Kanadischer Dollar unter Druck: Trump-Carney-Gespräch bringt vor der Frist am 19. August keine Zollverschiebung
Wichtige Erkenntnisse
- •Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses erklärte, dass Trump und Carney gestern Abend über die geplanten US-Zölle auf Kanada gesprochen haben.
- •Das Gespräch brachte keine Übereinkunft, die die Zölle aufschieben würde; sie sollen am 19. August um 0:01 Uhr in Kraft treten.
- •Zu den Maßnahmen Washingtons gehören Zölle von 50 % auf eine breite Palette kanadischer Waren.
- •Die Sorge um die Zölle hat den kanadischen Dollar geschwächt und die Erwartungen an Zinserhöhungen der Bank of Canada gedämpft.
- •Die Märkte beobachten vor der Frist Verhandlungen in letzter Minute sowie Erklärungen aus Washington und Ottawa.

Der kanadische Dollar schwächte sich ab, nachdem Edward Lawrence, White-House-Korrespondent von FOX Business, auf X berichtet hatte, dass Präsident Donald Trump mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney über die zusätzlichen Zölle gesprochen hat, die Washington gegen Kanada vorbereitet.
Laut Lawrence bestätigte ein Mitarbeiter des Weißen Hauses, dass Trump und Carney gestern Abend miteinander gesprochen hatten und dass das Gespräch den von der US-Regierung geplanten Vergeltungszöllen galt. Der Mitarbeiter erklärte Berichten zufolge, das Gespräch habe keine Übereinkunft erbracht, die Trump dazu bewegen würde, die Maßnahmen aufzuschieben; sie sollen am 19. August um 0:01 Uhr in Kraft treten. Bevor Carney in die Politik ging, war er von 2008 bis 2013 Gouverneur der Bank of Canada und anschließend von 2013 bis 2020 Gouverneur der Bank of England – und kennt die Notenbank, deren Zinserwartungen sich nun wegen des Zollstreits verschieben, daher aus eigener Erfahrung.
Der Bericht verstärkte die Sorge, dass die beiden Länder vor der Frist weiterhin keine Einigung erzielen. Die Märkte hatten die jüngsten Gespräche auf Anzeichen beobachtet, dass die Zollmaßnahmen verschoben oder abgemildert werden könnten, weshalb das Ausbleiben eines Durchbruchs gerade für den kanadischen Dollar und die Bank of Canada besonders relevant ist – die Notenbank des Landes, die den kanadischen Leitzins festlegt.
Die Zollandrohung wiegt besonders schwer, weil die von Washington angekündigten Maßnahmen Zölle von 50 % auf eine breite Palette kanadischer Waren vorsehen; die neuen Abgaben sollen am 19. August in Kraft treten. Der kanadische Dollar, der an den Devisenmärkten gemeinhin als „loonie“ bekannt ist, zählt zu den am aktivsten gehandelten Währungen der Welt, und Kanada führt die große Mehrheit seiner Exporte in die Vereinigten Staaten aus, weshalb die bilateralen Handelsbeziehungen für die Wirtschaft des Landes zentral sind. Diese Beziehungen sind im United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA) verankert, dem Handelsabkommen, das 2020 die NAFTA ablöste; kanadische Lieferungen in die USA werden von Rohöl, Fahrzeugen und Autoteilen, Stahl, Aluminium und Holz dominiert – Kategorien, die einen großen Teil des Exportkorbs des Landes ausmachen. Die Vereinigten Staaten importieren zudem mehr Rohöl aus Kanada als aus jedem anderen Land.
Die Sorge um die Zölle führte außerdem dazu, dass Trader ihre Erwartungen an Zinserhöhungen der Bank of Canada zurückfuhren, was CAD zusätzlich belastet. Zinserwartungen wirken über die Zinsdifferenz zwischen beiden Ländern auf die Kursbildung von Währungen; verändert sich der Ausblick für kanadische Zinsen, beeinflusst das, wie sich der Loonie gegenüber dem US-Dollar entwickelt.
Die entscheidende Frage ist nun, ob Verhandlungen in letzter Minute vor der Frist noch eine Einigung bringen können. Eine Verschiebung oder ein Abkommen könnte den kanadischen Dollar entlasten, während die Umsetzung der Zölle ohne Kompromiss die Handelsunsicherheit voraussichtlich hoch halten würde; die Märkte achten vor der Frist um 0:01 Uhr auf weitere Gespräche oder Erklärungen aus Washington und Ottawa.