CLARITY Act bleibt aus dem Senats-Plenarplan ausgenommen, da sich die Augustpause nähert
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Senat hat weder eine Abstimmung für den CLARITY Act angesetzt noch Cloture eingereicht. Der Gesetzentwurf bleibt damit mit nur noch vier Gesetzgebungstagen vor der Augustpause vom Plenarterminplan ausgenommen.
- •Eine Cloture-Einreichung bereits am Mittwoch könnte eine Verfahrensabstimmung am Freitag ermöglichen. Der Gesetzentwurf benötigt jedoch mindestens 60 Stimmen, was bedeutet, dass mindestens sieben demokratische Senatoren den Antrag unterstützen müssten, selbst bei geschlossener republikanischer Unterstützung.
- •Das Repräsentantenhaus verabschiedete H.R. 3633 am 17. Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen. Der Bankenausschuss des Senats brachte den Gesetzentwurf am 14. Mai 2026 mit parteiübergreifenden 15 zu 9 Stimmen weiter.
- •Prognosemärkte schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass der CLARITY Act 2026 in Kraft tritt, auf 27 % — ein Rückgang um 38 % gegenüber dem vorherigen Niveau und deutlich unter früheren Höchstständen nahe 80 %.
- •Die Gesetzgebung zielt darauf ab, eine klarere Aufteilung der regulatorischen Zuständigkeit zwischen SEC und CFTC für digitale Vermögenswerte festzulegen. Dabei sollen Faktoren wie der Dezentralisierungsgrad eines Blockchain-Netzwerks zur Bestimmung der zuständigen Aufsicht herangezogen werden.

Der CLARITY Act (H.R. 3633) bleibt aus dem Senats-Plenarplan ausgenommen, während sich die Abgeordneten der Augustpause vom 10. August nähern. Der Kammer verbleibt damit nur noch begrenzte Zeit, um den Gesetzentwurf zur Marktstruktur digitaler Vermögenswerte vor dem Aufbruch der Mitglieder aus Washington auf den Weg zu bringen.
Der am Montag veröffentlichte Terminplan enthielt lediglich eine Cloture-Abstimmung — über H.R. 6500, ein Gesetzgebungsvehikel für eine Continuing Resolution ohne Bezug zur Kryptowährungsregulierung. Die Führungen des Senats haben offiziell weder einen Cloture-Antrag noch eine Plenarabstimmung für H.R. 3633 angekündigt.
Keine bestätigte Abstimmung im Terminplan
Der Senat trat am Montag, dem 3. August, wieder zusammen, um um 17:30 Uhr über H.R. 6500 abzustimmen. Der offizielle Plenarterminplan enthielt den CLARITY Act nicht für Aussprache, Cloture oder Schlussabstimmung.
Die Führung könnte den Gesetzentwurf zwar im Laufe der Woche noch hinzufügen, jedoch müssen mehrere verfahrenstechnische Hürden genommen werden, bevor die Senatoren mit der Beratung beginnen können. Die Senatsführung muss Cloture zum Antrag auf Behandlungsaufnahme (Motion to Proceed) einreichen, sofern die Senatoren nicht einer Verkürzung des Verfahrens zustimmen. In dem am Montag bekanntgegebenen Terminplan erschien keine solche Einreichung.
Laut Prognosemärkten hat der CLARITY Act eine 27-prozentige Chance, 2026 in Kraft zu treten. Die Quoten sind um 38 % gesunken und setzen damit einen Abwärtstrend von früheren Höchstständen nahe 80 % fort. (Polymarket)
Mögliche Cloture-Einreichung am Mittwoch
Eine Cloture-Einreichung bereits am Mittwoch könnte es dem Senat ermöglichen, bis Freitag, den 7. August, eine Verfahrensabstimmung durchzuführen. Diese Abstimmung würde entscheiden, ob die Kammer die Debatte über den Antrag auf Behandlungsaufnahme beendet — nicht, ob der Gesetzentwurf die Schlussabstimmung besteht oder an das Weiße Haus weitergeleitet wird.
Nach den regulären Geschäftsordnungsregeln des Senats muss ein Cloture-Antrag für einen bestimmten Zeitraum anhängig bleiben, bevor eine Abstimmung stattfindet. Die Abgeordneten könnten den Zeitplan durch einstimmige Zustimmung oder eine andere ausgehandelte Vereinbarung beschleunigen.
