CLARITY Act hat geringe Erfolgsaussichten, während Regulierungsbehörden die Lücke füllen
Wichtige Erkenntnisse
- •Eine brancheninterne Schätzung beziffert die Chance auf Verabschiedung des CLARITY Act im Jahr 2026 nun auf nur 10% und damit deutlich niedriger als zu Jahresbeginn.
- •Vor der Augustpause wird im Senat keine Abstimmung erwartet, und die wenigen verbleibenden Sitzungstage machen eine Verabschiedung unwahrscheinlich.
- •Der Entwurf soll klären, ob SEC oder CFTC die Zuständigkeit für bestimmte digitale Vermögenswerte und die Handelsplattformen haben.
- •Eine erwartete SEC-Debatte über ihre Krypto-Regulierungsagenda wurde kurz vor dem Treffen der Kommissare abgesagt; die Behörde verwies auf Terminprobleme.
- •Der GENIUS Act, der bundesweite Regeln für Stablecoins festlegt, ist bereits in der Umsetzungsphase, wodurch der blockierte CLARITY Act als verbleibender Teil von Washingtons Krypto-Gesetzgebung bleibt.

Der Weg des CLARITY Act zum Gesetz ist von unsicher zu düster geworden. Eine brancheninterne Schätzung beziffert die Chance auf Verabschiedung im Jahr 2026 nun auf nur 10% — ein deutlicher Rückgang gegenüber der deutlich optimistischeren Einschätzung zu Jahresbeginn.
Der enge Kalender des Senats und ungelöste politische Konflikte haben dem Marktstruktur-Gesetzentwurf jede klare Perspektive genommen. Vor der Augustpause wird keine Abstimmung erwartet, und die wenigen verbleibenden Sitzungstage machen eine Verabschiedung unwahrscheinlich, sofern der Entwurf nach der Rückkehr nicht plötzlich ganz oben auf die Prioritätenliste rückt. Zur Einordnung: Die Kernaufgabe des Entwurfs besteht darin, festzulegen, welche Behörde — SEC oder CFTC — für welche digitalen Vermögenswerte und die Handelsplattformen zuständig ist, eine Grenzziehung, die der Branche bislang fehlte.
Die Gesetzgebungspause überlässt den Behörden das Mikrofon
Da der Kongress festgefahren ist, gelten die Securities and Exchange Commission (SEC) und die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zunehmend als die Akteure, die die Krypto-Politik in naher Zukunft prägen dürften. Die SEC prüft Berichten zufolge einen maßgeschneiderten Rahmen für Krypto-Angebote, der etwas von dem regulatorischen Nebel lichten könnte, den Gesetzgeber mit einem Gesetz eigentlich beseitigen wollten.
Clarity Act enters decisive phase this week The White House is bringing together leaders from the SEC and @CFTC , along with industry leaders, on Wednesday to address the growing regulatory disparity. This is after a February meeting that did not go well with regard to the… pic.twitter.com/kG9vIrlbGQ — BSCN (@BSCNews) August 17, 2026
Clarity Act enters decisive phase this week The White House is bringing together leaders from the SEC and @CFTC , along with industry leaders, on Wednesday to address the growing regulatory disparity. This is after a February meeting that did not go well with regard to the… pic.twitter.com/kG9vIrlbGQ
Dieser Prozess ist jedoch ins Stocken geraten. Eine erwartete SEC-Debatte über ihre Krypto-Regulierungsagenda wurde Berichten zufolge kurz vor dem geplanten Treffen der Kommissare abgesagt, wobei die Behörde Terminprobleme als Grund nannte. Die kurzfristige Absage verstärkte die Unsicherheit über Zeitpunkt und Umfang zusätzlich.
Trotzdem ist die Richtung klar: Die Regulierungsbehörden scheinen bereit zu sein, voranzugehen, unabhängig davon, ob der Kongress ein umfassendes Gesetz verabschiedet.
Behördliche Regeln könnten prägen, wie Token-Emittenten ihre Angebote an den Markt bringen, wie Plattformen arbeiten und wo die Grenzen des Anlegerschutzes gezogen werden — auch wenn damit nicht jeder Zuständigkeitsstreit zwischen den Behörden gelöst würde.
Kryptomärkte könnten auch ohne großes Gesetz Regeln bekommen
Einige Stimmen aus der Branche argumentieren, dass die Krypto-Adoption und institutionelle Aktivität weiter voranschreiten werden, selbst wenn der CLARITY Act den Senat nie passiert. Ein stufenweiser Ansatz birgt jedoch eigene Risiken: sich überschneidende Standards verschiedener Behörden oder künftige Regierungen, die Regeln, die nie volle parlamentarische Rückendeckung hatten, stillschweigend umschreiben.
JUST IN: 🇺🇸 Treasury Secretary Scott Bessent says the US is moving quickly to implement the GENIUS Act and wants to keep America the “crypto capital of the world.” CLARITY Act next. 🔥 pic.twitter.com/lVILZRnxjJ — The Moon Show (@TheMoonShow) August 17, 2026
JUST IN: 🇺🇸 Treasury Secretary Scott Bessent says the US is moving quickly to implement the GENIUS Act and wants to keep America the “crypto capital of the world.” CLARITY Act next. 🔥 pic.twitter.com/lVILZRnxjJ
Die eigentliche Frage ist nicht mehr, ob Washington Krypto regulieren wird. Es geht darum, wer das Regelwerk schreibt. Ein blockierter CLARITY Act verlagert diese Macht zunehmend in die Hände der Regulierungsbehörden und könnte schnellere Orientierung liefern, lässt aber genau jene Unsicherheit bestehen, die ein dauerhaftes Gesetz eigentlich beseitigen sollte.