Neun Schweizer Institutionen testen den an den Franken gekoppelten CHFD-Stablecoin
Wichtige Erkenntnisse
- •SIX und TWINT schlossen sich der im April 2026 gestarteten Initiative an; CHFD ist seit Ende Juni technisch innerhalb der Sandbox aktiv.
- •Die angegebene Frankenbindung im Verhältnis eins zu eins ist ein Entwicklungsziel und belegt weder einen aktuellen Marktpreis noch eine vollständige Reserveunterlegung oder garantierte Rücknahme.
- •Der Test umfasst automatisierte institutionelle Transaktionen, die Abwicklung tokenisierter digitaler Vermögenswerte und programmierbare Zahlungen; Teilnahme und Transaktionsbeträge sind begrenzt.
- •CHFD ist keine digitale Währung der Schweizerischen Nationalbank, wurde nicht regulatorisch genehmigt und kann derzeit nicht von der Öffentlichkeit gekauft oder gehalten werden.

Neun Schweizer Institutionen testen CHFD, einen Stablecoin, der seinen Wert im Verhältnis eins zu eins zum Schweizer Franken halten soll. Der kontrollierte Test findet in einer Live-Sandbox statt und ermöglicht es den Teilnehmern zu prüfen, wie digitales Geld zwischen Finanzinstituten bewegt werden könnte. Die Organisatoren betonen, dass das Projekt ein Experiment bleibt und kein öffentlicher Start ist.
Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung, die ihren Wert relativ stabil halten soll, typischerweise durch die Abbildung einer nationalen Währung. CHFD soll den Schweizer Franken abbilden, sodass ein Token einem Franken entsprechen soll.
Am 8. September 2026 gab Swiss Stablecoin AG bekannt, dass neun Schweizer Unternehmen CHFD in einer kontrollierten Live-Sandbox testen. Die offizielle Mitteilung des Projekts beschreibt die Sandbox als eine begrenzte Umgebung, in der die Technologie unter kontrollierten Bedingungen vor einer möglichen öffentlichen Einführung getestet werden kann.
Neun Institutionen nehmen am CHFD-Test teil
Zu den Teilnehmern gehören UBS, PostFinance, Sygnum, Raiffeisen, Zürcher Kantonalbank, BCV, SIX, TWINT und Swiss Stablecoin AG. Die Gruppe umfasst mehr als traditionelle Banken: SIX betreibt die Schweizer Börse, während TWINT eine weit verbreitete mobile Zahlungsanwendung betreibt.
SIX und TWINT sind die beiden neuesten Partner. Sie schlossen sich einer im April 2026 gestarteten Initiative mit sechs Banken und Swiss Stablecoin AG an. Der Token ist seit Ende Juni 2026 technisch innerhalb der Sandbox aktiv.
Die Plattform wird von CHFD Infrastruktur AG betrieben, einer Tochtergesellschaft von Swiss Stablecoin AG. Die Vereinbarung ist auf Tests begrenzt. Es gibt keinen kommerziellen Start, keine Verbraucher-App zum Herunterladen und derzeit keine Möglichkeit für die Öffentlichkeit, CHFD zu kaufen.
Was über die Frankenbindung von CHFD bekannt ist
Die Mitteilung definiert die geplante Bindung als ein CHFD für einen Schweizer Franken. Eine Bindung ist ein Zielwert, den ein Token im Verhältnis zu einer Referenzwährung halten soll.
Dieses Verhältnis eins zu eins ist ein Entwicklungsziel und kein Beleg für einen aktuellen Marktpreis. Es zeigt nicht, dass CHFD derzeit zu einem Franken gehandelt wird, und garantiert nicht, dass der Token seinen Wert auf diesem Niveau stabil halten wird.
Die Mitteilung macht keine Angaben zur Reserveunterlegung des Tokens, zu Rücknahmebedingungen oder zu einer Prüfung der hinterlegten Vermögenswerte. Die angegebene Bindung allein belegt daher weder eine vollständige Reserveunterlegung noch eine garantierte Rücknahme.
Der Sandbox-Test stellt außerdem keine regulatorische Genehmigung dar. Er ist keine Zulassung durch die Schweizer Finanzaufsicht, und CHFD ist keine von der Schweizerischen Nationalbank ausgegebene digitale Zentralbankwährung. Einen breiteren Marktkontext bieten diese Stablecoin-Ranglisten nach Marktkapitalisierung.
Was der Test untersuchen soll
Der Test umfasst automatisierte Transaktionen zwischen Finanzinstituten, die Abwicklung tokenisierter digitaler Vermögenswerte und programmierbare Zahlungen. Programmierbare Zahlungen sind Überweisungen, die durch vordefinierte Regeln gesteuert werden, etwa indem Gelder erst freigegeben werden, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
Zu den diskutierten möglichen Anwendungen gehören die Verringerung von Betrug auf Online-Marktplätzen, ein fairerer Zugang zu Veranstaltungstickets und eine Verbesserung der Auszahlung öffentlicher Gelder. Dabei handelt es sich um mögliche Einsatzbereiche, die im Rahmen des Tests untersucht werden, nicht um bereits belegte Ergebnisse.
Der Test ist explorativ und soll bis Ende 2026 fortgesetzt werden. Anschließend soll eine Übersicht der Ergebnisse veröffentlicht werden. Die Teilnahme ist eingeschränkt, und die Sandbox legt Limits für Transaktionsbeträge fest.
Swiss Stablecoin AG hat ausdrücklich erklärt, dass das Projekt keine Entscheidung darstellt, zu einem späteren Zeitpunkt einen Franken-Stablecoin einzuführen. In ihrer Mitteilung vom April 2026 erklärte die Gruppe, dass es der Schweiz damals an einem regulierten Franken-Stablecoin mit breiter Akzeptanz gefehlt habe. Diese Aussage stellte die damalige Einschätzung der Gruppe und keine unabhängige Feststellung dar.
Unabhängige Berichte von crypto.news bestätigten die Erweiterung der Teilnehmergruppe und erklärten, dass CHFD experimentell bleibt. Der Test steht im Einklang mit anderen vorsichtigen Pilotprojekten von Banken, darunter Tests tokenisierter Dollarzahlungen durch Citi und DBS, über die CoinLineup zuvor berichtet hatte.
Für Krypto-Nutzer ist CHFD derzeit nicht zum Kauf oder Halten verfügbar. Die nach Ende 2026 erwarteten Testergebnisse sollen zeigen, wie das System in der kontrollierten Umgebung funktioniert. Unabhängig davon passen Regulierungsbehörden in anderen Ländern ihre Vorschriften weiter an, darunter Australiens Löschung von 45 Krypto- und Geldtransferregistrierungen, über die CoinLineup berichtet hat.
Quelle: CoinLineup
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen und digitale Vermögenswerte sind mit erheblichen Risiken verbunden. Informieren Sie sich stets selbst, bevor Sie Entscheidungen treffen.