NachrichtenMakroChinas Immobilienkrise verschärft sich, nachdem Evergrande-Gründer Hui Ka Yan zu lebenslanger Haft verurteilt wurde

Chinas Immobilienkrise verschärft sich, nachdem Evergrande-Gründer Hui Ka Yan zu lebenslanger Haft verurteilt wurde

Autor: Economic Times Markets·

Wichtige Erkenntnisse

  • Sinkende Hauspreise, unvollendete Projekte und Schulden der Entwickler schwächen das Vermögen der Haushalte und bremsen den Konsum in China.
  • Ökonomen schätzen, dass Immobilien und verwandte Branchen etwa ein Viertel der Wirtschaftsleistung Chinas ausmachen.
  • Peking hat Maßnahmen wie Hypothekenzinssenkungen, lockerere Kaufregeln und eine Kredit-"white list" eingesetzt und zugleich mehr Unterstützung in Richtung Technologiesektoren verlagert.
  • Hui Ka Yan wurde im März 2025 zu lebenslanger Haft verurteilt, nachdem ein Gericht in Shenzhen ihn wegen Betrugs und Veruntreuung im Zusammenhang mit Evergrande schuldig gesprochen hatte.
  • Analysten erwarten, dass die Korrektur am Wohnungsmarkt das Wachstum noch Jahre belasten wird; eine Erholung hängt von Hauspreisen, Projektfertigstellungen und Schuldenumstrukturierungen ab.
Chinas Immobilienkrise verschärft sich, nachdem Evergrande-Gründer Hui Ka Yan zu lebenslanger Haft verurteilt wurde

Chinas Immobilienkrise hat sich weiter verschärft, obwohl Evergrande-Gründer Hui Ka Yan zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Das unterstreicht, dass sich die Probleme der Branche inzwischen weit über das Schicksal eines einzelnen Entwicklers und seines Gründers hinaus erstrecken.

Immobilienabschwung belastet das Vermögen der Haushalte

Sinkende Hauspreise, unvollendete Projekte, schwache Verkäufe und hohe Schulden der Entwickler zehren weiter am Vermögen der Haushalte und dämpfen den Konsum. Da Immobilien für chinesische Haushalte lange der wichtigste Ort zum Sparen waren, schlägt der Abschwung des Sektors direkt auf die Finanzlage und die Ausgaben der Haushalte durch. Die Belastung trifft auch Käufer von vorab verkauften Wohnungen, die noch immer auf ihre bereits bezahlten Wohnungen warten — im Jahr 2022 kam es bei unvollendeten Einheiten vereinzelt zu Hypothekenzahlungs-Boykotten. Ökonomen schätzen häufig, dass Immobilien und verwandte Branchen rund ein Viertel der Wirtschaftsleistung Chinas ausmachen, womit der Abschwung weit über den Wohnungsmarkt hinaus Gewicht erhält. Die Krise ist zu einer immer wichtigeren Herausforderung für Chinas Wirtschaft geworden.

Keine einfache Lösung für die Wohnungsbaukrise

Für den Abschwung am Wohnungsmarkt gibt es keine einfache Lösung. Die Kombination aus unvollendeten Wohnungen, schwacher Nachfrage und verschuldeten Entwicklern bedeutet, dass die Anpassung wahrscheinlich langwierig sein wird und die Belastung bei Haushalten, Wohnungskäufern und Gläubigern spürbar bleibt. Eine zentrale politische Antwort, ein Anfang 2024 eingeführter "white list"-Mechanismus, der die Kreditvergabe der Banken auf tragfähige Projekte lenken soll, damit vorverkaufte Wohnungen fertiggestellt werden können, behebt Rückstände bei der Auslieferung, nicht aber das zugrunde liegende Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage am Wohnungsmarkt.

Regierung verlagert den Fokus auf Technologie

Peking verlagert seinerseits die Unterstützung auf Technologiesektoren und lenkt die Aufmerksamkeit der Politik weg von einem Immobilienmarkt, den frühere Maßnahmen zu stabilisieren suchten. Zu diesen Maßnahmen zählten Zinssenkungen bei Hypotheken, die Lockerung von Kaufbeschränkungen in vielen Städten und eine Initiative aus dem Jahr 2024, die lokale Regierungen dazu ermutigte, unverkaufte Wohnungsbestände für bezahlbaren Wohnraum zu erwerben, während staatliche Unterstützung und Kreditvergabe zunehmend in fortgeschrittene Fertigung, Halbleiter und Elektrofahrzeuge flossen.

Erholung könnte Jahre dauern

Analysten erwarten, dass die anhaltende Korrektur am Wohnungsmarkt das Wirtschaftswachstum über Jahre belasten wird; jede Erholung dürfte nur schrittweise verlaufen. Zu den Kriterien, die sie nennen, gehören: ob sich die Hauspreise in den größten Städten stabilisieren, wie schnell vorverkaufte Wohnungen übergeben werden, wie andere angeschlagene Entwickler bei der Umstrukturierung ihrer Schulden vorankommen und wie die Liquidation von Evergrande in Hongkong zugunsten der Gläubiger verläuft.

Hui-Urteil spiegelt breitere öffentliche Frustration wider

Die gegen Hui verhängte lebenslange Haftstrafe spiegelt die breitere öffentliche Frustration über die Immobilienkrise und ihre Folgen für das Vermögen der Haushalte wider. Das Urteil wurde im März 2025 bekanntgegeben, nachdem ein Gericht in der südlichen Stadt Shenzhen ihn wegen Betrugs und Veruntreuung von Geldern verurteilt hatte; das Gericht erklärte, von einer Evergrande-Tochter ausgegebene Anleihen seien auf Grundlage gefälschter Finanzberichte verkauft worden. Evergrande, 1996 von Hui gegründet, war gemessen am Umsatz zum größten Immobilienentwickler Chinas aufgestiegen, bevor das Unternehmen 2021 mit Verbindlichkeiten von mehr als $300 billion seine Schulden nicht mehr bedienen konnte. Im Januar 2024 ordnete ein Gericht in Hongkong die Liquidation des Unternehmens an. Hui, auch bekannt als Xu Jiayin, war 2023 von den Behörden auf dem Festland wegen des Verdachts auf Straftaten unter "mandatory measures" gestellt worden. Die Krise hat sich inzwischen über den gesamten Sektor ausgebreitet: Country Garden, das selbst in den vergangenen Jahren Chinas größter Entwickler nach Umsatz gewesen war, fiel Ende 2023 mit seinen Dollar-Anleihen aus und arbeitet seine eigene Schuldenrestrukturierung ab.

Quelle: Economic Times Markets