NachrichtenMakroOpenAI startet ChatGPT Health für alle Erwachsenen in den USA trotz Klage

OpenAI startet ChatGPT Health für alle Erwachsenen in den USA trotz Klage

Autor: Cryptopolitan·

Wichtige Erkenntnisse

  • ChatGPT Health wird in dieser Woche für angemeldete US-Nutzer im Web und auf iOS eingeführt, ist jedoch nicht in Codex verfügbar.
  • Nutzer können Apple Health, medizinische Unterlagen aus Systemen wie Epic und Oracle Health sowie Dienste wie MyFitnessPal, One Medical und Function Health verbinden.
  • OpenAI zufolge fanden bereits rund 70% der gesundheitsbezogenen Aktivität außerhalb des bisherigen Hubs statt, während die wöchentlichen Gesundheitsanfragen von 230 Millionen im Januar auf 300 Millionen gestiegen sind.
  • OpenAI teilte mit, dass GPT 5.6-Luna GPT 5.5 im eigenen HealthBench-Benchmark übertrifft und Kundendaten nicht zum Trainieren seiner Modelle verwendet werden.
  • Ein Pastor aus Florida verklagte OpenAI einen Tag vor der Ankündigung und behauptete, der Chatbot habe einen Rat gegeben, der ihn beinahe das Leben gekostet hätte.
OpenAI startet ChatGPT Health für alle Erwachsenen in den USA trotz Klage

OpenAIs Funktion ChatGPT Health ist nun für alle Nutzer ab 18 Jahren in den Vereinigten Staaten verfügbar, und zwar in den Abonnements Free, Go, Plus und Pro. Die Einführung erfolgt nur einen Tag, nachdem ein Pastor aus Florida Klage gegen das Unternehmen eingereicht hatte, weil der Rat des Chatbots ihn nach eigenen Angaben beinahe das Leben gekostet hätte.

Vom eigenen Hub zu jedem Gespräch

Zuvor mussten Nutzer, die gesundheitsbezogene Antworten suchten, einen eigenen Hub aufrufen — ein Pilotprogramm, das OpenAI im Januar 2026 gestartet hatte. Diese Beschränkung wurde nun aufgehoben, sodass ChatGPT während jedes Gesprächs auf die verbundenen Gesundheitsdaten eines Nutzers zurückgreifen kann. Fragt ein Nutzer beispielsweise in einem normalen Chat nach Lebensmitteln oder Allergien, kann der Assistent relevante Informationen berücksichtigen, die der Nutzer mit diesen Themen verknüpft hat.

OpenAI teilte mit, interne Tests hätten ergeben, dass bereits rund 70% der gesundheitsbezogenen Aktivität außerhalb des Hubs stattfanden. Das Unternehmen erklärte außerdem, dass die wöchentlichen gesundheitsbezogenen Anfragen von 230 Millionen im Januar auf derzeit 300 Millionen gestiegen seien. Angemeldete Nutzer in den USA erhalten im Web und auf iOS im Zuge der Einführung in dieser Woche Zugang. In OpenAIs Coding-Tool Codex ist die Funktion noch nicht verfügbar.

Health in ChatGPT is starting to roll out to U.S. users. You can securely connect Apple Health and supported medical records to understand your information in context, track what has changed, and have more informed conversations. — OpenAI (@OpenAI) July 23, 2026

Verbundene Daten und Modellverbesserungen

Die Funktionalität hängt davon ab, welche Datenquellen Nutzer verknüpfen. Auf dem iPhone können Nutzer Apple Health sowie Dienste wie Function und MyFitnessPal verbinden. Auch medizinische Unterlagen aus Krankenhaussystemen wie Epic und Oracle Health lassen sich integrieren; Plattformen wie One Medical und Function Health werden ebenfalls unterstützt. Nach der Verbindung kann ChatGPT ein neues Laborergebnis neben früheren Tests anzeigen und hervorheben, was sich seit der letzten Interaktion des Nutzers verändert hat.

Diese Entwicklung rückt ChatGPT näher an einen persönlichen Organisator für Gesundheitsinformationen als an einen allgemeinen Chatbot, da seine Antworten durch Unterlagen, Wearable-Daten, Ernährungsprotokolle und frühere Ergebnisse geprägt werden können, die der Nutzer bereitstellt. Zugleich werden die Grenzen des Produkts wichtiger: Verbundene Daten können Nutzern helfen, fundiertere Fragen zu stellen, ersetzen jedoch nicht die Interpretation von Symptomen, Testergebnissen oder Behandlungsentscheidungen durch medizinisches Fachpersonal.

OpenAI erklärte, dass die zugrunde liegenden Modelle verbessert worden seien. GPT 5.6-Luna, das kleinste Modell der jüngsten Veröffentlichung, übertrifft das vorherige GPT 5.5 bei HealthBench — einem Open-Source-Benchmark, den das Unternehmen entwickelt hat, um zu bewerten, wie effektiv Sprachmodelle gesundheitsbezogene Fragen bearbeiten. Das Unternehmen wies außerdem darauf hin, dass es Kundendaten nicht zum Trainieren seiner Modelle verwendet und mit Ärzten zusammenarbeitet, um diese zu verfeinern.

Klage überschattet Einführung

Am Vorabend der Ankündigung verklagte ein Pastor aus Florida OpenAI und behauptete, der Chatbot habe ihm geraten, keinen Arzt aufzusuchen — eine Empfehlung, die nach seinen Angaben beinahe tödlich gewesen wäre.

OpenAI reagierte mit Verweis auf die eigenen Nutzungsbedingungen, denen zufolge die Plattform "not intended for use in the diagnosis or treatment of any health condition" ist. Das Unternehmen teilte der The New York Times zudem mit, dass es aktiv daran arbeite, seine Antworten zu Gesundheit und Medizin sicherer zu machen. Mit dieser Einführung betonte OpenAI, dass es von Nutzern erwartet, Informationen zu überprüfen und medizinische Entscheidungen auf Grundlage professioneller Beratung zu treffen.

Der Zeitpunkt verdeutlicht die Spannung, vor der KI-Gesundheitstools für Verbraucher stehen, wenn sie von isolierten Pilotprojekten in alltägliche Gespräche übergehen. Für Nutzer sind die wichtigsten Punkte, die sie beobachten sollten, wie klar ChatGPT zwischen informativen Hinweisen und medizinischem Rat unterscheidet, wie Einwilligung und Datenverbindungen verwaltet werden und wie konsequent das System Menschen an qualifizierte Fachkräfte verweist, wenn Gesundheitsentscheidungen klinisches Urteilsvermögen erfordern.