NachrichtenRohstoffe & ForexBurando Energies meldet 30 % Anteil an Rotterdams Bio-Blend-Bunkerverkäufen im ersten Halbjahr

Burando Energies meldet 30 % Anteil an Rotterdams Bio-Blend-Bunkerverkäufen im ersten Halbjahr

Autor: Hellenic Shipping News·

Wichtige Erkenntnisse

  • Burando Energies lieferte rund 30 % der insgesamt etwa 345.000 Metrischen Tonnen Bio-Blend-Bunkertreibstoff, die im ersten Halbjahr 2026 in Rotterdam abgegeben wurden.
  • Der 30 %-Anteil umfasst B100-Reinbiokraftstoffvolumina, nicht jedoch Verkäufe von verflüssigtem Biomethan, Methanol und Ethanol.
  • Die niederländische Umsetzung von RED III im Januar 2026 ermöglicht es Lieferanten in niederländischen Häfen, handelbare ZRE (A)-Konformitätszertifikate für den Vertrieb fortschrittlicher Biokraftstoffe zu erlangen und stärkt damit Rotterdams Preiswettbewerbsfähigkeit.
  • Burando erwartet ein anhaltendes Nachfragewachstum bei Biokraftstoffen, da die FuelEU-Maritime-Vorgaben und die CO₂-Kosten im Rahmen des EU ETS Reedereien zu kohlenstoffärmeren Alternativen drängen.
  • Burando betreibt eine eigene Biokraftstoff-Mischanlage am AFT Amsterdam sowie eine vollständig eigenständige Flotte von Bunkerleichtern.
Burando Energies meldet 30 % Anteil an Rotterdams Bio-Blend-Bunkerverkäufen im ersten Halbjahr

Burando Energies meldet 30 % Anteil an Rotterdams Bio-Blend-Bunkerverkäufen im ersten Halbjahr

Veröffentlicht: 4. August 2026 — Hafennachrichten

Der Bunkerlieferant Burando Energies schätzt, dass er im ersten Halbjahr 2026 etwa 30 % aller im Hafen von Rotterdam verkauften Bio-Blend-Bunkertreibstoffvolumen geliefert hat. Rotterdam ist gemessen am Frachtumschlag der größte Hafen Europas und einer der bedeutendsten Bunkerhäfen der Welt, wodurch seine Biokraftstoffentwicklung als richtungsweisend für den maritimen Energiewandel gilt.

Laut Angaben des Unternehmens umfasst diese Zahl die Volumina von B100 (reiner Biokraftstoff), nicht jedoch die Verkäufe von verflüssigtem Biomethan (LBM), Methanol und Ethanol.

Daten der Hafenbehörde zeigen, dass die Lieferanten im selben Zeitraum gemeinsam rund 345.000 Metrische Tonnen Bio-Blend-Bunkertreibstoff in Rotterdam abgaben. Die Hafenbehörde veröffentlicht keine separaten Zahlen für B100-Verkäufe. Biokraftstoffmischungen – Kombinationen aus konventionellem Marintreibstoff und Biokomponenten wie FAME oder HVO – können weitgehend in bestehenden Schiffsantrieben und Kraftstoffsystemen eingesetzt werden. Sie stellen damit eine kurzfristige Dekarbonisierungsoption dar, die weder die bei alternativen Antriebsarten wie Methanol oder Ammoniak erforderlichen Schiffsumbauten noch Neubauinvestitionen voraussetzt.

Rotterdams Wettbewerbsposition

Burando erklärte, dass Rotterdam einer der kostenwettbewerbsfähigsten Bunkerstandorte Europas für Biokraftstoffe bleibe. Dies wird unter anderem auf die niederländischen Anreizmechanismen im Rahmen der überarbeiteten Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU (RED III) zurückgeführt.

Die Niederlande setzten RED III im Januar 2026 um. Im Rahmen dieses Systems können Lieferanten, die in niederländischen Häfen tätig sind, sogenannte ZRE (A)-Zertifikate als Konformitätsnachweise erzeugen, indem sie fortschrittliche Biokraftstoffe wie POMEME (Pure Oil of Mono-Esters of Mixed Esters) bereitstellen. Diese Zertifikate können anschließend an Lieferanten konventioneller Marintreibstoffe verkauft werden, wodurch ein finanzieller Anreiz für die Biokraftstoffverteilung entsteht.

Regulatorische Treiber stützen Nachfrageaussichten

Der Lieferant erwartet, dass die Biokraftstoffnachfrage in Rotterdam weiter steigt, da zwei zentrale regulatorische Mechanismen zusammenwirken: die Verschärfung der FuelEU-Maritime-Anforderungen, die schrittweise Senkungen der Treibhausgasintensität der an Bord verwendeten Energie vorschreiben, und die steigenden Kosten für die Verbrennung konventioneller fossiler Brennstoffe im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS).

Beide Regelwerke sind zentrale Säulen der EU-Strategie zur Dekarbonisierung des Seeverkehrs und drängen Reedereien und Betreiber hin zu kohlenstoffärmeren Kraftstoffalternativen. Diese EU-Maßnahmen sehen kurzfristigere Umsetzungsfristen vor als die globalen Treibhausgas-Reduktionsziele der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation, was ein Grund dafür ist, dass europäische Häfen eine frühere und schnellere Einführung alternativer Marintreibstoffe verzeichnen.

Burandos Betriebsbereiche

Burando betreibt eine eigene Biokraftstoff-Mischanlage am AFT Amsterdam und unterhält eine vollständig eigenständige Flotte von Bunkerleichtern. Das Unternehmen liefert eine Reihe von Marintreibstoffprodukten, darunter:

  • Schweröl mit hohem Schwefelgehalt (HSFO)
  • Schweröl mit sehr niedrigem Schwefelgehalt (VLSFO)
  • Gasöl- und dieselbasierte Mischungen
  • B100 FAME (Fettsäuremethylester)
  • B100 HVO (hydriertes Pflanzenöl)
  • B100 FAME-Rückstandsprodukte

Quelle: ENGINE