COSCO weist US-Vorwürfe der Spionage als „völlig unbegründet“ zurück
Wichtige Erkenntnisse
- •COSCO wies die von Reuters berichteten Vorwürfe zweier hochrangiger US-Beamter als falsch zurück, wonach seine Schiffe versteckte Ausrüstung tragen, um in Küstennähe in Nordamerika, Europa und Asien militärische Kommunikation abzufangen.
- •COSCO erklärte, sämtliche Bord-Kommunikations- und Navigationsausrüstung diene ausschließlich legitimen kommerziellen Zwecken, und behielt sich rechtliche Schritte zum Schutz seines Rufs vor.
- •Die beiden US-Beamten identifizierten keine konkreten Schiffe und machten keine Angaben zur angeblich eingesetzten Ausrüstung.
- •Im Jahr 2019 verlangten die US-Behörden nach COSCOs Übernahme den Verkauf des Long Beach Container Terminal durch OOIL über 1,78 Mrd. USD und verhängten Sanktionen gegen zwei COSCO-Tankereinheiten wegen Irangeschäften mit Öl, was die VLCC-Raten kurzzeitig in die Höhe trieb.
- •Das Pentagon hat COSCO als mit dem chinesischen Militär verbunden eingestuft, und die Hafengebührenmaßnahmen der USTR gegen die chinesische Schifffahrt könnten diesen Herbst zurückkehren.

COSCO, der weltweit größte Reeder nach Flottengröße, hat Vorwürfe entschieden zurückgewiesen, wonach seine Handelsschiffe zur Beschaffung militärischer Geheimdienstinformationen für Peking eingesetzt werden.
Der staatlich kontrollierte chinesische Konzern äußerte sich in einer Stellungnahme, nachdem Reuters berichtet hatte, dass zwei hochrangige Beamte der US-Regierung davon ausgehen, dass COSCO-Schiffe versteckte Signalaufklärungs-Ausrüstung tragen, mit der in Küstennähe in Nordamerika, Europa und Asien militärische Kommunikation abgefangen werden kann.
COSCO bezeichnete die Vorwürfe als „völlig unbegründet“ und „falsch“.
„Sämtliche auf unseren Schiffen installierte Kommunikations-, Navigations-, Sicherheits- und Betriebseinrichtungen dienen ausschließlich legitimen kommerziellen Zwecken, einschließlich Navigationssicherheit, Schiff-Land-Kommunikation und Notfallreaktion“, erklärte das Unternehmen.
Es fügte hinzu, dass keines der Bordgeräte zum Abfangen militärischer Kommunikation oder zur Informationsbeschaffung genutzt werde, und behielt sich rechtliche Schritte zum Schutz seines Rufs vor.
Die beiden US-Beamten nannten weder einzelne Schiffe noch spezifizierte sie, welche Ausrüstung angeblich eingesetzt worden sei.
Das Misstrauen Washingtons gegenüber COSCO ist keineswegs neu. Bereits in den späten 1990er-Jahren äußerten Kongressmitglieder Geheimdienst- und Sicherheitsbedenken hinsichtlich der geplanten Pacht eines Terminals am früheren Marinestützpunkt Long Beach durch COSCO, obwohl die Clinton-Regierung erklärte, das Projekt stelle keine Sicherheitsbedrohung dar.
Zwei Jahrzehnte später zwangen die US-Behörden OOIL zum Verkauf des Long Beach Container Terminal, nachdem COSCO die Hongkonger Reedereigruppe übernommen hatte; die Veräußerung über 1,78 Mrd. USD wurde 2019 im Rahmen einer Nationalen Sicherheitsvereinbarung abgeschlossen.
Ebenfalls im Jahr 2019 verhängte Washington Sanktionen gegen zwei COSCO-Tankereinheiten wegen Irangeschäften mit Öl, was einen dramatischen Anstieg der VLCC-Raten auslöste, bevor die Maßnahmen Monate später teilweise aufgehoben wurden — ein Beispiel dafür, wie Maßnahmen gegen einen Reeder von COSCOs Größe die globalen Frachtmärkte erschüttern können, da die Gruppe eine Flotte betreibt, die Containerschifffahrt, Tanker und Massengutfrachter umfasst.
Jüngere Vergangenheit: Das Pentagon nahm COSCO in seine Liste von Unternehmen auf, die es als mit dem chinesischen Militär verbunden betrachtet, während die USTR chinesische Schifffahrt und Schiffbau im vergangenen Jahr mit Hafengebührenmaßnahmen ins Visier nahm — Maßnahmen, die diesen Herbst zurückkehren könnten. Die Vorwürfe fallen in eine Phase einer umfassenderen Verschärfung der US-Politik gegenüber chinesischen maritimen Interessen; ob Washington wegen der Geheimdienstvorwürfe handelt — oder COSCO die angedrohten rechtlichen Schritte einleitet — dürfte die nächste Etappe der Spannungen zwischen den beiden größten Schifffahrtsnationen der Welt prägen.