NachrichtenMakroBundesfall: Fernverkehrsnetzwerk soll mutmaßlich Kartell-Kokain auf Frachtstrecken zwischen den USA und Kanada transportiert haben

Bundesfall: Fernverkehrsnetzwerk soll mutmaßlich Kartell-Kokain auf Frachtstrecken zwischen den USA und Kanada transportiert haben

Autor: FreightWaves·

Wichtige Erkenntnisse

  • Eine Bundesjury erhob am 3. Sept. Anklage gegen Kawal Preet Singh, 50, wegen Methamphetamin-Verteilung, Besitz mit Verteilungsabsicht und dem Führen einer Schusswaffe im Zusammenhang mit Drogenhandel.
  • Ermittler stellten aus Singhs Wohnung, Restaurant und Fahrzeug rund 18,7 Kilogramm Methamphetamin, drei Schusswaffen, eine digitale Waage und 11.800 US-Dollar Bargeld sicher.
  • Der Fall ging aus einer FBI-Ermittlung zur organisierten Kriminalität hervor, die Belege für Hunderte Kilogramm Kokain von einem nicht genannten Kartell aus Mexiko und teils weiter nach Kanada über Fernverkehrsnetzwerke ergab.
  • Das Affidavit identifiziert Singh nicht als den als „Camy“ bekannten Händler und nennt weder Spediteure, Fahrer, Routen noch Grenzübertritte.
  • Singh drohen mindestens 10 Jahre bis lebenslange Haft wegen der Drogendelikte sowie eine aufeinanderfolgende Strafe von fünf Jahren bis lebenslang wegen des Waffenpunkts; am 24. Aug. wurde er unter Hausarrest entlassen.
Bundesfall: Fernverkehrsnetzwerk soll mutmaßlich Kartell-Kokain auf Frachtstrecken zwischen den USA und Kanada transportiert haben

Bundesstaatsanwälte haben einen Restaurantbetreiber in Kalifornien angeklagt, nachdem Ermittler aus seiner Wohnung und einem Hyundai Sonata mehr als 40 Pfund Methamphetamin sichergestellt hatten, wie aus einem bundesstaatlichen Affidavit hervorgeht. Bei den Durchsuchungen wurden außerdem drei Schusswaffen, eine digitale Waage und 11.800 US-Dollar Bargeld gefunden. Der Fall entwickelte sich aus einer umfassenderen Ermittlung zur organisierten Kriminalität, an der Fernverkehrsfahrer beteiligt sind.

Eine Bundesjury erhob am 3. Sept. Anklage gegen Kawal Preet Singh, 50. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Verteilung von Methamphetamin, Besitz mit Verteilungsabsicht und das Führen einer Schusswaffe im Zusammenhang mit Drogenhandel vor. Singh betrieb ein Round Table Pizza-Restaurant in Dinuba, Kalifornien. Die Behörden werfen vor, er habe aus diesem Geschäft Großhandelsmengen der Droge vertrieben und dabei illegale Waffen getragen.

Trucking-Netzwerk transportierte Kokain über Grenzen hinweg

Die Fresno Resident Agency des FBI eröffnete ihre Ermittlung zur organisierten Kriminalität im Februar 2025. Erkenntnisse verknüpften Verdächtige mit Drogenhandel, Erpressung, Menschenhandel und Frachtdiebstahl. Im Mai 2026 erhielten die Ermittler Informationen über einen im Raum Fresno tätigen Betäubungsmittelhändler namens „Camy“. Eine Vertrauensperson beschrieb Camy als Sikh-Inder, der im Fernverkehr tätig sei.

Die Quelle behauptete, Camy arbeite mit anderen Sikh-indischen Fahrern zusammen, die Betäubungsmittel transportierten. Später entwickelten Ermittler Belege zu Hunderten Kilogramm Kokain, das aus Mexiko in die Vereinigten Staaten gelangte. Das Affidavit schreibt diese Lieferungen einem nicht näher benannten mexikanischen Kartell zu. Einige Ladungen sollen über die Vereinigten Staaten weitergefahren sein, bevor sie Kanada erreichten. Diese Route entspricht einem langjährigen Muster, das Bundesbehörden dokumentiert haben: Kriminelle Organisationen nutzen legitime grenzüberschreitende Frachtaktivitäten, um Drogen, gestohlene Waren und Opfer von Menschenhandel zu transportieren, und mischen illegale Sendungen unter die Zehntausenden von Nutzfahrzeugen, die täglich die US-Landgrenzen passieren.

