Chinas Halbleiterindustrie erzielt 2025 einen Umsatzsprung um 22 % auf 245 Milliarden US-Dollar
Wichtige Erkenntnisse
- •Chinas Halbleiterindustrie wird 2025 voraussichtlich rund 245 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielen, ein Anstieg von 22 % im Jahresvergleich – gleichauf mit dem Wachstum von rund 22 %, das die weltweiten Halbleiterumsätze auf etwa 772 Milliarden US-Dollar hob.
- •SMIC meldete einen Rekordumsatz von 9,3 Milliarden US-Dollar für das Gesamtjahr, ein Plus von 16 %, und soll 2026 die Marke von 11 Milliarden US-Dollar überschreiten.
- •Der Umsatz des Speicherchipherstellers CXMT hat sich mehr als verdoppelt und stieg um 130 % auf über 8 Milliarden US-Dollar – ein Zuwachs, begünstigt durch weltweite Speicherknappheit, die teilweise auf den Ausbau von KI-Rechenzentren zurückgeht.
- •Chinas staatlich gestützter „Big Fund“ hob 2024 in seiner dritten Phase 47,5 Milliarden US-Dollar ein; die kumulierten Investitionen seit 2014 belaufen sich auf knapp 200 Milliarden US-Dollar zugunsten der Halbleiter-Unabhängigkeit.
- •Peking strebt bis 2030 rund 10 % des weltweiten Halbleitermarkts an; die chinesischen Kapazitäten wachsen am schnellsten bei ausgereiften Knoten ab 28 Nanometern und älter, während US-Exportkontrollen den Zugang zu modernen Fertigungswerkzeugen einschränken.

Chinas Halbleiterindustrie wird 2025 voraussichtlich einen Umsatz von rund 245 Milliarden US-Dollar erzielen, ein Anstieg um 22 % gegenüber dem Vorjahr, wie aus Branchendumsatzdaten hervorgeht. Diese Zahl – sie umfasst heimisches Chipdesign, Fertigung und Montage – festigt die Stellung des Landes als größter einzelner nationaler Absatzmarkt für Chips.
Zur Einordnung: Die weltweiten Halbleiterumsätze legten im selben Zeitraum in ähnlichem Tempo zu, nämlich um rund 22 %, und erreichten etwa 772 Milliarden US-Dollar.
Die Unternehmen hinter dem Aufschwung
In den Umsatzdaten stechen zwei Namen hervor. SMIC (Semiconductor Manufacturing International Corporation), Chinas größter Chip-Auftragsfertiger und laut Branchendiensten der drittgrößte Auftragschiphersteller der Welt hinter TSMC und Samsung, meldete einen Rekordumsatz von 9,3 Milliarden US-Dollar für das Gesamtjahr – ein Anstieg von 16 % im Jahresvergleich. Dem in Shanghai ansässigen Auftragsfertiger wird für 2026 bereits ein Umsatz von mehr als 11 Milliarden US-Dollar prognostiziert.
Hinzu kommt CXMT (ChangXin Memory Technologies), Chinas führender Speicherchiphersteller und ein wichtiger heimischer DRAM-Produzent. Sein Umsatz hat sich mehr als verdoppelt und stieg um 130 % auf über 8 Milliarden US-Dollar. Diese Größe macht CXMT zum bedeutendsten chinesischen Herausforderer im DRAM-Geschäft – einem Markt, der lange von Samsung, SK Hynix und Micron dominiert wurde.
Dem Geld folgen: 200 Milliarden US-Dollar und mehr
Chinas staatlich gestützter Nationaler Investmentfonds für die Integrierte-Schaltkreis-Industrie, allgemein als „Big Fund“ bekannt, hat allein im Jahr 2024 in seiner dritten Phase 47,5 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Seit der Gründung des Fonds im Jahr 2014 beläuft sich die kumulierte Investitionssumme auf knapp 200 Milliarden US-Dollar – das finanzielle Rückgrat von Pekings Streben nach Unabhängigkeit in der Halbleiterversorgung.
Die Strategie verfolgt ein konkretes Ziel: bis 2030 rund 10 % des weltweiten Halbleitermarktanteils zu gewinnen. Chinesische Auftragsfertiger und Anbieter von Auftragsmontage und -prüfung für Halbleiter (OSAT) verzeichnen bereits ein bemerkenswertes Umsatzwachstum und bauen Produktionskapazitäten auf, die am schnellsten bei ausgereiften Halbleiterknoten wachsen – in der Regel Prozesse ab 28 Nanometern und älter, wie sie in Autos, Industrieausrüstung und Alltagselektronik zum Einsatz kommen.
Der Faktor USA
Washingtons Exportkontrollen für Chips, die erstmals im Oktober 2022 verhängt und seitdem wiederholt verschärft wurden, beschränken Chinas Zugang zu modernster Chipfertigungsausrüstung und den fortschrittlichsten Chipdesigns. Die Einwerbung von 47,5 Milliarden US-Dollar durch den Big Fund im Jahr 2024 war die bislang größte Phase – eine direkte Antwort auf die sich verknappende externe Versorgung.
KI als Beschleuniger
Der weltweite Mangel an Speicherchips, teilweise verursacht durch den Ausbau von KI-Rechenzentren, hat sich für Unternehmen wie CXMT als besonders profitabel erwiesen. Das Umsatzwachstum von 130 % des Speicherchipherstellers spiegelt genau diese Dynamik wider, da die Nachfrage nach Speicherprodukten in der gesamten Branche das Angebot überstiegen hat.