Coinbase reicht SEC-Anmeldung ein, um Aktien-Perpetuals für US-Händler anzubieten – CFTC-Genehmigung ausstehend
Wichtige Erkenntnisse
- •Coinbase hat Registrierungsanzeige-Dokumente bei der SEC als ersten Schritt eingereicht, um Aktien-Perpetual-Kontrakte an seiner US-Derivatebörse anzubieten; vor dem Start ist noch die CFTC-Genehmigung erforderlich.
- •Aktien-Perpetuals sind Derivatekontrakte, die Aktienkurse abbilden, ohne Anteilseigentum zu verleihen, und haben anders als Standard-Futures kein Verfallsdatum.
- •Coinbases Vorschlag sieht vor, Aktien-Perpetuals nach bestehendem US-Recht als Security Futures einzustufen; CFTC-registrierte Kontraktbörsen könnten sie nach SEC-Registrierungsanzeige listen, wobei beide Behörden die Aufsicht behalten.
- •Coinbase bietet bereits Offshore-Aktien-Perpetuals auf Apple, Microsoft, Nvidia und Amazon an und hat 2026 die Aktienindex-Perpetual-Futures AI10 und Defense10 eingeführt.
- •Die CFTC zeigt wachsende Offenheit für Perpetual-Produkte: Sie ließ im Mai Bitcoin-Perpetual-Futures zu und bat um öffentliche Rückmeldungen zu Rohöl-Perpetuals und zum Handel rund um die Uhr.

Coinbase hat eine Registrierungsanzeige bei der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) eingereicht, um regulierte Perpetual-Kontrakte auf Aktien für US-Händler anzubieten, wie Chief Policy Officer Faryar Shirzad mitteilte. Der Schritt ist der erste eines Verfahrens, das vor der Einführung kursgebundener Perpetual-Produkte an einer regulierten Börse in den USA noch der Genehmigung der CFTC (Commodity Futures Trading Commission) bedarf.
Erster Schritt hin zu US-Aktien-Perpetuals
Shirzad kündigte die Einreichung auf X (ehemals Twitter) an:
Equity perpetuals are coming onshore. This week @coinbase took the first step to offer them in the U.S on our derivatives exchange by filing notice registration documents with the @SECgov . Equity perps have proven demand internationally, and we're excited at the prospect of a… — Faryar Shirzad 🛡️ (@faryarshirzad) September 3, 2026 (X-Beitrag)
Aktien-Perpetuals sind Derivatekontrakte, die Aktienkurse abbilden, ohne den Händlern Eigentum an den zugrunde liegenden Aktien einzuräumen. Anders als Standard-Futures haben sie kein Verfallsdatum. Die Struktur stammt aus dem Kryptosektor, wo Perpetual Swaps – typischerweise durch periodische Funding-Zahlungen zwischen Long- und Short-Positionen mit Spotpreisen in Einklang gehalten – zu den am stärksten gehandelten Kryptoderivaten weltweit wurden. Diese Offshore-Nachfrage will Coinbase nun unter US-Regulierung bringen. Das Unternehmen bietet außerhalb der Vereinigten Staaten bereits ähnliche Produkte an, darunter Kontrakte auf Apple, Microsoft, Nvidia und Amazon.
Die CFTC hat zuletzt Schritte unternommen, um im Inland mehr Perpetual-Produkte zuzulassen. Im Mai ließ die Behörde Bitcoin-Perpetual-Futures von KalshiEX und Coinbase zu. Die CFTC bat anschließend um öffentliche Rückmeldungen zu Rohöl-Perpetual-Kontrakten und zum Handel rund um die Uhr. Diese Konsultation signalisiert ein breiteres regulatorisches Interesse an der Produktstruktur selbst – nicht nur an Krypto-Varianten –, was ein relevanter Kontext für die Bewertung von Aktien-Perpetuals ist.
Coinbase hat zudem bei CFTC und SEC Stellungnahmen zur Klassifizierung von Aktien-Perpetuals eingereicht. Der Vorschlag sieht vor, die Kontrakte nach bestehendem US-Recht als Security Futures zu behandeln – ein Ansatz, der es registrierten Derivatebörsen erlauben könnte, nach geltenden Regeln zu arbeiten, statt auf ein völlig neues regulatorisches Rahmenwerk zu warten.
Das Rahmenwerk für Security Futures nimmt Gestalt an
Nach Coinbases Vorschlag könnten CFTC-registrierte Kontraktbörsen Aktien-Perpetuals listen, nachdem sie die Registrierungsanzeige bei der SEC abgeschlossen haben. Nationale Wertpapierbörsen könnten den umgekehrten Weg gehen und sich bei der CFTC registrieren. Beide Behörden behielten die Aufsicht über die Produkte.
Die Einreichung ist eine Antwort auf eine gemeinsame Anfrage von SEC und CFTC zur Definition von Derivaten – Definitionen, die festlegen, welche Regulierungsbehörde ein Produkt beaufsichtigt und welche Börsen es in den USA anbieten dürfen. Das Ergebnis dieser Definitionsübung könnte auch prägen, wie andere Plattformen Derivateprodukte strukturieren, da die Zuständigkeitsgrenze zwischen SEC und CFTC schon lange bestimmt, wo Futures- und Wertpapierprodukte gelistet werden können.
Das Vorhaben passt zu Coinbases Plan, über den Krypto-Spothandel hinauszuwachsen – eine Strategie, die das Unternehmen als „Everything Exchange“-Initiative beschreibt und die darauf abzielt, mehr Finanzprodukte über eine einzige Plattform abzudecken.
Coinbase Derivatives hat 2026 bereits Perpetual-Aktienindex-Futures eingeführt, darunter die Kontrakte AI10 und Defense10, die Unternehmensgruppen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Verteidigung abbilden. Der Vorschlag zu Aktien-Perpetuals würde diese Produktstrategie auf Einzelaktien für US-Händler ausweiten und ihnen ermöglichen, von Aktienkursbewegungen zu profitieren, ohne Aktien zu besitzen oder Verfallsdaten zu verwalten – sofern die Regulierer zustimmen. Die Antwort der CFTC auf die ausstehenden Klassifizierungskommentare und das Ergebnis ihrer Perpetuals-Konsultation sind die nächsten Indikatoren dafür, ob und zu welchen Bedingungen diese Produkte US-Börsen erreichen.
Quelle: CoinCentral