Broadcom steht wegen EU-Prüfung des VMware-Geschäfts unter Beobachtung, Analysten bleiben optimistisch
Wichtige Erkenntnisse
- •EU-Regulierungsbehörden prüfen vor dem 31. März die Abhängigkeit von Cloud-Anbietern von VMware, Wechselmöglichkeiten und die Zertifizierungsanforderungen von Broadcom.
- •Das Konsenskursziel der Analysten für Broadcom liegt bei etwa $505.97; 30 der von MarketBeat erfassten 34 Analysten vergeben eine Buy- oder Strong-Buy-Einstufung.
- •Das Unternehmen erzielte im Quartal $16.7 Milliarden Umsatz mit KI-Halbleitern und prognostiziert KI-Umsätze von etwa $115 Milliarden im Geschäftsjahr 2027 sowie $230 Milliarden im Geschäftsjahr 2028.
- •Der Gewinn je Aktie im dritten Quartal lag bei $3.32 und der Umsatz bei $29.59 Milliarden. Damit wurden die Konsensschätzungen übertroffen, während die kurzfristige Umsatzprognose hinter den Erwartungen zurückblieb.
- •Insider verkauften in den vergangenen drei Monaten rund 61,644 Broadcom-Aktien im Wert von etwa $24 Millionen.

Broadcom (NASDAQ: AVGO) notiert bei rund $363 und damit im vorbörslichen Handel am Freitag leicht höher, liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von $495. Die frühe Bewegung scheint eher der allgemeinen Marktstärke als einer unternehmensspezifischen Entwicklung zu folgen.
Das Unternehmen steht in Europa wegen seines VMware-Geschäfts verstärkt unter regulatorischer Beobachtung. EU-Vertreter haben europäische Cloud-Anbieter gefragt, wie abhängig sie von VMware sind und ob ein Wechsel zu alternativen Anbietern praktisch umsetzbar ist. Die Regulierungsbehörden prüfen außerdem die Zertifizierungsanforderungen von Broadcom und die Frage, ob diese Regeln Cloud-Unternehmen unfaire Beschränkungen auferlegen.
Eine Frist zum 31. März rückt näher. Nach diesem Datum könnten einige Anbieter im Rahmen des überarbeiteten Partnerprogramms von Broadcom die Möglichkeit verlieren, VMware-Abonnements zu verkaufen. Werden die Bedenken nicht ausgeräumt, könnte die EU eine formelle kartellrechtliche Untersuchung einleiten oder vorübergehende Maßnahmen verhängen. Die Frist stellt damit den nächsten offiziell genannten regulatorischen Meilenstein für Broadcoms VMware-Geschäft dar. Die Antworten der Anbieter werden zugleich in die Bewertung der EU zu Wechselmöglichkeiten und Zertifizierungsanforderungen einfließen.
Broadcom änderte das Lizenzmodell von VMware, nachdem das Unternehmen die Übernahme im Wert von $61 Milliarden im Jahr 2023 abgeschlossen hatte. Europäische Cloud-Anbieter äußerten daraufhin Bedenken hinsichtlich Vertragsänderungen und höherer Kosten. Nach den Wettbewerbsregeln der EU können Verstöße gegen das Kartellrecht Geldbußen von bis zu 10% des weltweiten Jahresumsatzes eines Unternehmens nach sich ziehen.
Analysten erhöhen ihre Kursziele weiter
Die regulatorischen Bedenken haben die überwiegend positive Einschätzung der Analysten an der Wall Street nicht beendet. Piper Sandler stufte AVGO am Mittwoch auf „strong buy“ hoch und legte ein Kursziel von $460 fest. Oppenheimer bestätigte seine Einstufung „outperform“ mit einem Kursziel von $535, während BMO Capital Markets sein Kursziel auf $575 anhob. KeyCorp behielt seine Einstufung „overweight“ bei und setzte ebenfalls ein Kursziel von $575.
Der Analystenkonsens liegt bei etwa $505.97 und damit deutlich über dem aktuellen Aktienkurs. Von den 34 von MarketBeat erfassten Analysten vergeben 29 eine Buy-Einstufung, einer eine Strong-Buy-Einstufung und vier eine Hold-Einstufung. DA Davidson bildet mit einer Neutral-Einstufung und einem Kursziel von $350 die Ausnahme.
Broadcom eröffnete am Mittwoch bei $360.83 und damit unter seinem einfachen gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von $383 sowie seinem einfachen gleitenden 200-Tage-Durchschnitt von $378. Der MACD liegt weiterhin unter seiner Signallinie. Laut der Quelle liegt der Widerstand bei etwa $376.50 und die Unterstützung bei rund $358.
KI-Umsätze bleiben zentral für den Ausblick des Unternehmens
Broadcom meldete im vergangenen Quartal einen KI-Halbleiterumsatz von etwa $16.7 Milliarden, einen Rekord für das Unternehmen. Broadcom prognostiziert, dass sein KI-Geschäft im Geschäftsjahr 2027 rund $115 Milliarden und im Geschäftsjahr 2028 $230 Milliarden erwirtschaften könnte.
Die Nachfrage von Hyperscalern nach kundenspezifischen KI-Beschleunigern und Netzwerkprodukten bleibt ein zentraler Bestandteil des Geschäfts. OpenAI hat Broadcom kürzlich für seinen ersten kundenspezifischen KI-Chip ausgewählt. Dadurch rückt Broadcom in der Lieferkette für KI-Infrastruktur weiter vor.
Broadcom meldete einen Gewinn je Aktie von $3.32 im dritten Quartal und lag damit über der Konsensschätzung von $3.22. Der Umsatz erreichte $29.59 Milliarden, übertraf die Schätzung von $29.24 Milliarden und stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 85.5%.
Die kurzfristige Umsatzprognose des Unternehmens lag jedoch unter den Erwartungen der Wall Street, woraufhin Truist sein Kursziel senkte. Unternehmensinsider verkauften in den vergangenen drei Monaten etwa 61,644 Aktien im Wert von rund $24 Millionen. Institutionelle Anleger halten 76.43% der Broadcom-Aktien. Analysten erwarten im Durchschnitt, dass das Unternehmen im gesamten Geschäftsjahr einen Gewinn je Aktie von $10.36 ausweisen wird.
Quelle: CoinCentral.