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BitGo schließt Übernahme des institutionellen Trading-Geschäfts von NYDIG ab

Autor: Coindoo·

Wichtige Erkenntnisse

  • BitGo hat die Übernahme des institutionellen Trading-Geschäfts von NYDIG am 27. August abgeschlossen; der Kaufpreis wurde nicht offengelegt.
  • Rund 30 NYDIG-Mitarbeiter wechselten mit den institutionellen Handelsbeziehungen zu BitGo.
  • Die Übernahme ermöglicht BitGo-Kunden Finanzierung, Handel und Derivate parallel zur Verwahrung innerhalb der Gruppe.
  • Die Konsolidierung erhöht die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter und konzentriert das Gegenparteirisiko.
  • Offen sind Fragen zur Trennung der Kundenvermögen, zur Wiederverwendung von Sicherheiten und zur Geschwindigkeit eines Anbieterwechsels.
BitGo schließt Übernahme des institutionellen Trading-Geschäfts von NYDIG ab

BitGo hat die Übernahme des institutionellen Trading-Geschäfts von NYDIG am 27. August angekündigt und abgeschlossen; der Kaufpreis wurde nicht offengelegt. Das übernommene Geschäft betreut Assetmanager, Hedgefonds, Unternehmen, Family Offices und andere professionelle Investoren. Rund 30 NYDIG-Mitarbeiter wechselten gemeinsam mit den institutionellen Handelsbeziehungen der Einheit zu BitGo.

Laut Reuters hatte BitGo vor dem Börsengang per Direktlisting im Juni 170 Millionen US-Dollar an Finanzierung eingesammelt, während NYDIG Ende 2024 eine Runde in Höhe von 720 Millionen US-Dollar abschloss. Für institutionelle Krypto-Kunden zeigt die Transaktion, wie Verwahrungsanbieter versuchen, mehr Dienstleistungen – etwa Finanzierung, Handel und Derivate – um die bestehenden Kundenvermögen zu bündeln, statt sich allein auf Verwahrung zu stützen.

Was ändert sich für Kunden

Vor der Übernahme musste ein Fonds, der BitGo für die Verwahrung nutzte und handeln oder Hebel einsetzen wollte, Vermögenswerte zu einem externen Broker transferieren – mit zusätzlichem Zeitaufwand, Kosten und neuem Gegenparteirisiko. Nun können Finanzierung, Handel und Besicherungsverwaltung innerhalb der BitGo-Gruppe parallel zur Verwahrung angeboten werden.

Neue Risiken sind abzuwägen

Die Konsolidierung verändert das Risiko, statt es zu beseitigen. Der Kunde wird stärker von BitGos finanzieller Lage, Technologie und internen Kontrollen abhängig. Fällt ein eng verbundenes System aus, könnten mehrere Dienstleistungen gleichzeitig beeinträchtigt werden. Getrennte Rechtsträger und interne Kontrollen können diese Exposition begrenzen, doch BitGo hat nicht genügend Details offengelegt, um die endgültige Struktur zu bewerten.

Der institutionelle Kontext

Andere Finanzunternehmen verteilen diese Funktionen auf externe Anbieter. Andere Broker verteilen diese Verantwortlichkeiten auf verschiedene spezialisierte Anbieter. Als Coinbase seine Prime-Brokerage-Dienstleistungen ausbaute, kombinierte es Verwahrung und Ausführung unter einem Dach, während Galaxy und Cantor Fitzgerald ähnliche All-in-One-Angebote für institutionelle Kunden entwickelten. BitGo konzentriert sich mit dieser Übernahme auf denselben Ansatz, während NYDIG sich auf sein Kerngeschäft mit Bitcoin und regulatorischen Beziehungen konzentriert.

Worauf zu achten ist

Entscheidende Fragen betreffen die Trennung der Kundenvermögen zwischen den Rechtsträgern, ob eine Wiederverwendung von Sicherheiten (Rehypothecation) zulässig ist und wie schnell Kunden Positionen glattstellen oder Vermögenswerte übertragen können. Solange BitGo keine Rechtsstrukturen und Vertragsbedingungen veröffentlicht, sind Institutionen auf Due Diligence statt auf öffentliche Offenlegung angewiesen.

BitGo-CEO Mike Belshe erklärte, das erworbene Team solle Effizienzgewinne bei Technologie, Betrieb und Compliance schaffen. Das Unternehmen hat bislang nicht erläutert, wie sich Verwahrung, Handel und Finanzierung auf die einzelnen Rechtsträger verteilen werden, sodass Kunden möglicherweise weiterhin separate Vereinbarungen für jede Dienstleistung benötigen.

Erste Belege werden von BitGos Kunden erwartet

Künftige Ergebnisse werden zeigen, ob Verwahrungskunden die neuen Derivate- und Finanzierungsfunktionen nutzen. Relevante Kennzahlen sind die Anzahl der Mehrprodukt-Kunden, das Finanzierungsvolumen, die Derivateaktivität, die Kundenbindung und wiederkehrende Umsätze.

BitGo muss zudem nachweisen, dass die übernommenen Dienstleistungen die Margen verbessern und nicht lediglich die Umsätze steigern. Für Kunden stellt sich die unmittelbare Frage, ob die operationelle Vereinfachung die Konzentration des Gegenparteirisikos und die schwierigeren Ausstiegsszenarien aufwiegt.

Eine kurze Erläuterung, warum dies wichtig ist: Wenn Vermögenswerte, Sicherheiten und Positionen bei verbundenen Unternehmen liegen, kann sich ein Problem in einem Bereich auf andere Bereiche ausweiten, und ein Wechsel zu einem neuen Anbieter kann langsamer und komplexer ausfallen. Nach dem bankruptcyrechtlichen Zusammenbruch von FTX im Jahr 2022, bei dem Kundengelder innerhalb eines Konzerns vermischt wurden, haben Regulierer und Institutionen die Trennung von Kundengeldern stärker eingefordert. Deshalb konzentriert sich die Due Diligence für diesen Deal darauf, wie BitGo Vermögenswerte zwischen den Einheiten trennt und ob Sicherheiten wiederverwendet werden dürfen.

Quelle: Coindoo