Brasilien plant Aktualisierung der Schiffskraftstoffvorschriften für Biokraftstoffe und LNG
Wichtige Erkenntnisse
- •Die ANP veröffentlichte ihren Entwurf am 27. Juli zur Aktualisierung der Resolution Nr. 903/2022, welche die Spezifikationen für in Brasilien vertriebenes Marineschiffdieselöl und Schweröl festlegt.
- •Die vorgeschlagenen Änderungen würden B100-maritimen Biokraftstoff für den routinemäßigen Schiffseinsatz genehmigen und HVO, grünen Diesel sowie Gas-to-Liquids-Kraftstoffe als Drop-in-Alternativen ohne Motoränderungen anerkennen.
- •Die Überwachung der Biokraftstoffmischung würde sich von einer vorherigen Genehmigungspflicht zu einem Meldeverfahren für autorisierte Mischunternehmen im neuen Rahmen ändern.
- •Methanol, Ammoniak, Wasserstoff und Ethanol würden weiterhin eine experimentelle ANP-Genehmigung vor dem Bunkern benötigen, während LNG in ein separates Genehmigungsverfahren überführt würde.
- •Die öffentliche Anhörung bleibt bis zum 10. September geöffnet, mit einer öffentlichen Anhörungssitzung am 23. September zur Erörterung der vorgeschlagenen regulatorischen Aktualisierungen.

Brasilien hat eine öffentliche Anhörung zu vorgeschlagenen Änderungen seiner Schiffskraftstoffvorschriften eröffnet, die die Nutzung von Biokraftstoffen und alternativen Schiffskraftstoffen im nationalen Schifffahrtssektor ausweiten würden.
Die Nationalagentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) veröffentlichte den Entwurf am 27. Juli zur Aktualisierung der Resolution Nr. 903/2022, welche die Spezifikationen für in Brasilien vertriebenes Marineschiffdieselöl und Schweröl festlegt.
Der Entwurf würde die brasilianischen Schiffskraftstoffspezifikationen an ISO 8217:2024 anpassen und den Energiewandel des Sektors unterstützen, wie die internationale Anwaltskanzlei Mayer Brown am Mittwoch auf ihrer Website mitteilte.
Zu den vorgeschlagenen Änderungen gehört die Zulassung von bis zu B100 (100 % maritimer Biokraftstoff) für die routinemäßige Nutzung durch Schiffe, anstatt nur unter außergewöhnlichen Umständen. Dieser Schritt ist für Brasilien von Bedeutung, das zu den weltweit größten Biokraftstoffproduzenten zählt und bereits Biodiesel aus Sojaöl und anderen Rohstoffen für seinen nationalen Straßenkraftstoffmarkt bereitstellt.
Die Regulierungsbehörde plant zudem, HVO, grünen Diesel und Gas-to-Liquids-(GTL)-Kraftstoffe als Drop-in-Alternativen anzuerkennen, die ohne Änderungen an Motoren oder Bunkering-Infrastruktur eingesetzt werden können.
Der Entwurf würde die derzeitige Anforderung einer vorherigen ANP-Genehmigung für das Mischen von Biokraftstoffen durch ein Meldeverfahren für autorisierte Mischunternehmen ersetzen.
Methanol, Ammoniak, Wasserstoff und Ethanol würden weiterhin eine experimentelle ANP-Genehmigung benötigen, bevor sie gebunkert werden können, während LNG in ein separates Genehmigungsverfahren überführt würde, das die Verfügbarkeit etablierter technischer Standards widerspiegelt.
Die Änderungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, da die weltweite Schifffahrtsindustrie an der Strategie der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation arbeitet, bis oder um das Jahr 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen im internationalen Schiffsverkehr zu erreichen. Die regulatorische Aktualisierung Brasiliens würde die nationalen Vorschriften stärker an internationale Standards angleichen und einen klareren Rahmen für Biokraftstoffoperationen schaffen, die bereits im brasilianischen Maritimsektor stattfinden.
Die öffentliche Anhörung ist bis zum 10. September geöffnet, wobei am 23. September eine öffentliche Anhörungssitzung stattfindet.