Coinbase startet Derivate-Produkte für professionelle Anleger im Vereinigten Königreich
Wichtige Erkenntnisse
- •Coinbase hat für professionelle Anleger im Vereinigten Königreich Derivateprodukte wie Perpetuals, befristete Futures und Krypto-Optionen eingeführt, die mehr als 170 an Krypto, Rohstoffe, Aktien und Devisen gekoppelte Kontrakte abdecken.
- •Die Expansion wurde durch die von Coinbase erhaltene MiFID-Lizenz ermöglicht; der Zugang bleibt jedoch wegen des Verbots des Verkaufs von Krypto-Derivaten an Privatanleger durch die FCA im Januar 2021 auf professionelle Kunden beschränkt.
- •Perpetual-Kontrakte bieten einen Hebel von bis zu 50x im 24/7-Handel, befristete Futures einen Hebel von bis zu 20x mit festen Abwicklungsdaten, und Optionen sind auf Krypto-Assets beschränkt.
- •Coinbase meldete, dass 88% seiner Nettoerlöse im zweiten Quartal aus anderen Quellen als dem Bitcoin-Spot-Handel stammten und sein Anteil am globalen Handelsvolumen einen Rekordwert von 10.3% erreichte.
- •Der Derivate-Start treibt die "Everything Exchange"-Strategie von Coinbase voran, die darauf abzielt, Krypto, Aktien, Stablecoins, Sparen und Kreditvergabe auf einer Plattform zu bündeln.

Coinbase hat für zulässige professionelle Anleger im Vereinigten Königreich eine Reihe von Derivateprodukten eingeführt und damit sein Angebot im Rahmen der Unternehmensstrategie "Everything Exchange" deutlich ausgeweitet.
Die neue Produktlinie umfasst Perpetuals, befristete Futures und Krypto-Optionen; der Zugang für professionelle Kunden wird in den kommenden Wochen schrittweise freigeschaltet. Laut einem Coinbase-Blogbeitrag umfasst das Angebot mehr als 170 Kontrakte, die an Krypto-Assets, Rohstoffe, Aktien und Devisen gekoppelt sind.
Perpetual-Kontrakte werden rund um die Uhr gehandelt und bieten einen Hebel von bis zu 50x, während befristete Futures feste Abwicklungsdaten und einen Hebel von bis zu 20x aufweisen. Coinbase erklärte, dass der Optionsservice auf Krypto-Assets beschränkt bleibt, wobei professionelle Kunden Zugang zu Calls, Puts und Multi-Leg-Strategien erhalten.
MiFID-Lizenz ermöglicht Expansion von Derivaten im Vereinigten Königreich
Der Start folgt auf die Erteilung einer MiFID-Lizenz an Coinbase, die dem Unternehmen nach eigenen Angaben erlaubt, im Vereinigten Königreich Derivatekontrakte an Kunden anzubieten, die die Kriterien für professionelle Anleger erfüllen.
Die Beschränkung auf professionelle Anleger steht im Einklang mit den regulatorischen Vorgaben im Vereinigten Königreich: Die Financial Conduct Authority untersagte im Januar 2021 den Verkauf von Krypto-Asset-Derivaten und börsengehandelten Schuldverschreibungen an Privatanleger und verwies dabei auf Bedenken hinsichtlich möglicher Verbraucherschäden. Die Einstufung als professioneller Anleger setzt in der Regel Schwellenwerte in Bezug auf Portfoliogröße, Transaktionshäufigkeit oder berufliche Erfahrung voraus.
Coinbase baut sein Produktangebot im Vereinigten Königreich kontinuierlich über den Krypto-Spot-Handel hinaus aus. Die Börse hat jüngst damit begonnen, berechtigten Nutzern im Vereinigten Königreich Zugang zu nahezu 4,000 an US-Börsen gelisteten Aktien zu gewähren und damit Aktien neben den bestehenden Krypto- und Fiat-Diensten zu integrieren.
Die Initiative "Everything Exchange" umfasst außerdem Stablecoins, Sparen, Kreditvergabe und weitere Finanzprodukte. Coinbase erklärte, die Strategie solle mehrere Anlageklassen über eine einzige Plattform zugänglich machen.
Umsatzdiversifizierung über den Bitcoin-Spot-Handel hinaus
Coinbase arbeitet aktiv daran, seine Abhängigkeit von Einnahmen aus dem Bitcoin-Spot-Handel zu verringern. Im Ergebnisbericht für das zweite Quartal teilte das Unternehmen mit, dass 88% der Nettoerlöse aus anderen Quellen als dem Bitcoin-Spot-Handel stammten.
Die Ausweitung auf Derivate spiegelt einen breiteren Branchentrend wider: Perpetual Futures und andere Derivateinstrumente haben historisch einen erheblichen Anteil am globalen Krypto-Handelsvolumen ausgemacht, wobei Börsen wie Binance, Bybit und OKX mit diesen Produkten beträchtliche Umsätze erzielen. Die Expansion von Coinbase in diese Kategorie positioniert das Unternehmen, um unter regulierten institutionellen und professionellen Kunden einen größeren Anteil dieser Aktivität zu gewinnen.
Die Börse berichtete außerdem, dass ihr Anteil am globalen Handelsvolumen im Quartal einen Rekordwert von 10.3% erreichte, nach 9.1% im vorangegangenen ersten Quartal.
Regulatorische Position im Vereinigten Königreich
Coinbase bezeichnet sich als das am umfassendsten regulierte Krypto-Unternehmen, das im Vereinigten Königreich tätig ist. Die Tochtergesellschaft CB Payments Ltd ist von der Financial Conduct Authority für die Erbringung von Investmentdienstleistungen autorisiert und verfügt zusätzlich über eine Zulassung gemäß den Electronic Money Regulations 2011 zur Ausgabe von E-Geld. Coinbase nutzt diese regulatorischen Genehmigungen weiterhin, um sein Produktangebot für Privat- und professionelle Kunden zu erweitern.