Unitree präsentiert „Superman“-Humanoiden vor Shanghai-Börsendebüt
Wichtige Erkenntnisse
- •Unitree gab an, dass Superman in einem Firmenvideo 12,66 Meter pro Sekunde und einen stehenden Hochsprung von zwei Metern erreicht habe.
- •Für die Leistungsangaben legte das Unternehmen keine unabhängige Verifizierung vor.
- •Unitree sagte, der humanoide Roboter sei in etwas mehr als drei Monaten entwickelt worden und die Hardware biete noch Verbesserungspotenzial.
- •Der Börsengang des Unternehmens brachte rund 6,1 Milliarden Yuan bei einer Bewertung von etwa 9 Milliarden Dollar ein und war mehr als 5000-fach überzeichnet.
- •Unitree verkaufte 2025 mehr als 5.500 humanoide Einheiten, vor allem an Forschungslabore und Unterhaltungsabnehmer.

Unitree Robotics stellte am Montag seinen humanoiden Roboter „Superman“ vor und gab eine angebliche Höchstgeschwindigkeit von 12,66 Metern pro Sekunde sowie einen stehenden Hochsprung von zwei Metern an — Werte, die alle bekannten menschlichen Rekorde übertreffen würden. Die Präsentation erfolgt nur zwei Tage bevor das Unternehmen in Shanghai mit dem öffentlichen Handel beginnt, nach einem der am stärksten überzeichneten Technologiebörsengänge des Marktes. Zudem rückt damit ein hochkarätiger Produktauftritt in den Fokus, während Anleger ohnehin darauf achten, wie chinesische Robotikunternehmen technischen Fortschritt in Umsatz, Skalierung und reproduzierbare Hardware umsetzen.
„Superman“ erzielt rekordverdächtige Werte
Nach Angaben von Unitree schaffte Superman einen stehenden Hochsprung von zwei Metern auf Beinen mit einer Länge von 0,85 Metern und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 12,66 m/s, entsprechend 45,6 km/h. Die menschlichen Vergleichswerte, die er demnach übertrifft, sind ein stehender Sprung von 1,8 Metern und ein Sprint von 12,4 m/s.
Usain Bolt erreichte bei seinem Weltrekordlauf 2009 eine Höchstgeschwindigkeit von 12,42 m/s, was bedeutet, dass der Roboter „Superman“ schneller ist als der schnellste Mensch aller Zeiten — sofern die Angaben von Unitree zutreffen. Das Unternehmen hat jedoch keine unabhängige Verifizierung dieser Zahlen veröffentlicht; sie stammen aus einem Firmenvideo und nicht aus einer unabhängig gemessenen Veranstaltung.
Unitree New Robot Preview: “Superman” Breaking the Limits of Humanity🥳 Standing high jump 2 m, top speed 12.66 m/s (0.85 m leg length) Surpassing the standing high jump and running speed records of all humans around the world This new machine has only been in development for a… pic.twitter.com/12i80ITU6p
— Unitree (@UnitreeRobotics) August 17, 2026
Drei Monate Entwicklung
Unitree erklärte außerdem, dass seine Ingenieure den Roboter in etwas mehr als drei Monaten gebaut hätten und dass die aktuelle Hardware des humanoiden Roboters noch reichlich Verbesserungsspielraum lasse. Firmengründer Wang Xingxing deutete diese Möglichkeit bereits im März auf dem Yabuli China Entrepreneurs Forum an.
Er sagte voraus, dass humanoide Maschinen bis Mitte 2026 die Sprintgrenzen des Menschen brechen würden, und nannte günstigere Bauteile sowie bessere Algorithmen als Grund für eine solche Entwicklung.
Das Robotikunternehmen hatte einige Wochen zuvor den As2W vorgestellt, einen vierrädrigen Laufroboter für den Warentransport. Der As2W wiegt 25 Kilogramm, kann eine dokumentierte maximale Last von 180 Kilogramm tragen und Lasten von bis zu 16 Kilogramm kontinuierlich bewegen.
Unitree-IPO steht kurz bevor
Unitree setzte den Preis für seinen bevorstehenden Börsengang auf 150,8 Yuan fest und nahm rund 6,1 Milliarden Yuan ein, fast 905 Millionen Dollar, in einem Deal, der das Unternehmen mit etwa 9 Milliarden Dollar bewertet. Das IPO war mehr als 5000-fach überzeichnet, und das Unternehmen nahm 45 % mehr ein als die ursprünglich angestrebten 4,2 Milliarden Yuan.
Auch die tatsächlichen Umsätze stützen die Bewertung: Der Umsatz erreichte im vergangenen Jahr 1,7 Milliarden Yuan, mehr als das Vierfache des Werts von 2024, bei einem Nettogewinn von 591 Millionen Yuan. Unitree verkaufte 2025 über 5.500 humanoide Einheiten über die Modelle G1, H1 und R1 hinweg, wobei die meisten davon an Forschungslabore und Unterhaltungsabnehmer und nicht an Fabriken und Hersteller gingen.
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