NachrichtenKryptoCertiK entdeckt USB-Schwachstelle in der BitBox02-Hardware-Wallet

CertiK entdeckt USB-Schwachstelle in der BitBox02-Hardware-Wallet

Autor: DailyCoin·

Wichtige Erkenntnisse

  • CertiK-Forscher Guanxing Wen entdeckte die BitBox02-Schwachstelle und stufte sie als schwerwiegende Out-of-Bounds-Schreibschwachstelle ein.
  • Das Problem betraf USB-Befehle, die den temporären Speicher zum Überlaufen bringen und potenziell Control-Flow-Hijacking ermöglichen konnten.
  • BitBox erklärte, dass die privaten Schlüssel der Wallet nicht direkt offengelegt wurden und dass der Patch Teil des Oeschinen-Updates von Juli war.
  • Anfang 2026 behob Ledger eine separate Schwachstelle im MCU-Bootloader, nachdem CertiK eine unzureichende Validierung im Firmware-Update-Prozess festgestellt hatte.
  • CertiK meldete, dass es im ersten Halbjahr 2026 zu 344 Sicherheitsvorfällen und mehr als 1,31 Milliarden US-Dollar an Krypto-Verlusten kam, wobei Wallet-Kompromittierungen über 444 Millionen US-Dollar verursachten.
CertiK entdeckt USB-Schwachstelle in der BitBox02-Hardware-Wallet

Das Web3-Sicherheitsunternehmen CertiK hat eine schwerwiegende Out-of-Bounds-Schreibschwachstelle (OOB) in der BitBox02-Hardware-Wallet identifiziert. Die von dem CertiK-Forscher Guanxing Wen entdeckte Schwachstelle öffnete Tür und Tor für ein mögliches Control-Flow-Hijacking über kompromittierte USB-Befehle. Der Befund unterstreicht eine wachsende Besorgnis im Bereich der digitalen Vermögenswerte: Die Offline-Speicherung privater Schlüssel allein reicht nicht mehr aus, um die vollständige Sicherheit der Vermögenswerte zu garantieren.

Wie die Schwachstelle in der BitBox02 funktionierte

Hardware-Wallets sind darauf ausgelegt, private Schlüssel von internetverbundenen Geräten fernzuhalten, dennoch beginnt jede Transaktion außerhalb der Wallet. Das Gerät muss Befehle empfangen, Daten parsen, Bestätigungsdetails anzeigen und eine Signatur erzeugen.

Wie BitBox in seinem Oeschinen-Sicherheitsupdate vom Juli öffentlich mitteilte, wurden die geheimen privaten Schlüssel, die in der Wallet gespeichert sind, niemals direkt offengelegt. Das Problem lag stattdessen darin, wie das Gerät mit einem Computer kommunizierte.

Beim Empfang von Befehlen über USB akzeptierte die Software der Wallet blind Anweisungen darüber, wie viele Daten eingingen, ohne zu überprüfen, ob diese tatsächlich in den temporären Speicherbereich des Geräts passten. Ein Angreifer hätte dies ausnutzen können, indem er einen übergroßen Befehl sendet, um diesen Speicherpuffer zum Überlaufen zu bringen, was laut BitBox die Übernahme der Kontrolle über das Gerät ermöglicht hätte. Konkret handelt es sich bei einem Out-of-Bounds-Schreibvorgang um einen klassischen Fehler im Bereich der Speichersicherheit: Daten laufen über das Ende ihres zugewiesenen Puffers hinaus und überschreiben angrenzenden Speicher; mit ausreichender Kontrolle über diese Daten kann ein Angreifer die Ausführung des Geräts umlenken – das Control-Flow-Hijacking, vor dem BitBox warnte. Eine Ausnutzung würde erfordern, der Wallet bösartige USB-Befehle zuzuführen – genau deshalb betonte CertiK, dass angeschlossene Computer und Smartphones stets als Quelle nicht vertrauenswürdiger Eingaben zu behandeln sind, sodass die Wallet-Firmware jeden empfangenen Befehl sicher verarbeiten muss. Die Korrektur wurde in das Juli-Update von BitBox integriert.

Ein breiteres Muster bei der Sicherheit von Hardware-Wallets

Der Fall BitBox02 ist kein Einzelfall. Anfang 2026 patchte Ledger eine Schwachstelle im MCU-Bootloader (CVE-2025-15645), nachdem CertiK aufgedeckt hatte, dass vom Host bereitgestellte Reset-Handler während Firmware-Updates nicht ordnungsgemäß validiert wurden. Die Schwachstelle betraf Ledgers MCU-Firmware-Update-Prozess, bei dem der Bootloader – jenes kleine Stück Code, das den Mikrocontroller eines Geräts initialisiert, bevor die Haupt-Firmware geladen wird – eine vom Host bereitgestellte reset_handler-Adresse nicht ausreichend validierte. Ledger behob das Problem und erklärte, dass die Gelder der Nutzer zu keinem Zeitpunkt gefährdet waren.

Beide Fälle verbindet ein gemeinsamer roter Faden: Jede Wallet vertraute Daten aus einer externen Quelle – in dem einen Fall ein USB-Befehl, im anderen eine Eingabe beim Firmware-Update –, ohne sie ausreichend zu validieren.

Die Einsätze für die Web3-Sicherheit waren selten höher. Laut CertiKs Hack3D-Bericht für das erste Halbjahr 2026 führten im ersten Halbjahr 2026 344 Sicherheitsvorfälle zu gesamten Krypto-Verlusten von mehr als 1,31 Milliarden US-Dollar. Kompromittierte Wallets erwiesen sich als die schädlichste Einzelbedrohung und verursachten in nur 33 einzelnen Angriffen Verluste von über 444 Millionen US-Dollar.

Vor diesem Hintergrund – Wallet-Kompromittierungen zählen inzwischen zu den kostspieligsten Angriffskategorien im Web3 – zeigt der Fall BitBox02, dass die Sicherheit von Hardware-Wallets von mehr abhängt als von der Isolation privater Schlüssel: Firmware, Kommunikationsprotokolle und Bestätigungsabläufe müssen ebenfalls nicht vertrauenswürdigen Eingaben widerstehen. Für BitBox02-Besitzer ist der praktische nächste Schritt einfach: das Oeschinen-Update von Juli installieren, damit die gepatchte Firmware auf dem Gerät läuft.