Ohne eine solche Verfahrensverkürzung hätten die Senatoren kaum Zeit, die Debatte zu eröffnen und Änderungsanträge zu behandeln, bevor die Augustpause beginnt.
Die Cloture-Abstimmung würde zudem über die republikanische Fraktion hinaus Unterstützung erfordern. Der Senat benötigt in der Regel 60 Stimmen, um eine Debatte über Gesetzgebung zu beenden. Selbst wenn alle 53 Republikaner den Antrag unterstützten, bräuchte die Führung mindestens sieben demokratische Stimmen. Jegliche Opposition aus republikanischen Reihen würde die Anzahl der erforderlichen demokratischen Stimmen erhöhen.
Gesetzgebungsgeschichte
Das Repräsentantenhaus verabschiedete H.R. 3633 am 17. Juli 2025 mit einer Mehrheit von 294 zu 134 Stimmen. Der Bankenausschuss des Senats brachte den Gesetzentwurf am 14. Mai 2026 mit parteiübergreifenden 15 zu 9 Stimmen weiter.
Senatorin Cynthia Lummis veröffentlichte am 22. Juli nach Verhandlungen mit dem Banken- und dem Landwirtschaftsausschuss einen aktualisierten Text des CLARITY Act. Die Gesetzgebung befasst sich mit regulatorischer Zuständigkeit, Verbraucherschutz, Marktaufsicht und der Behandlung digitaler Rohstoffe.
Der Hauptzweck des Gesetzentwurfs besteht darin, eine klarere Aufteilung der regulatorischen Zuständigkeit zwischen der Securities and Exchange Commission und der Commodity Futures Trading Commission im Bereich digitaler Vermögenswerte festzulegen. Die beiden Behörden arbeiteten lange Zeit unter sich überschneidenden Rahmenwerken — die SEC primär über Wertpapiergesetze und die CFTC über Vorschriften für Rohstoffderivate — was Marktteilnehmern keinen verbindlichen Maßstab dafür ließ, ob ein bestimmter Token unter das eine oder andere Regime fällt. Der CLARITY Act zielt darauf ab, diese Grenze anhand von Merkmalen wie dem ausreichenden Dezentralisierungsgrad eines Blockchain-Netzwerks zu ziehen.
Befürworter haben sich für klarere bundesstaatliche Standards für die Token-Klassifizierung, Handelsplattformen, Verwahrung und dezentrale Finanzen eingesetzt. Gegner und unentschlossene Senatoren prüfen weiterhin Bestimmungen zu Ethik, Durchsetzung, Anlegerschutz und Branchenstruktur.
Der CLARITY Act ist eines von mehreren Gesetzgebungsvorhaben im Bereich digitaler Vermögenswerte, die sich neben Vorschlägen zur Stablecoin-Regulierung und zu Anti-Geldwäsche-Schutzmaßnahmen durch den Kongress bewegen. Dies spiegelt eine umfassendere Bemühung wider, ein Flickwerk aus Durchsetzungsmaßnahmen und Behördenleitlinien durch kodifiziertes Bundesrecht zu ersetzen.
Enges Zeitfenster vor der Pause
Der vorläufige Kalender des Senats weist für den Zeitraum vom 10. August bis zum 11. September eine arbeitsfreie Sitzungsperiode in den Heimatbundesstaaten aus. Nach Montag verbleiben der Führung damit nur noch vier Gesetzgebungstage, um Maßnahmen einzuleiten. Bis Montagmittag hatten die Führungen des Senats keine Abstimmung über den CLARITY Act öffentlich bestätigt.
Eine Cloture-Abstimmung am Freitag würde lediglich den Beginn der nächsten Phase der Senatsberatung markieren. Die Senatoren könnten weiterhin Redezeit, Änderungsabstimmungen und eine Schlussabstimmung verlangen. Das Repräsentantenhaus müsste möglicherweise auch Änderungen des Senats prüfen, bevor die Gesetzgebung an den Präsidenten gehen könnte.
Die Führungen des Senats stehen somit vor einem engen verfahrenstechnischen Weg. Zu den Optionen gehören das Einholen einstimmiger Zustimmung, das Aushandeln einer parteiübergreifenden Zeitvereinbarung oder das Verschieben der Beratung bis nach der Pause.
Bis die Führung formell Cloture einreicht oder eine andere Vereinbarung bekanntgibt, bleibt der CLARITY Act aus dem Senats-Plenarplan ausgenommen.