Citi, Goldman Sachs und weitere globale Finanzinstitute gründen gemeinsames Stablecoin-Unternehmen
Wichtige Erkenntnisse
- •Große internationale Finanzinstitute, berichteten zufolge einschließlich Citi und Goldman Sachs, gründen ein Gemeinschaftsunternehmen zur Errichtung eines Stablecoin-Unternehmens.
- •Das Vorhaben wird als Erkundung einer 1:1-reservgedeckten Form von digitalem Geld beschrieben, doch weder Token-Ticker, Blockchain noch Ausgabeplattform wurden offengelegt.
- •Der US-GENIUS Act, im Juli 2025 in Kraft gesetzt, schuf ein Bundesrahmenwerk für Zahlungs-Stablecoins mit vollständiger Reserveunterlegung und gilt als Beschleuniger des institutionellen Interesses.
- •Das Konsortium könnte etablierte Emittenten wie Tether und Circle über seine Kundenbeziehungen im Vertrieb unter Druck setzen, wobei Ausführungsdetails wie Reserveverwahrung und Lizenzierung noch ungeklärt sind.

Eine Gruppe großer internationaler Finanzinstitute, berichteten zufolge einschließlich Citi und Goldman Sachs, schließt sich zusammen, um ein Stablecoin-Unternehmen zu gründen – einer der koordinierteren Vorstöße der etablierten Finanzwelt in dollargedeckte digitale Geldinfrastruktur. Der Schritt erfolgt, während der Stablecoin-Markt – dominiert von Tethers USDT und Circles USDC mit einer Gesamtumlaufmenge im Bereich mehrerer Hundert Milliarden Dollar – zu einem zentralen Kampfplatz zwischen Krypto-nativen Emittenten und regulierten Finanzinstituten geworden ist. Details zur Ausgabestruktur und zum Startzeitpunkt sind weiterhin begrenzt, und das Vorhaben wird als Gemeinschaftsunternehmen und nicht als marktreifes Produkt dargestellt.
Was das Stablecoin-Unternehmen umfasst
Die Zusammenarbeit wurde durch eine gemeinsame Erklärung bekannt gegeben, die einen Plan einer Gruppe führender internationaler Finanzinstitute zur Gründung eines Stablecoin-Unternehmens beschreibt. Es handelt sich um die Gründung eines Unternehmens, nicht um ein Produkt, das bereits Transaktionen abwickelt.
Eine parallele Mitteilung bezeichnete das Vorhaben als Erkundung einer 1:1-reservgedeckten Form von digitalem Geld. Dieses Reservemodell ist bislang das wichtigste bestätigte technische Detail; die beteiligten Institute haben weder einen Token-Ticker, eine Blockchain noch eine Ausgabeplattform veröffentlicht.
Der Bericht, dass Citi, Goldman und weitere globale Banken und Vermögensverwalter beteiligt sind, stammt aus der Berichterstattung über das Unternehmen. Über die genannten Firmen und die Absicht der Reserveunterlegung hinaus ist der operative Aufbau – ob die Gruppe eine eigene Abwicklungsschicht aufbaut oder auf bestehenden Blockchains emittiert – in den vorliegenden Informationen nicht spezifiziert.
Warum große Finanzinstitute tiefer in Stablecoins einsteigen
Eine Konsortialstruktur impliziert ausreichend strategischen Wert, sodass mehrere etablierte Akteure koordinieren, statt jeweils einen konkurrierenden Token zu starten. Eine gemeinsame Ausgabe verteilt die Kosten für Reservemanagement, Compliance und Vertrieb auf Bilanzen, die die Fiat-Unterlegung bereits halten.
Auch der regulatorische Kontext spielt eine Rolle. In den Vereinigten Staaten schuf der GENIUS Act – im Juli 2025 in Kraft gesetzt – ein Bundesrahmenwerk für Zahlungs-Stablecoins, das eine vollständige Reserveunterlegung verlangt und Lizenzierungswege für Emittenten festlegt; diese Entwicklung wird weithin als Beschleuniger des Interesses von Banken und Fintechs an der Branche gewertet. Vergleichbare Regime schreiten in anderen Rechtsräumen voran und geben global tätigen Instituten klarere Vorgaben dafür, was ein konformer, reservgedeckter Token erfüllen muss.
Einsatzfälle in Zahlungen und Abwicklung
Ein 1:1-reservgedecktes Instrument, wie in der Mitteilung von BNP Paribas beschrieben, wird als Abwicklungsasset positioniert – schnellere grenzüberschreitende Transfers und Onchain-Geldäquivalente, die außerhalb der Öffnungszeiten des klassischen Korrespondenzbankwesens abgewickelt werden. Für DeFi-Nutzer bietet ein voll reservgedeckter, von Banken emittierter Token ein anderes Besicherungsprofil als Krypto-native Alternativen, da Reservebestätigung und Einlösepfad bei regulierten Einheiten liegen.
Das Design unterscheidet sich von Regimen, die eine Zinsweitergabe an Inhaber untersagen, wie etwa der Vorschlag Singapurs mit 100 % Reserven und ohne Erträge. Ob der Token dieses Bankenkonsortiums irgendwelche Ertragsmechanismen enthält, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Was das Unternehmen für den Stablecoin-Wettbewerb bedeuten könnte
Ein koordinierter Schritt namentlich genannter globaler Banken und Vermögensverwalter bringt ein Profil als vertrauenswürdiger Emittent mit sich, das etablierte Dollar-Token-Emittenten auf der Vertriebsseite unter Druck setzen könnte, wo die Kundenbeziehungen des Konsortiums dessen struktureller Vorteil sind. Er wirft zudem die Frage auf, ob die traditionelle Finanzwelt Krypto-native Stablecoins ergänzen oder direkt um dieselben Abwicklungsströme konkurrieren will, auf die Produkte wie Ethena Pay auf Avalanche abzielen.
Das Ausführungsrisiko ist ungeklärt. Jeder bankgebundene Stablecoin sieht sich Prüfungen bezüglich Ausgabestruktur, Reserveverwahrung und jurisdictionsabhängiger Lizenzierung gegenüber, und keiner dieser Parameter ist in den Mitteilungen festgelegt. Indikatoren, die das Unternehmen von der Gründung zu einem überprüfbaren Produkt bewegen würden, umfassen eine benannte Emittentin, ein veröffentlichtes Rahmenwerk zur Reservebestätigung sowie eine Ziel-Blockchain oder Abwicklungsplattform.