NachrichtenMakroBNP Paribas erwartet langsameres Wachstum in Großbritannien und höhere Inflation wegen Iran-Konflikt

BNP Paribas erwartet langsameres Wachstum in Großbritannien und höhere Inflation wegen Iran-Konflikt

Autor: bitcoinworld·

Wichtige Erkenntnisse

  • BNP Paribas prognostiziert, dass sich das Wirtschaftswachstum in Großbritannien 2026 von geschätzten 1,3% im Jahr 2025 auf 1% verlangsamen wird.
  • Die Inflation in Großbritannien dürfte 2026 auf 3,2% steigen, da erneuter Preisdruck mit dem Krieg im Iran zusammenhängt.
  • Höhere globale Energie- und Rohstoffkosten könnten Haushaltsrechnungen, Transportkosten und Betriebsausgaben von Unternehmen in Großbritannien erhöhen.
  • Die Bank of England muss die Zinsen möglicherweise länger erhöht halten oder sie anheben, falls die Inflation erhöht bleibt.
  • BNP Paribas erklärte, eine restriktivere Bank of England könnte das Abwärtspotenzial des Pfunds begrenzen, doch schwächeres Wachstum dürfte eine Aufwertung deckeln.
BNP Paribas erwartet langsameres Wachstum in Großbritannien und höhere Inflation wegen Iran-Konflikt

Strategen von BNP Paribas haben einen vorsichtigen Ausblick für das Pfund Sterling und die britische Wirtschaft veröffentlicht. Sie prognostizieren, dass sich das Wirtschaftswachstum in Großbritannien 2026 von geschätzten 1,3% im Jahr 2025 auf 1% verlangsamen wird, während die Inflation auf 3,2% steigen dürfte, da durch den anhaltenden Krieg im Iran neuer Preisdruck entsteht.

Langsameres Wachstum und erneuter Inflationsdruck

Die Analyse der französischen Bankengruppe verweist auf eine doppelte Herausforderung für die britische Wirtschaft: ein schwächeres Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bei gleichzeitig deutlichem Anstieg der Verbraucherpreise. Die für 2026 prognostizierte Inflationsrate von 3,2% würde laut der Quelle einen erheblichen Anstieg gegenüber dem aktuellen Niveau bedeuten. Getrieben werde der Anstieg vor allem durch Störungen an den globalen Energiemärkten und in den Lieferketten, die mit dem Konflikt im Nahen Osten zusammenhängen.

Strategen von BNP Paribas erklärten, der Krieg im Iran füge der britischen Wirtschaft neuen kostenseitigen Preisdruck hinzu, insbesondere durch höhere Energie- und Rohstoffpreise. Für eine energieimportierende Volkswirtschaft wie Großbritannien können steigende globale Öl- und Gaskosten auf Haushaltsrechnungen, Transportkosten und Betriebsausgaben von Unternehmen durchschlagen, wodurch es schwieriger wird, die Inflation wieder in Richtung des Ziels der Bank of England zu bringen. Ein solcher externer Schock dürfte den geldpolitischen Kurs der Bank of England (BoE) erschweren, da die Entscheidungsträger die Notwendigkeit, die Inflation einzudämmen, gegen das Risiko einer weiteren Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivität abwägen müssen.

Auswirkungen auf das Pfund und die Zinsen

Die Kombination aus langsamerem Wachstum und höherer Inflation schafft für Großbritannien ein stagflationäres Umfeld, das historisch betrachtet negativ für das Pfund Sterling war. BNP Paribas merkte jedoch an, dass die BoE angesichts der erhöhten Inflation gezwungen sein könnte, die Zinsen beizubehalten oder sogar anzuheben. Eine solche Entwicklung könnte der Währung kurzfristig etwas Unterstützung geben.

„The market is likely to price in a more hawkish BoE, which could limit the pound’s downside against currencies like the euro and the US dollar,” the strategists said in a note. “However, the deteriorating growth outlook will cap any significant appreciation.”

Die Prognose deutet darauf hin, dass die britischen Zinsen länger als bisher erwartet erhöht bleiben könnten, falls die Zentralbank der Inflationskontrolle weiterhin Vorrang vor der Wachstumsunterstützung einräumt. Das hätte direkte Folgen für Hypothekennehmer, Unternehmen und die Kreditkosten des Staates. Zugleich würde es die Erwartungen an den Devisenmärkten prägen, während Händler einschätzen, wie anhaltender Inflationsdruck die geldpolitische Haltung der BoE beeinflussen könnte.

Breiterer wirtschaftlicher Kontext

Die Projektionen von BNP Paribas erfolgen in einer Phase erhöhter geopolitischer Unsicherheit. Der Krieg im Iran hat bereits zur Volatilität an den globalen Ölmärkten beigetragen, wobei sich die Preise für Brent-Rohöl stark bewegten. Für Großbritannien, das Nettoimporteur von Energie ist, schlagen höhere globale Energiekosten direkt in höheren Haushaltsrechnungen und steigenden Betriebsausgaben für Unternehmen nieder.

Die Wachstumsprognose der Bank von 1% für 2026 würde die schwächste Expansion der britischen Wirtschaft seit dem pandemiebedingten Einbruch im Jahr 2020 markieren, abgesehen von der kurzen technischen Rezession Ende 2023. Der Ausblick verdeutlicht die Fragilität der wirtschaftlichen Erholung Großbritanniens und die anhaltenden Herausforderungen durch externe Schocks.

Die Analyse von BNP Paribas beschreibt ein schwieriges Umfeld für das Pfund Sterling und die britische Wirtschaft insgesamt, geprägt von langsamerem Wachstum und steigender Inflation. Die Prognose unterstreicht außerdem die Zielkonflikte, vor denen die Bank of England steht, während sie ein von geopolitischen Konflikten beeinflusstes stagflationäres Umfeld steuert. In den kommenden Monaten werden die wichtigsten Indikatoren zur Bewertung dieses Zielkonflikts Energiepreise, Lieferkettenbedingungen, britische Inflationsdaten sowie Signale von BoE-Vertretern dazu sein, ob die Inflationskontrolle weiterhin Vorrang vor der Wachstumsunterstützung hat.