NachrichtenRohstoffe & ForexKupfer gibt nach, da starke US-Arbeitsmarktdaten Zinserhöhungserwartungen der Fed beflügeln

Kupfer gibt nach, da starke US-Arbeitsmarktdaten Zinserhöhungserwartungen der Fed beflügeln

Autor: Hellenic Shipping News·

Wichtige Erkenntnisse

  • Kupfer-Futures fielen am Montag auf etwa 6,55 USD pro Pfund und beendeten eine zweitägige Rally, da starke US-Beschäftigungsdaten die Erwartungen einer Zinserhöhung der Fed in diesem Monat stärkten.
  • Steigende Ölpreise nach Angriffen zwischen den USA und dem Iran auf Schiffe verschärften die Inflationssorgen und erhöhten Produktions- und Transportkosten entlang der Metall-Lieferkette.
  • Chile, der weltweit größte Kupferproduzent, verzeichnete sein schwächstes Zweiquartalsergebnis seit mindestens 19 Jahren und erwartet nun für das Gesamtjahr einen Produktionsrückgang von 2,6 %.
  • Angebotssorgen – darunter das Exportverbot im Kongo, schwächere Produktion in Chile und Peru sowie El-Niño-Störungen – hielten Kupfer trotz Nachfragewiderständen nahe den Rekordhochs.
  • Zollunsicherheiten haben Kupferlieferungen in die USA getrieben und die Comex-Bestände auf Rekordniveau gehoben; die Lagerbestände könnten sich umkehren, falls die Handelspolitik Klarheit gewinnt.
Kupfer gibt nach, da starke US-Arbeitsmarktdaten Zinserhöhungserwartungen der Fed beflügeln

Kupfer-Futures gaben am Montag auf etwa 6,55 USD pro Pfund nach und beendeten damit eine zweitägige Rally, nachdem besser als erwartete US-Beschäftigungsdaten die Erwartungen verstärkt haben, dass die Federal Reserve in diesem Monat die Zinsen erhöhen wird, was auf die Nachfrageaussichten für Industriemetalle drückt.

Kupfer ist wie andere Industriemetalle sehr sensibel gegenüber dem Zinserwartungsausblick, da höhere Kreditkosten die Wirtschaftstätigkeit tendenziell verlangsamen und die Nachfrage wichtiger verbrauchender Sektoren wie Bau, verarbeitendes Gewerbe und Elektronik dämpfen. Ein festerer US-Arbeitsmarkt verringert die Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Lockerung und übt typischerweise Abwärtsdruck auf in Dollar notierte Rohstoffe aus, die für Inhaber anderer Währungen teurer werden, wenn der Dollar sich aufwertet.

Anleger wogen zudem steigende Inflationsrisiken ab, nachdem die Ölpreise ihre jüngsten Gewinne ausgebaut hatten, nachdem die Vereinigten Staaten und der Iran am Wochenende gegenseitig Angriffe auf Schiffe geführt hatten. Höhere Energiekosten schlagen sich in Produktions- und Transportausgaben entlang der gesamten Metall-Lieferkette nieder und verschärfen den Inflationsdruck. Energie ist ein wesentlicher Inputfaktor im Kupferbergbau und -schmelzen, wo die Erzgehalte bei vielen großen Betrieben sinken, sodass pro Tonne raffiniertes Metall mehr Material verarbeitet werden muss.

Trotz des Rückgangs blieb Kupfer nahe den Rekordhochs, gestützt durch anhaltende Sorgen auf der Angebotsseite. Analysten verwiesen auf ein kürzlich verhängtes Exportverbot im Kongo, schwächere Produktionszahlen der großen Produzentenländer Chile und Peru sowie auf Störungen im Zusammenhang mit dem El-Niño-Wetterphänomen. Das Spannungsfeld zwischen schwachen Nachframesignalen und eingeschränktem Angebot hat den Markt in einer feinen Balance gehalten, wobei Preisgewinne durch makroökonomische Gegenwinde gedeckelt werden, auch wenn die physische Verfügbarkeit knapper wird. Der Kongo, mittlerweile einer der größten Kupferproduzenten der Welt, ist in den letzten Jahren zu einem zunehmend wichtigen Schwankungsfaktor im globalen Angebot geworden.

Daten zeigten, dass Chile, der weltweit größte Kupferproduzent, sein schwächstes Produktionsniveau im zweiten Quartal seit mindestens 19 Jahren verzeichnete. Das Land senkte zudem seine Produktionsprognose für das Gesamtjahr zum zweiten Quartal in Folge und erwartet nun einen Rückgang der Produktion um 2,6 %.

Anderswo hat die anhaltende Unsicherheit über Zölle Kupferlieferungen in die Vereinigten Staaten begünstigt und die Bestände an der Comex-Börse auf Rekordniveau getrieben. Der Aufbau spiegelt eher Händler wider, die mögliche Handelsmaßnahmen vorwegnehmen, als einen Anstieg des industriellen Verbrauchs, und erhöhte Lagerbestände könnten auf die US-Preise drücken, falls die Zollpolitik Klarheit gewinnt und die Zuflüsse sich umkehren. Wie die bevorstehende Entscheidung der Fed und die Zollsituation sich entwickeln, dürften kurzfristig die wichtigsten Variablen bleiben, die die Richtung von Kupfer bestimmen.

Quelle: Trading Economics über Hellenic Shipping News