NachrichtenKryptoBithumb gewinnt zwei südkoreanische Klagen wegen Bitcoin-Auszahlungsfehlers

Bithumb gewinnt zwei südkoreanische Klagen wegen Bitcoin-Auszahlungsfehlers

Autor: CryptoMeter io·

Wichtige Erkenntnisse

  • Das Seoul Central District Court entschied in zwei separaten erstinstanzlichen Fällen zugunsten von Bithumb.
  • Die beiden Urteile betreffen zusammen fast 199 Millionen Won beziehungsweise etwa 144.000 US-Dollar.
  • Ausgangspunkt des Falls war die versehentliche Gutschrift von etwa 620.000 Bitcoin während einer Werbeaktion im Februar.
  • Bithumb erklärte, rund 99,7% der irrtümlichen Gutschriften zurückerhalten zu haben, verklagte aber Nutzer, die die Bitcoin vor den Beschränkungen bereits verkauft hatten.
  • Zwei weitere Klagen sind noch offen und könnten den Umgang südkoreanischer Gerichte mit ähnlichen Börsenfehlern weiter prägen.
Bithumb gewinnt zwei südkoreanische Klagen wegen Bitcoin-Auszahlungsfehlers

Die südkoreanische Kryptobörse Bithumb hat zwei erstinstanzliche Klagen gewonnen, mit denen die Rückgabe von Erlösen aus Bitcoin gefordert wurde, die Nutzern während einer Werbeaktion im Februar versehentlich gutgeschrieben worden waren.

Das Seoul Central District Court entschied in dieser Woche in zwei separaten Fällen zugunsten von Bithumb. Ein Urteil verpflichtete einen Nutzer zur Rückgabe von rund 194 Millionen Won, während es in einem anderen Fall um eine Forderung von etwa 5 Millionen Won ging. Zusammen betreffen die beiden Urteile fast 199 Millionen Won, also etwa 144.000 US-Dollar.

Die Streitfälle gehen auf einen der größten operativen Fehler in der Kryptobranche in diesem Jahr zurück. Während einer Werbeaktion schrieb Bithumb Kunden versehentlich etwa 620.000 Bitcoin statt 620.000 Koreanischen Won gut. Fehlerhafte Auszahlungen dieser Art sind auch anderswo in der Branche aufgetreten: 2021 überwies Crypto.com einem Kunden irrtümlich 10,5 Millionen Australische Dollar statt einer Rückerstattung von 100 Dollar und zog später vor Gericht, um die Mittel zurückzuerlangen.

Der Fehler legte Schwächen in den Börsenkontrollen offen

Bithumb erkannte den Fehler innerhalb weniger Minuten und schränkte den Handel sowie Auszahlungen für betroffene Konten ein. Die Börse konnte letztlich etwa 99,7% der fälschlich gutgeschriebenen Bitcoin zurückerlangen. Einige Kunden hatten ihre Bitcoin jedoch bereits verkauft, bevor die Beschränkungen in Kraft traten, woraufhin Bithumb rechtlich gegen Nutzer vorging, die die Erlöse aus diesen Verkäufen nicht zurückgaben.

Die Börse reichte im März vier Zivilklagen ein. Die beiden in dieser Woche entschiedenen Fälle markieren die ersten gerichtlichen Erfolge in diesem Rückgewinnungsversuch. Die Urteile stehen im Einklang mit einem seit Langem geltenden Grundsatz des südkoreanischen Zivilrechts, wonach eine Person, die Geld oder Vermögenswerte aufgrund des Fehlers eines anderen erhält, den Vorteil nach der Doktrin der ungerechtfertigten Bereicherung in der Regel zurückgeben muss.

Zwei Forderungen sind noch anhängig

Die verbleibenden Klagen betreffen Forderungen von etwa 14,8 Millionen Won und 500 Millionen Won. Ihre Ergebnisse könnten weiter darüber entscheiden, wie südkoreanische Gerichte Nutzer behandeln, die von Vermögenswerten profitieren, die von Kryptobörsen versehentlich gutgeschrieben wurden. Als erstinstanzliche Entscheidungen können die Urteile dieser Woche noch angefochten werden.

Der Vorfall im Februar führte zudem zu einer Prüfung durch südkoreanische Finanzbehörden. Die Aufseher untersuchten Bithumbs interne Kontrollen, nachdem der Fehler auf der Plattform kurzzeitig eine deutliche Bitcoin-Preisstörung ausgelöst hatte. Die Prüfung erfolgt vor dem Hintergrund des in Südkorea seit Juli 2024 geltenden Virtual Asset User Protection Act, der Börsen verpflichtet, Kundenvermögen zu schützen, und den Finanzbehörden Sanktionsbefugnisse gegenüber Betreibern einräumt.

Die gerichtlichen Erfolge verschaffen Bithumb eine stärkere rechtliche Grundlage, während das Unternehmen weiterhin versucht, Mittel aus dem Vorfall zurückzuerlangen. Sie verdeutlichen zudem die finanziellen und rechtlichen Folgen, mit denen Börsen rechnen müssen, wenn operative Kontrollen versagen, selbst wenn der Großteil der irrtümlich verteilten Vermögenswerte schnell zurückgeholt wird.