produzenten, als geringere Bedrohung für das globale Angebot einstufen als direkte Militäraktionen. Berichte über diplomatische Fortschritte und eine mögliche Rückkehr von US-Diplomaten in die Region haben zudem die Sorge vor einem umfassenderen Konflikt oder einer anhaltenden Störung durch die Straße von Hormuz gedämpft – die schmale Meerenge zwischen Iran und Oman, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öls fließt. Dennoch bleibt der Markt anfällig für einen erneuten sprunghaften Preisanstieg, sollte die Diplomatie scheitern oder sollten regionale Lieferströme gestört werden.
Aus technischer Sicht hat die Verkaufswelle das kurzfristige Bild geschwächt und die Neigung klarer zugunsten der Verkäufer verschoben.
Erste Warnsignale zeigten sich gegen Ende der vergangenen Woche, als die Höchststände vom Donnerstag und Freitag an einer abwärts gerichteten Trendlinie scheiterten, die vom April-Hoch ausgeht. Diese Hochs blieben zudem unter dem 100-Tage-Durchschnitt, der auf dem Tageschart derzeit bei rund 87,71 USD liegt. Die Käufer hatten ihre Chance, nach oben auszubrechen, konnten jedoch keines der beiden Widerstandsniveaus überwinden, sodass die übergeordnete Bärenstruktur intakt blieb.
Der heutige Rückgang verstärkte das Abwärtsmomentum: Der Kurs fiel unter den 200-Stunden-Durchschnitt bei 85,29 USD sowie den 100-Stunden-Durchschnitt bei 84,13 USD – kurzfristige Momentumindikatoren, die auf Stundencharts verfolgt werden. Solange der Kurs unter diesen Durchschnitten bleibt, behalten die Verkäufer die Kontrolle; für Händler, die auf weitere Kursverluste setzen, sind dies die entscheidenden Risikoniveaus.
Das nächste wichtige Ziel liegt nahe 79,00 USD, wo eine aufsteigende Trendlinie vom Juli-Tief ins Spiel kommt. Diese Trendlinie prägt die Erholung vom Sommer-Tief und wird ein wichtiger Gradmesser für Käufer und Verkäufer sein. Ein Bruch darunter würde die bärische Grundhaltung stärken und den Weg zu 78,42 USD ebnen, gefolgt von einem weiteren Unterstützungsniveau nahe 77,63 USD, dem 200-Tage-Durchschnitt.
Damit die Käufer wieder mehr Kontrolle erlangen, müsste der Kurs zunächst über den 200-Stunden-Durchschnitt bei 84,13 USD und anschließend über den 100-Stunden-Durchschnitt bei 85,29 USD steigen. Oberhalb dieser Niveaus würden die fallende Trendlinie und der 100-Tage-Durchschnitt nahe 88,48 USD wieder in den Fokus rücken.
Vorerst lassen das Scheitern am Widerstand nach oben und der heutige Bruch unter die Stundendurchschnitte die Verkäufer in der stärkeren Position. Die aufsteigende Trendlinie nahe 79,00 USD ist der nächste große Test auf der Abwärtsseite.