NachrichtenAktienBritische Wettbewerbsbehörde genehmigt 85-Mrd.-Pfund-Fusion von Paramount und Warner Bros

Britische Wettbewerbsbehörde genehmigt 85-Mrd.-Pfund-Fusion von Paramount und Warner Bros

Autor: City AM Markets·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die CMA genehmigte die 85-Mrd.-Pfund-Fusion von Paramount und Warner Bros, nachdem sie zu dem Schluss gekommen war, dass sie den Wettbewerb auf keinem britischen Markt wesentlich beeinträchtigen würde.
  • Paramount, unterstützt von Larry und David Ellison, gewann im Februar den Bieterwettstreit um Warner Bros, nachdem Netflix sein Angebot nicht hatte erhöhen wollen.
  • Die fusionierte Entität wird der größte Kinofilmverleiher im Vereinigten Königreich, wird aber weiterhin erheblichem Wettbewerb durch andere große Studios und unabhängige Verleiher ausgesetzt sein.
  • Die Behörde wies Bedenken hinsichtlich einer eingeschränkten Verbraucherwahl bei Kinderfernsehen und Streaming zurück und verwies auf die sinkende Nachfrage nach kostenpflichtigem Kinderfernsehen sowie auf den starken Wettbewerb im britischen Streamingmarkt.
  • Kulturministerin Lisa Nandy hatte die CMA und Ofcom gebeten, die Auswirkungen des Deals auf die britische Medienlandschaft zu prüfen, vor dem Hintergrund der Geschichte der Behörde bei der Untersuchung großer Fusionen.
Britische Wettbewerbsbehörde genehmigt 85-Mrd.-Pfund-Fusion von Paramount und Warner Bros

Die britische Competition and Markets Authority (CMA) hat die 85-Mrd.-Pfund-Fusion der Hollywood-Studios Paramount und Warner Bros genehmigt und zu dem Schluss gekommen, dass der Deal den Wettbewerb auf dem britischen Markt nicht gefährdet.

Die Behörde bestätigte am Mittwoch, dass sie keine weiteren Untersuchungen einleiten werde, und erklärte, die Transaktion gebe „keinen Anlass zu der realistischen Möglichkeit einer wesentlichen Beeinträchtigung des Wettbewerbs im Vereinigten Königreich“.

Die CMA hatte ihre Untersuchung des Deals am 9. Juni aufgenommen, ausgelöst durch die Tatsache, dass die britischen Umsätze von Warner Bros 100 Mio. Pfund übersteigen.

Paramount, das von dem Milliardär Larry Ellison und seinem Sohn David Ellison unterstützt wird, setzte sich im Februar in einem Bieterwettstreit um das Entertainment-Giganten gegen Netflix durch, nachdem Netflix sein Angebot nicht hatte erhöhen wollen.

Bewertung der Marktlage

Die CMA stellte fest, dass die kombinierte Entität zwar der größte Kinofilmverleiher im Vereinigten Königreich werden würde, aber weiterhin einem robusten Wettbewerb durch Sony, Universal und Disney sowie durch unabhängige Verleiher ausgesetzt sein würde.

Die Fusion bündelt zudem die Kindersender beider Unternehmen, was Bedenken hinsichtlich möglicher Preiserhöhungen aufkommen ließ. Die Behörde wies diese Befürchtungen jedoch mit dem Verweis auf den Rückgang der Nachfrage nach kostenpflichtigem Kinderfernsehen zurück, da sich das Publikum zunehmend frei empfangbaren Sendern wie der BBC sowie Inhalten auf Streaming-Plattformen zuwende.

Die Zusammenführung der Streamingdienste Paramount+, HBO Max und Discovery+ unter ein gemeinsames Unternehmensdach hatte Sorgen über eine eingeschränkte Verbraucherwahl geweckt. Die CMA merkte jedoch an, dass der britische Streamingmarkt weiterhin hochgradig wettbewerbsorientiert sei und etablierte Plattformen wie Netflix, Amazon Prime und Disney Plus unwahrscheinlich Zuschaueranteile an die neu gebildete Mediengruppe verlieren würden.

Die Entscheidung beseitigt ein britisches Wettbewerbs hindernis, jedoch steht der Deal weiterhin im Rahmen einer breiteren Prüfung – insbesondere darüber, wie eine größere kombinierte Mediengruppe in einen Unterhaltungsmarkt passen wird, der bereits von großen Studios, Abonnementdiensten und frei empfangbaren Sendern geprägt ist. Für das britische Publikum spiegelt der Fokus der CMA auf Vertrieb, Kindersender und Streaming diejenigen Bereiche wider, die laut den Regulierern für Zugang und Auswahl am wichtigsten sind.

In ihrer offiziellen Entscheidung erklärte die CMA: „Die CMA glaubt nicht, dass der Fall gegeben ist oder sein könnte, dass von der Fusion eine wesentliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs innerhalb eines Marktes oder mehrerer Märkte im Vereinigten Königreich zu erwarten ist. Dementsprechend wird die Fusion nicht an eine Untersuchung in Phase zwei verwiesen.“

Politischer Kontext

Kulturministerin Lisa Nandy, die zu diesem Zeitpunkt dem Kabinett Starmer angehörte, hatte die Behörde im Juni gebeten, die Übernahme zu prüfen, um sicherzustellen, dass sie der britischen Medienlandschaft keinen Schaden zufügen würde.

Die Abgeordnete für Wigan ermächtigte sowohl die CMA als auch Ofcom zur Bewertung der Auswirkungen des Deals und argumentierte, er bedrohe die „den britischen Zuschauern zur Verfügung stehende Vielfalt an Diensten“.

Die CMA war in den vergangenen Jahren aufgrund früherer Eingriffe öffentlich kritisiert worden, insbesondere wegen ihrer Entscheidung aus dem Jahr 2023, die Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft im Wert von 70 Mrd. US-Dollar zu blockieren – ein Urteil, das später aufgehoben wurde.

Im vergangenen Jahr wurde Marcus Bokkerink als Vorsitzender der CMA entlassen und durch den ehemaligen Amazon-Manager Doug Gurr ersetzt. Dieser Schritt überraschte Berater in der City und wurde allgemein als ein klares Signal für den von Kanzlerin Rachel Reeves angestrebten Umgang mit den Regulierungsbehörden interpretiert.