Clearpool, Ripple und Cicada bauen institutionellen Kreditmarkt auf dem XRPL auf
Wichtige Erkenntnisse
- •Clearpool baut den Kreditmarkt auf dem XRPL mithilfe der XLS-65 Single Asset Vaults und des XLS-66 Lending Protocol auf – die erste Erweiterung auf einen Ledger mit nativ implementierter Kreditvergabe.
- •Kredite würden in RLUSD vergeben und zurückgezahlt, Ripples Ende 2024 gestartetem, an den US-Dollar gekoppeltem Stablecoin; Ripple tritt zudem als Liquiditätsanbieter auf.
- •Cicada prüft die finanzielle Situation, Cashflows und Kredithistorien der Kreditnehmer; Kreditnehmer und Kreditgeber müssen KYC- und AML-Checks durchlaufen.
- •Die Kreditfunktionen sind noch nicht auf dem XRPL Mainnet live; ihre Aktivierung ist ein wichtiger Meilenstein.
- •Der XRPL verarbeitet derzeit rund 1,09 Millionen Transaktionen pro Tag und verbrennt alle Transaktionsgebühren, wodurch täglich etwa 117,83 XRP aus dem Umlauf entfernt werden.

Clearpool, Ripple und Cicada bauen institutionellen Kreditmarkt auf dem XRPL auf
Der XRP Ledger expandiert über Zahlungen und Token-Transfers hinaus, da Clearpool, Ripple und Cicada an einem neuen institutionellen Kreditmarkt arbeiten. Das Projekt könnte Unternehmenskredite auf den XRPL bringen, wobei die Kredite in RLUSD abgewickelt werden – Ripples Ende 2024 gestarteter, an den US-Dollar gekoppelter Stablecoin. Vet, Community-Lead der XRPL Foundation und dUNL-Validator, sagt, institutionelles „Lending kommt“.
Die Frage ist nun, ob institutionelles Kreditgeschäft auch neue Nutzbarkeit und Nachfrage nach XRP auf dem Ledger schaffen kann. Der Schritt würde XRPL in direkte Konkurrenz zu etablierten On-Chain-Kreditplattformen auf anderen Chains bringen, etwa Maple Finance und Goldfinch, die dasselbe institutionelle Kreditmarktsegment auf Netzwerken wie Ethereum und Solana verfolgen.
Clearpool baut Kreditmarkt mit Ripple und Cicada auf
In einer aktuellen Ankündigung auf X erklärte Clearpool, die Kreditinfrastruktur mithilfe der XRPL XLS-65 Single Asset Vaults und des XLS-66 Lending Protocol zu errichten.
Clearpool erklärte: „Institutionen mangelte es nie an On-Chain-Rendite. Ihnen fehlte ein Ort, der für Kreditgeschäft gebaut wurde.“
Das neue Projekt mit Ripple und Cicada soll diese Lücke schließen, indem Kreditinfrastruktur direkt auf dem XRPL aufgebaut wird. Clearpool betreibt bereits institutionelle Kreditmärkte auf mehreren EVM-Chains; der XRPL ist damit die erste Erweiterung auf einen Ledger, bei dem Kreditvergabe nativ und nicht über Smart Contracts umgesetzt wird.
Der Großteil des On-Chain-Kredits läuft über Smart Contracts: flexibel, komponierbar, erprobt. Der XRPL geht einen anderen Weg und implementiert Kreditvergabe als natives Ledger-Grundelement. XLS-65 (Single Asset Vault) und XLS-66 (Lending Protocol) verankern das Vault und den Kredit direkt im Ledger selbst. pic.twitter.com/WOL6HCGss7 — Clearpool (@ClearpoolFin) August 31, 2026
Im Rahmen der Vereinbarung wird Cicada die finanzielle Situation, die Cashflows und die Kredithistorie eines Kreditnehmers prüfen, bevor entschieden wird, wie viel er leihen kann und zu welchem Zinssatz. Kreditnehmer und Kreditgeber müssen zudem KYC- und AML-Checks durchlaufen. Diese Compliance-Ebene spiegelt einen breiteren Trend im institutionellen DeFi wider, bei dem ein erlaubtes Onboarding zur Voraussetzung für Teilnehmer aus dem traditionellen Finanzwesen geworden ist.
Ripple wiederum stellt den XRPL und RLUSD für Kreditzahlungen und Abwicklungen bereit und wird auch als Liquiditätsanbieter auftreten.
Das Ziel sind Kreditpools, in denen geprüfte Unternehmen RLUSD von institutionellen Kreditgebern leihen und die Kredite verzinst zurückzahlen können. Diese Funktionen sind noch nicht auf dem XRPL Mainnet live.
Könnte Kreditvergabe die XRP-Nutzbarkeit erhöhen?
Der unmittelbare Nutzen dürfte dem XRPL selbst zugutekommen, doch die Initiative könnte auch eine zusätzliche Nachfrage nach XRP schaffen. Clearpools Kreditplattform soll mit dem nativen AMM des XRPL verbunden werden, was Institutionen einen Weg bietet, zwischen RLUSD und anderen Assets zu wechseln. Marktmacher, die Liquidität für XRP/RLUSD-Pools bereitstellen, müssten beispielsweise sowohl XRP als auch RLUSD halten. Dies könnte die Nutzung von XRP im Kredit-Ökosystem erhöhen und einen Teil des XRP aus dem frei handelbaren Angebot nehmen.
Der XRP Ledger verbrennt zudem 100 % seiner Transaktionsgebühren. Jede Transaktion erfordert eine kleine Gebühr in XRP, und dieses XRP wird dauerhaft aus dem Umlauf entfernt.
XRPL-Netzwerkaktivität bleibt stark
Das XRPL-Netzwerk verarbeitet bereits rund 1,09 Millionen Transaktionen pro Tag, obwohl die Aktivität zuletzt um 42,7 % gegenüber früheren Monatswerten gesunken ist.
Mit der aktuellen Rate werden täglich etwa 117,83 XRP verbrannt; in den vergangenen 30 Tagen hat der Ledger rund 7.680,43 XRP verbrannt.
Diese Zahlen zeigen, dass der XRPL bereits über eine starke Netzwerkaktivität und einen eingebauten XRP-Burn-Mechanismus verfügt. Der geplante Kreditmarkt befindet sich jedoch noch in der Entwicklung, sodass es zu früh ist, um zu sagen, wie viel zusätzliche XRP-Nachfrage er schaffen könnte.
Vorerst ist die zentrale Entwicklung, dass institutioneller Kredit direkt auf den nativen Funktionen des XRPL aufgebaut wird – was dem Netzwerk potenziell einen weiteren wichtigen Finanzanwendungsfall verschafft. Zu beobachten bleibt, ob XLS-65 und XLS-66 vom Vorschlag zur Mainnet-Aktivierung gelangen und ob die ersten institutionellen Kreditpools nach dem Live-Gang tatsächlich Kreditgeber anziehen.
Quelle: cryptonews.net