CFTC warnt Prognosemärkte vor amerikanischen Wettquoten
Wichtige Erkenntnisse
- •Die CFTC hat Prognosemarkt-Plattformen formell davor gewarnt, dass die Verwendung amerikanischer Moneyline-Quoten nach Bundesrecht als irreführend eingestuft werden könnte.
- •Die Behörde berief sich auf eine Studie, die darauf hindeutet, dass amerikanische Quoten Nutzer dazu verleiten könnten, ein größeres finanzielles Risiko einzugehen als bei Vertragspreis-Formaten.
- •Kalshi, ein führender Prognosemarkt-Anbieter, hat sich öffentlich verpflichtet, die Leitlinien der CFTC bis zur festgelegten Frist einzuhalten.
- •CFTC-Vorsitzender Michael Selig vertritt die Auffassung, dass die Bundesregierung gemäß dem Commodity Exchange Act die ausschließliche regulatorische Zuständigkeit über Prognosemärkte innehat.
- •Mehrere Bundesstaaten, einige US-Senatoren und Regulatoren des Stammes-Glücksspiels setzen sich für eine Gesetzgebung ein, die die Zuständigkeit der Bundesstaaten für Sportwetten und damit verbundene Prognosemarkt-Aktivitäten wahrt.

Die US-Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat Prognosemarkt-Plattformen vor der Verwendung amerikanischer „Moneyline"-Wettquoten gewarnt und diese Praktiken als potenziell „irreführend" bezeichnet, Bloomberg zufolge.
Die betroffenen Plattformen ermöglichen es Nutzern, Verträge zu handeln, die mit den Ergebnissen realer Ereignisse verknüpft sind – darunter Wahlen, Sport, Wirtschaft und Unterhaltung – und haben ein rasantes Nutzerwachstum verzeichnet, was zu einer verstärkten regulatorischen Prüfung der Strukturierung und Präsentation von Verträgen geführt hat.
Die Behörde hat Schreiben an regulierte Einrichtungen gesendet, in denen sie zur Einhaltung des Bundesrechts auffordert und vor irreführendem Verhalten bei der Auflistung und Bewerbung von Verträgen warnt.
LATEST: 🇺🇸 The CFTC warned prediction market platforms against using American-style "moneyline" betting odds, calling such practices potentially "deceptive," per Bloomberg. pic.twitter.com/LoxyrClXVz — CoinMarketCap (@CoinMarketCap) August 8, 2026
Amerikanische Quoten vs. Vertragspreise
Amerikanische Quoten, allgemein als Moneyline-Quoten bekannt, drücken den Betrag aus, der eingesetzt werden muss, um eine festgelegte Summe zu gewinnen – typischerweise basierend auf einer 100-Dollar-Wette – unter Verwendung positiver und negativer Zahlen. Prognosemärkte hingegen arbeiten traditionell mit Vertragspreisen. Ein auf 50 Cent preisgelegter Vertrag beispielsweise impliziert eine geschätzte Wahrscheinlichkeit von 50 % für ein bestimmtes Ergebnis. Amerikanische Quoten können aus diesen Preisen mithilfe gängiger Umrechnungsformeln abgeleitet werden.
Die CFTC berief sich Berichten zufolge auf eine Studie, die darauf hindeutet, dass amerikanische Quoten Glücksspieler dazu verleiten könnten, größere Risiken einzugehen. Diese Forschung bildete die Grundlage für die Empfehlung der Behörde an Online-Plattformen hinsichtlich der Darstellung von Wettquoten.
Kalshi sichert Einhaltung zu
Kalshi, einer der führenden Prognosemarkt-Anbieter, erklärte, dass er die Leitlinien der CFTC einhalten werde.
„Als bundesweite Börse wird Kalshi die CFTC-Leitlinien bis zu deren Frist dem Buchstaben und Geist nach einhalten", erklärte ein Unternehmenssprecher in einer per E-Mail übermittelten Stellungnahme.
Breiterer Zuständigkeitsstreit
Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund eines breiteren Streits darüber, welche Regierungsebene die regulatorische Befugnis über Prognosemärkte in den Vereinigten Staaten innehat. Die Aufsicht der CFTC über diese Märkte leitet sich aus dem Commodity Exchange Act ab, der Derivate und designierte Vertragsmärkte regelt und der Behörde einen Rahmen für die Regulierung ereignisbasierter Verträge bietet.
CFTC-Vorsitzender Michael Selig hat durchgehend behauptet, dass die Bundesbehörde die ausschließliche Zuständigkeit für Prognosemärkte besitzt. Er hat Initiativen zur Regelsetzung für diese Branche eingeleitet und vertritt die Auffassung, dass die bestehende Bundesgesetzgebung der CFTC weitreichende regulatorische Befugnisse in diesem Bereich einräumt. Die Kommission hat außerdem Klagen gegen mehrere Bundesstaaten eingereicht, um deren Versuche der Durchsetzung eigener Aufsichtsrechte anzufechten.
Mehrere Bundesstaaten haben sich widersetzt und argumentieren, dass bestimmte Prognosemarkt-Aktivitäten in den Anwendungsbereich der Glücksspiel- und Sportwettengesetze der Bundesstaaten fallen. Die Bedeutung dieser Debatte hat zugenommen, da sich Prognoseplattformen rasant ausweiteten und einige Bewertungen in Milliardenhöhe erreichten.
Sowohl Polymarket als auch Kalshi haben ihre Unterstützung für eine bundesweite Aufsicht durch die CFTC zum Ausdruck gebracht. Einige US-Senatoren sowie Regulatoren des Stammes-Glücksspiels setzen sich jedoch für eine Gesetzgebung ein, die die Souveränität der Bundesstaaten bei der Regulierung von Sportwetten gewährleistet.
Die jüngste Warnung der CFTC fügt der laufenden Debatte über Prognosemärkte in den USA und das Ausmaß der Bundesbefugnisse über Sportwetten eine weitere Dimension hinzu.