Gerichtsunterlagen nennen Singh als Gegenstand dieser weiter gefassten Untersuchung. Das Affidavit identifiziert Singh jedoch nicht ausdrücklich als Camy und wirft ihm auch nicht vor, Kokain persönlich in gewerblichen Fahrzeugen transportiert zu haben. Die Behörden nannten weder Spediteure noch Fahrer, USDOT-Nummern, Routen oder Grenzübertritte. Für Spediteure und Logistikfachleute ist diese Lücke wichtig: Fälle wie dieser zeigen, wie Ermittlungen in ansonsten reguläre Frachtabläufe eingreifen können, und die Prüfung von Fahrern, Routen und Vertragspartnern bleibt auch dann ein zentrales Compliance-Thema, wenn letztlich kein Transportunternehmen betroffen ist.

Durchsuchungen bringen Methamphetamin und Schusswaffen zutage

Ein Bundesrichter genehmigte am 13. Aug. Durchsuchungen im Zusammenhang mit Singh, seinem Wohnsitz und dem Restaurant. Fünf Tage später beobachteten Ermittler, wie er von seiner Wohnung zum Geschäft in Dinuba fuhr. Sie traten an ihn heran, nachdem er den Eingang aufgeschlossen hatte und allein eingetreten war. Anschließend vollstreckten die Ermittler gegen 11 Uhr Durchsuchungsbeschlüsse an beiden Orten.

Beamte beschlagnahmten Singhs iPhone, bevor sie ihn im Restaurant befragten. Dem Affidavit zufolge räumte er ein, Methamphetamin für einen Freund gelagert zu haben, „because of friendship“. Er erklärte zudem, die Droge seit etwa zwei Monaten nicht verkauft zu haben. Später fanden Ermittler auf seinem Gerät ein Foto, das eine weiße kristalline Substanz zeigte.

In der Wohnung befanden sich laut Gerichtsunterlagen etwa 13,8 Kilogramm mutmaßliches Methamphetamin. In seinem Hyundai wurden weitere 4,9 Kilogramm gefunden, die ein positives vorläufiges Ergebnis lieferten. Das Gesamtgewicht belief sich auf rund 18,7 Kilogramm oder mehr als 41 Pfund. An den durchsuchten Orten fanden die Ermittler ähnlich verpackte Substanzen.

Die Ermittler stellten im Restaurant zwei versteckte Handfeuerwaffen sicher, darunter eine Waffe ohne Seriennummer. In der Wohnung befanden sich eine halbautomatische Accu-Tek-Pistole, eine digitale Waage und 11.800 US-Dollar in verschiedenen Stückelungen. Die Behörden fanden das Bargeld und die Waffe in Kleidung versteckt in einem Schrank in der Nähe von drei Methamphetamin-Beuteln. Ein HSI-Agent bezeichnete diese Umstände als mit dem Vertrieb von Betäubungsmitteln in großen Mengen vereinbar. Eine Grand Jury erhob später drei Anklagepunkte aus der Untersuchung.

Wichtige Fragen bleiben unbeantwortet

Die Regierung hat Camy nicht identifiziert und Singhs mögliche Verbindung zu dieser Person nicht erklärt. Beamte hielten auch den Namen des mutmaßlichen Kartells, Angaben zu beteiligten Spediteuren und die Versandrouten zurück. Aus den Gerichtsakten geht nicht hervor, ob Ermittler gewerbliche Lkw durchsucht oder beschlagnahmt haben. Die Unterlagen nennen keine identifizierten Opfer von Frachtdiebstahl, keine Betroffenen von Menschenhandel und keine entsprechenden Anklagen.

Singh drohen nach einer etwaigen Verurteilung wegen Drogenkriminalität mindestens 10 Jahre und möglicherweise lebenslange Haft. Der Waffenpunkt sieht eine weitere aufeinanderfolgende Strafe zwischen fünf Jahren und lebenslang vor. Ein Richter entließ ihn am 24. Aug. unter Hausarrest, Standortüberwachung und weiteren Auflagen. Nach Bundesrecht gilt Singh als unschuldig, solange die Staatsanwaltschaft nicht jede Anklage zweifelsfrei beweist. FreightWaves kontaktierte Bundesbehörden, Singhs Anwalt und Round Table Pizza um Stellungnahme. Dieser Bericht wird aktualisiert, falls Antworten eingehen.

Warum das wichtig ist

Kriminelle Organisationen können legitime Lkw-Verkehre ausnutzen, um Drogen, gestohlene Fracht und Opfer von Menschenhandel über Grenzen hinweg zu transportieren. Für Fachleute in der Frachtbranche sind verlässliche Informationen darüber wichtig, wie Behörden Netzwerke innerhalb des gewerblichen Transports aufdecken.

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