NachrichtenKryptoCoinbase legt FOIA-Klage gegen SEC wegen zerstörter Gensler-Textnachrichten bei

Coinbase legt FOIA-Klage gegen SEC wegen zerstörter Gensler-Textnachrichten bei

Autor: Bitcoin Magazine·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die SEC erklärte sich bereit, Coinbase $150,000 zu zahlen und ihre Richtlinien zur Aufbewahrung von Unterlagen zu reformieren, um die FOIA-Klage beizulegen.
  • Die interne Kontrollinstanz der SEC stellte fest, dass nahezu ein volles Jahr an Textnachrichten des früheren Vorsitzenden Gary Gensler, von Oktober 2022 bis September 2023, dauerhaft gelöscht wurde, als die Behörde sein Telefon ohne vorheriges Backup zurücksetzte.
  • Coinbase hatte die FOIA-Anträge ursprünglich 2023 gestellt, um Unterlagen zu erhalten, die Aufschluss darüber geben sollten, wie die SEC ihren Ansatz zur Einstufung von Kryptowährungen als Wertpapiere entwickelte.
  • Unter Genslers Führung hatte die SEC Finanzfirmen wegen Verstößen gegen Aufbewahrungspflichten mit Geldbußen von mehr als $1 Milliarde belegt, während sie zugleich die Textnachrichten ihres eigenen Vorsitzenden verlor.
  • Die Einigung fällt mit dem geplanten Ausscheiden von Chief Legal Officer Paul Grewal bei Coinbase Ende Juli zusammen und schließt seine Amtszeit mit Rechtsstreitigkeiten gegen die SEC ab.
Coinbase legt FOIA-Klage gegen SEC wegen zerstörter Gensler-Textnachrichten bei

Coinbase hat seine Klage nach dem Freedom of Information Act (FOIA) gegen die Securities and Exchange Commission beigelegt und damit einen jahrelangen Rechtsstreit beendet. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stand eine Reihe von Textnachrichten, deren Vernichtung die Behörde eingeräumt hat — Aufzeichnungen, die Coinbase auf Grundlage eines Bundesgesetzes angefordert hatte, das der Öffentlichkeit das Recht gibt, Regierungsdokumente anzufordern.

Chief Legal Officer Paul Grewal gab die Einigung am Mittwoch in einem Gastbeitrag im Wall Street Journal bekannt. Nach den vereinbarten Bedingungen wird die SEC $150,000 zahlen und sich verpflichten, ihre Richtlinien zur Aufbewahrung von Unterlagen zu überarbeiten.

Der Hintergrund der Einigung verleiht dem Ergebnis zusätzliches Gewicht. Coinbase hatte 2023 zunächst FOIA-Anträge gestellt, um Unterlagen zu erhalten, die Aufschluss darüber geben könnten, wie die SEC ihren Ansatz zur Behandlung von Kryptowährungen als Wertpapiere festlegte — dieselbe Kernfrage, die im Zentrum der Durchsetzungsklage stand, welche die Behörde im Juni desselben Jahres gegen Coinbase einreichte. Statt die angeforderten Akten herauszugeben, lehnte die SEC die Anträge ab, und der Streit ging vor Gericht.

Das Office of Inspector General der SEC — eine unabhängige interne Kontrollinstanz, die für Prüfungen und Untersuchungen der Behörde zuständig ist — stellte fest, dass nahezu ein volles Jahr an Textnachrichten des früheren Vorsitzenden Gary Gensler, von Oktober 2022 bis September 2023, gelöscht worden war, nachdem die Behörde sein Telefon zurückgesetzt hatte, bevor ein Backup erstellt werden konnte. Dieser Zeitraum umfasste den Zusammenbruch von FTX sowie den aggressivsten Durchsetzungsvorstoß der SEC gegen Kryptowährungsbörsen. Die Prüfung der Kontrollinstanz ergab, dass 38% der wiederhergestellten Texte Behördenangelegenheiten betrafen, darunter ein Austausch im Mai 2023 über den Zeitpunkt von Durchsetzungsmaßnahmen gegen Handelsplattformen.

„Everybody Should Play by the Same Rules“

Grewal baute seine Argumentation auf einem deutlichen Gegensatz auf. Unter Genslers Führung hatte die SEC Finanzfirmen wegen der Nichtaufbewahrung von Mitarbeiterkommunikation mit Geldbußen von mehr als $1 Milliarde belegt und zugleich öffentlich darauf bestanden, dass „everybody should play by the same rules.“ Dennoch verlor die Behörde die Textnachrichten ihres eigenen Vorsitzenden in einer der folgenreichsten Phasen der noch jungen Geschichte der Kryptowährungen.

„The Gensler SEC destroyed documents they were required to preserve and produce,“ schrieb Grewal, als der Bericht des Inspector General bekannt wurde. „We now have proof from the SEC's own Inspector General.“

Für Coinbase ging die Bedeutung über die Dokumente selbst hinaus. Das Unternehmen hatte seine Transparenzklagen — darunter eine separate Anfechtung gegen die SEC und die FDIC wegen angeblichen Drucks auf den Bankenzugang der Kryptobranche — als Beleg dafür dargestellt, dass Regulierungsbehörden Druck auf die Branche ausübten, ohne klare Regeln festzulegen. Die eigene Durchsetzungsklage der SEC gegen Coinbase wurde Anfang 2025 unter einer neuen Regierung und einem neuen Vorsitzenden letztlich fallengelassen, als Teil einer breiteren veränderten Haltung der Behörde gegenüber digitalen Vermögenswerten.

Die Einigung dient zugleich als persönliches Schlusskapitel. Grewal, der Jurist, der Coinbase durch jahrelange Rechtsstreitigkeiten mit der SEC führte, plant, das Unternehmen Ende Juli zu verlassen. Er beendet dieses Kapitel mit einer moderaten finanziellen Rückzahlung, einer Zusage der Behörde zur Verbesserung ihrer Ablagepraktiken und einer Erzählung, an die sich die Kryptobranche voraussichtlich erinnern wird: Die für Aufzeichnungspflichten zuständige Durchsetzungsbehörde des Landes konnte ihre eigenen Unterlagen nicht bewahren.

Dieser Artikel basiert auf der Berichterstattung von Micah Zimmerman, ursprünglich veröffentlicht von Bitcoin Magazine.