NachrichtenRohstoffe & ForexGoldman-Sachs-Daten deuten darauf hin, dass China deutlich mehr Gold kaufte als offizielle PBOC-Zahlen zeigen

Goldman-Sachs-Daten deuten darauf hin, dass China deutlich mehr Gold kaufte als offizielle PBOC-Zahlen zeigen

Autor: Blockonomi·

Wichtige Erkenntnisse

  • Goldman-Sachs-Schätzungen zufolge kaufte China im Juni 40 Tonnen Gold über den Londoner OTC-Markt, deutlich mehr als die von der PBOC gemeldeten 15 Tonnen.
  • Die kombinierten London-OTC-Käufe im Mai und Juni beliefen sich auf rund 88 Tonnen und übertrafen damit Chinas gesamten offiziell gemeldeten Goldkauf seit Jahresbeginn.
  • Die PBOC fügte im Juli 20 Tonnen Gold hinzu, den größten monatlichen Anstieg seit Oktober 2023, und erhöhte die Reserven auf ein Rekordhoch von 2.366 Tonnen nach 21 Monaten in Folge mit Zuwächsen.
  • Chinas Bestände an US-Staatsanleihen fielen im Juni auf 633,4 Milliarden US-Dollar, den niedrigsten Stand seit 2008, was auf eine fortgesetzte Diversifizierung der Reserven hindeutet.
  • Das Open Interest an der Shanghai Futures Exchange stieg auf nahezu 400.000 Kontrakte, den höchsten Stand seit September 2025, während Gold bei 4.614 US-Dollar je Unze gehandelt wird.
Goldman-Sachs-Daten deuten darauf hin, dass China deutlich mehr Gold kaufte als offizielle PBOC-Zahlen zeigen

Chinas Goldkäufe im Juni waren nach neuen Schätzungen von Goldman Sachs deutlich höher als offizielle Zahlen nahelegten.

Die People’s Bank of China meldete für Juni Käufe von 15 Tonnen, doch Daten aus dem Londoner OTC-Markt deuten auf tatsächliche Käufe von 40 Tonnen hin. Auch im Mai zeigte sich eine ähnliche Differenz: Offiziell wurden 10 Tonnen ausgewiesen, während OTC-Daten auf 48 Tonnen schließen lassen.

Zusammengenommen beliefen sich die Käufe im Mai und Juni allein über OTC-Kanäle auf rund 88 Tonnen und übertrafen damit Chinas gesamten bislang offiziell gemeldeten Jahreswert. Über den Londoner Over-the-Counter-Markt abgewickelte Käufe, die häufig von Geschäftsbanken ausgeführt werden, erscheinen nicht in den monatlichen Reservemeldungen der PBOC — ein Muster, auf das Analysten, darunter der World Gold Council, bei Schätzungen hingewiesen haben, dass die tatsächliche Nachfrage des offiziellen Sektors höher ist als die gemeldeten Zahlen.

The Kobeissi Letter hob die Abweichung auf X hervor und erklärte, der Juni sei Chinas zweitgrößter Monatskauf seit Anfang 2025 gewesen. Der Account schrieb, die Differenz zeige, dass China mehr Gold kaufe, als die offiziellen Daten erkennen lassen.

BREAKING: China acquired +40 tonnes of gold in June via the London OTC market, marking their 2nd-largest monthly purchase since early 2025. This is 167% more than the official +15 tonnes reported by China's central bank for June. This also follows an estimated +48 tonnes… pic.twitter.com/aSPZysWtWS

— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) August 23, 2026

Trotz der Diskrepanz deuten die offiziellen Daten weiterhin auf eine fortgesetzte Aufstockung hin. Die People’s Bank of China fügte im Juli 20 Tonnen hinzu, den größten monatlichen Zukauf seit Oktober 2023. Damit stiegen die gesamten Reserven auf ein Rekordhoch von 2.366 Tonnen und verzeichneten 21 Monate in Folge Zuwächse — ein Bestand, der weiterhin deutlich unter den mehr als 8.000 Tonnen liegt, die die Vereinigten Staaten als weltweit größter offizieller Goldhalter halten.

Chinas Abkehr von US-Staatsanleihen setzte sich parallel zu den Goldkäufen fort. Die Treasury-Bestände sanken im Juni auf 633,4 Milliarden US-Dollar, den niedrigsten Stand seit 2008, was auf eine breitere Bewegung hin zu einer Diversifizierung der Reserven hindeutet. Diese Diversifizierung ist Teil eines globalen Trends: Zentralbanken kauften seit 2022 laut World Gold Council jährlich rund 1.000 Tonnen Gold, etwa doppelt so viel wie im vorangegangenen Jahrzehnt, eine Entwicklung, die auf die Einfrierung der russischen Reserven nach dem Einmarsch in die Ukraine folgte.

Auch die inländische Nachfrage nach Gold hat sich in den vergangenen Wochen verstärkt. Das Open Interest an der Shanghai Futures Exchange stieg in dieser Woche auf nahezu 400.000 Kontrakte und erreichte damit den höchsten Stand seit September 2025. Global Markets Investor erklärte auf X, der Anstieg gehöre zu den fünf größten Zwei-Tages-Zuwächsen beim Open Interest in den vergangenen fünf Jahren.

Chinese investors are aggressively returning to gold: Gold open interest on the Shanghai Futures Exchange (SHFE) spiked to nearly 400,000 lots this week, the highest since September 2025. Open interest is the total number of gold futures contracts currently held by traders,… pic.twitter.com/eCs4oqjAfu

— Global Markets Investor (@GlobalMktObserv) August 23, 2026

Gold wird derzeit bei 4.614 US-Dollar je Unze gehandelt.

Die Kombination aus Käufen der Zentralbank, OTC-Käufen und steigender Futures-Aktivität deutet auf anhaltendes Interesse an Gold bei chinesischen Anlegern und Institutionen hin. Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Lücke bestehen bleibt, wobei die monatlichen Reservemeldungen der PBOC, die internationalen Kapitaldaten zu US-Staatsanleihen und die Positionierung an der SHFE die nächsten Anhaltspunkte liefern.