NachrichtenAktienBroadcom-Analysten bleiben positiv, während VMware unter EU-Kartellprüfung und Insiderverkäufen steht

Broadcom-Analysten bleiben positiv, während VMware unter EU-Kartellprüfung und Insiderverkäufen steht

Autor: Blockonomi·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die EU-Behörden prüfen, ob Broadcoms Zertifizierungsanforderungen für VMware-Partner den Wettbewerb zwischen Cloud-Anbietern einschränken könnten.
  • Bestimmte Dienstleister könnten nach Ablauf der Partnerschaftsfrist am 31. März die Möglichkeit verlieren, VMware-Abonnements weiterzuverkaufen.
  • Broadcoms vierteljährlicher Umsatz mit KI-Halbleitern erreichte etwa $16.7 Milliarden, und das Management prognostizierte ein erhebliches KI-Wachstum bis zum Geschäftsjahr 2028.
  • Gewinn je Aktie und Umsatz im dritten Quartal übertrafen die Konsensschätzungen, doch die Prognose für den künftigen Umsatz blieb hinter den Erwartungen der Wall Street zurück.
  • Die Analysten behielten überwiegend positive Bewertungen bei. Das Konsenskursziel liegt bei etwa $505.97, verglichen mit einem Aktienkurs von rund $363.
Broadcom-Analysten bleiben positiv, während VMware unter EU-Kartellprüfung und Insiderverkäufen steht

Broadcom Inc. (NASDAQ: AVGO) wurde am Freitag nahe $363 gehandelt und verzeichnete vorbörslich leichte Gewinne, blieb damit aber deutlich unter seinem Jahreshoch von $495. Der Anstieg schien eher auf die allgemeine Marktdynamik als auf einen unternehmensspezifischen Katalysator zurückzuführen zu sein.

Das zentrale Thema für das Unternehmen ist die zunehmende regulatorische Prüfung in Europa. Die Behörden der Europäischen Union befragen Cloud-Dienstleister in der gesamten Region zu ihrer Abhängigkeit von VMware und den Herausforderungen beim Wechsel zu konkurrierenden Plattformen. Zudem prüfen die Behörden die Zertifizierungsanforderungen von Broadcom für Partner und ob diese Regeln den Wettbewerb zwischen Cloud-Anbietern einschränken könnten.

Eine wichtige Frist rückt am 31. März näher. Im Rahmen des neu strukturierten Partnerprogramms von Broadcom könnten bestimmte Dienstleister nach diesem Datum die Möglichkeit verlieren, VMware-Abonnements weiterzuverkaufen. Sollten die regulatorischen Bedenken anhalten, könnte die EU ein förmliches Kartellverfahren einleiten oder vorläufige Schutzmaßnahmen verhängen.

Broadcom änderte die Lizenzstruktur von VMware grundlegend, nachdem das Unternehmen die Übernahme für $61 Milliarden im Jahr 2023 abgeschlossen hatte. Cloud-Anbieter in ganz Europa haben seither Einwände gegen Änderungen der Vertragsbedingungen und steigende Kosten erhoben. EU-Kartellstrafen können bis zu 10% des weltweiten Jahresumsatzes eines Unternehmens betragen und damit für ein Unternehmen von der Größe Broadcoms ein potenziell erhebliches finanzielles Risiko darstellen. Die Frist am 31. März ist daher ein kurzfristig wichtiger Zeitpunkt, um zu beobachten, wie sich die Änderungen der Partnerschaft auf Dienstleister auswirken und ob die europäischen Behörden weitere Maßnahmen ergreifen.

Analysten behalten positive Bewertungen bei

Die regulatorische Unsicherheit hat die positive Einschätzung Broadcoms an der Wall Street nicht wesentlich geschwächt. Piper Sandler stufte AVGO am Mittwoch auf „strong buy“ hoch und setzte ein Kursziel von $460. Oppenheimer behielt seine Einstufung „outperform“ mit einem Kursziel von $535 bei, während BMO Capital Markets sein Kursziel auf $575 anhob. KeyCorp bestätigte seine Einstufung „overweight“ und setzte ebenfalls ein Kursziel von $575.

Das durchschnittliche Konsenskursziel der Analysten liegt bei etwa $505.97 und damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau der Aktie. Von den 34 von MarketBeat beobachteten Analysten empfehlen 29 den Kauf, einer stuft die Aktie mit Strong Buy ein und vier empfehlen, sie zu halten. DA Davidson bildet die Ausnahme und behält eine neutrale Einstufung mit einem Kursziel von $350 bei.

Broadcom eröffnete am Mittwoch bei $360.83 und damit unter seinem einfachen gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von $383 sowie seinem einfachen gleitenden 200-Tage-Durchschnitt von $378. Der Indikator für die gleitende durchschnittliche Konvergenz und Divergenz (MACD) blieb unterhalb seiner Signallinie. Ein Widerstand wurde bei etwa $376.50 identifiziert, während die Unterstützung bei etwa $358 lag.

KI-Umsatz stützt Wachstumsthese

Broadcom meldete im jüngsten Quartal einen Umsatz von etwa $16.7 Milliarden mit KI-Halbleitern, der in der Quelle als Rekordwert bezeichnet wird. Prognosen des Managements zufolge könnte das KI-Geschäft im Geschäftsjahr 2027 rund $115 Milliarden und im Geschäftsjahr 2028 $230 Milliarden erwirtschaften.

Bei Betreibern von Hyperscale-Clouds bleibt die Nachfrage nach kundenspezifischen KI-Beschleunigerchips und Netzwerklösungen stark. OpenAI hat Broadcom kürzlich für die Entwicklung seines ersten kundenspezifischen KI-Prozessors ausgewählt und dem Unternehmen damit eine prominentere Rolle in den Liefernetzwerken für KI-Infrastruktur verschafft.

Der Gewinn je Aktie im dritten Quartal lag bei $3.32 und übertraf damit die Konsensschätzung von $3.22. Der Umsatz erreichte $29.59 Milliarden, lag über der Prognose von $29.24 Milliarden und stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 85.5%.

Die Prognose des Unternehmens für den künftigen Umsatz blieb jedoch hinter den Erwartungen der Wall Street zurück, woraufhin Truist sein Kursziel senkte. Insider von Broadcom verkauften in den vergangenen drei Monaten etwa 61,644 Aktien im Wert von knapp $24 Millionen. Institutionelle Anleger hielten 76.43% der ausstehenden Aktien des Unternehmens, während der Analystenkonsens für das gesamte Geschäftsjahr einen Gewinn je Aktie von $10.36 erwartete.

Quelle: Blockonomi