SIFMA-CEO Bentsen verteidigt den CLARITY Act, während Senator Van Hollen acht Änderungsanträge einbringt
Wichtige Erkenntnisse
- •Der CLARITY Act (H.R. 3633) ist der bislang umfassendste Versuch des Kongresses, einen Regulierungsrahmen zu schaffen, der festlegt, welche digitalen Vermögenswerte unter die Wertpapierzuständigkeit der SEC und welche unter die Rohstoffzuständigkeit der CFTC fallen.
- •Das Repräsentantenhaus verabschiedete den Gesetzentwurf im Juli 2025 mit fast 300 Stimmen, während der Senatsausschuss für Banken im Mai 2026 einen aktualisierten Entwurf prüfte, der auf nahezu 600 Seiten angewachsen war.
- •SIFMA-CEO Kenneth Bentsen unterstützte die Fassung des Gesetzentwurfs des Senatsausschusses für Banken und bildete damit eine ungewöhnliche Unterstützerkoalition mit Franklin Templeton und Coinbase-CEO Brian Armstrong.
- •Senator Chris Van Hollen brachte acht Änderungsanträge ein, die sich auf Kontrollen gegen illegale Finanzierungen, Lücken beim Verbraucherschutz und Beschränkungen für die Beteiligung gewählter Amtsträger an Plattformen für digitale Vermögenswerte konzentrieren.
- •Sollte der Senatsausschuss für Banken eine geänderte Fassung voranbringen, müsste sie vor einer Vorlage an den Präsidenten mit dem vom Repräsentantenhaus verabschiedeten Gesetzentwurf abgestimmt werden.

Die Debatte darüber, wie Kryptowährungen in den Vereinigten Staaten reguliert werden sollen, hat einen entscheidenden Punkt erreicht, und die zentralen Akteure sind sich nicht einig, ob der gesetzliche Rahmen überhaupt schon fertiggestellt ist. Das Ergebnis wird bestimmen, ob digitale Vermögenswerte dem offenlegungslastigen Regime des Wertpapierrechts oder dem vergleichsweise weniger strengen Rahmen der Rohstoffregulierung unterliegen – ein Unterschied, der sich auf alles von Börsennotierungsanforderungen bis zu Kapitalreserven auswirkt.
Kenneth Bentsen, CEO der Securities Industry and Financial Markets Association (SIFMA), verteidigte am 6. August öffentlich die Fassung des CLARITY Act des Senatsausschusses für Banken und bezeichnete den Gesetzentwurf als einen, der „eine Reihe guter Dinge“ enthalte. SIFMA ist eine der einflussreichsten Branchenorganisationen der US-Wertpapierindustrie und zählt Banken, Vermögensverwalter und Broker-Dealer zu ihren Mitgliedern. Für SIFMA-Mitglieder würde eine klare Zuständigkeitsgrenze zwischen SEC und CFTC die rechtliche Unklarheit verringern, die im gesamten Sektor für viel beachtete Durchsetzungsmaßnahmen und kostspielige Rechtsstreitigkeiten gesorgt hat.
Senator Chris Van Hollen nahm eine deutlich andere Position ein und bezeichnete den Gesetzentwurf als „not ready for prime time“. Van Hollen hat acht separate Änderungsanträge eingebracht, mit denen er aus seiner Sicht erhebliche Lücken bei Transparenz und Verbraucherschutz schließen will.
Was der CLARITY Act tatsächlich bewirkt
Der Digital Asset Market Clarity Act von 2025, formal H.R. 3633, ist der bislang umfassendste Versuch des Kongresses, einen klaren Regulierungsrahmen für die digitale Vermögensbranche zu schaffen. Der Gesetzentwurf behandelt Emission, Handel, Verwahrung und Safe-Harbor-Bestimmungen für verschiedene kryptobezogene Aktivitäten. Ein zentrales Element ist sein Rahmen zur Bestimmung, welche digitalen Vermögenswerte unter die Zuständigkeit der Securities and Exchange Commission (SEC) als Wertpapiere und welche unter die Zuständigkeit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) als Rohstoffe fallen – eine Zuständigkeitsfrage, die seit Jahren ohne gesetzgeberische Lösung besteht. Beide Behörden wenden bestehende Gesetze auf digitale Vermögenswerte an, doch der Kongress hat kein speziell auf diese Technologie zugeschnittenes Gesetz verabschiedet, wodurch fortdauernde Streitigkeiten darüber entstehen, wo die Regulierungskompetenz beginnt und endet.
Das Repräsentantenhaus verabschiedete den Gesetzentwurf im Juli 2025 mit fast 300 Stimmen und leitete ihn an den Senat zur weiteren Beratung weiter.
Der Senatsausschuss für Banken begann am 14. Mai 2026 mit der Prüfung eines aktualisierten Entwurfs. Der ursprüngliche Entwurf war auf ungefähr 309 Seiten angewachsen, und spätere Fassungen näherten sich 600 Seiten, nachdem Gesetzgeber weitere Bestimmungen hinzugefügt hatten.
Unterstützung aus der Branche und skeptischer Widerstand
Bentsens Unterstützung für den Gesetzentwurf hat Gewicht, da SIFMA eine führende Stimme des traditionellen Wall-Street-Establishments ist. Auch Franklin Templeton, ein großer globaler Vermögensverwalter, sowie Coinbase-CEO Brian Armstrong haben sich für das Vorhaben ausgesprochen und damit eine ungewöhnliche Allianz zwischen etablierten Finanzinstituten und krypto-nativen Unternehmen geschaffen. Diese Annäherung spiegelt ein gemeinsames Interesse an regulatorischer Rechtssicherheit wider: Sowohl traditionelle Finanzfirmen, die in digitale Vermögensmärkte expandieren, als auch krypto-native Unternehmen, die innerhalb eines klar definierten rechtlichen Rahmens agieren wollen, profitieren von klareren Regeln.
Van Hollens acht vorgeschlagene Änderungsanträge konzentrieren sich auf die Verschärfung von Kontrollen gegen illegale Finanzierungen sowie auf Einschränkungen für die Beteiligung gewählter Amtsträger an Plattformen für digitale Vermögenswerte. Mehrere dieser Änderungsanträge lenken die Aufmerksamkeit auf Bedenken hinsichtlich Präsident Trump und angeblicher Interessenkonflikte im Zusammenhang mit seinen kryptobezogenen Aktivitäten. Sollte der Senatsausschuss den Gesetzentwurf mit Änderungen voranbringen, müsste die daraus resultierende Fassung mit dem vom Repräsentantenhaus verabschiedeten Text abgestimmt werden, bevor sie dem Präsidenten vorgelegt werden könnte.