Bitget verlässt Japan, Kontobeschränkungen beginnen am 1. November
Wichtige Erkenntnisse
- •Bitget wird am 1. November 2026 mit Kontobeschränkungen für japanische Einwohner beginnen und verbleibende offene Positionen nach dem 31. Dezember 2026 zwangsweise schließen.
- •Nutzer, die als japanische Einwohner eingestuft wurden, müssen bis zum 1. November die Level-2-Identitätsprüfung abschließen, andernfalls werden ihre Konten automatisch als japanische Konten eingestuft und unterliegen Einschränkungen.
- •Japans Financial Services Agency hatte Bitget im März 2023 und im November 2024 wegen mutmaßlich nicht autorisierter Dienstleistungen für digitale Vermögenswerte an japanische Einwohner gewarnt.
- •Das Kanto Local Finance Bureau veröffentlichte im Juni 2025 eine weitere Warnung gegen BTG Technology Holdings Limited, das mit dem Namen Bitget in Verbindung gebracht wird, wegen mutmaßlicher nicht registrierter Derivateanwerbung.
- •Bitget folgt Binance und Bybit und verlässt Japan vollständig, statt eine FSA-Registrierung nach dem Payment Services Act anzustreben.

Die Kryptobörse Bitget wird Dienstleistungen für japanische Einwohner einstellen und ab dem 1. November 2026 mit Beschränkungen für betroffene Konten beginnen. Nach ihrer jüngsten Compliance-Prüfung hat die Börse nach dem 3. August keine neuen Registrierungen mehr aus Japan angenommen. Betroffene Nutzer müssen nun ihren Wohnsitzstatus verifizieren oder sich darauf vorbereiten, ihre Vermögenswerte vor den endgültigen Schließungen zu verwalten.
Frist für die Verifizierung am 1. November
Bitget hat Nutzer, die als japanische Einwohner eingestuft wurden, aufgefordert, die Level-2-Identitätsprüfung vor dem 1. November abzuschließen. Der Prozess erfordert eine Adressverifizierung und weitere Identitätsdokumente, die den aktuellen Wohnsitzstatus jedes Kontoinhabers bestätigen. Nutzer, die außerhalb Japans leben, müssen korrekte Unterlagen einreichen, um den vollen Kontozugriff zu behalten.
Nach Ablauf der Frist im November wird die Börse nicht verifizierte Konten automatisch als Konten japanischer Einwohner einstufen. Diese Konten unterliegen im Rahmen des geplanten Rückzugsprozesses von Bitget schrittweisen Servicebeschränkungen. Bitget hat nicht alle Einschränkungen im Detail beschrieben, erklärte jedoch, dass weitere Anweisungen über die registrierten E-Mail-Adressen versendet werden.
Bitget forderte die Nutzer auf, ihre persönlichen Daten zu überprüfen und die erforderliche Verifizierung vor Inkrafttreten der Einschränkungen abzuschließen. Die Börse riet außerdem dazu, sicherzustellen, dass die angegebene Adresse mit dem offiziellen Ausweis und den unterstützenden Dokumenten übereinstimmt. Dieser Verifizierungsprozess soll Bitget dabei helfen, Nutzer im Ausland von Kunden zu unterscheiden, die derzeit in Japan ansässig sind.
Gestaffelte Servicebeschränkungen für japanische Konten
Bitget wird am 1. November 2026 damit beginnen, die Dienste für bestätigte japanische Einwohner einzuschränken. Die Börse will den Nutzern Zeit geben, Gelder zu verwalten und aktive Positionen vor der endgültigen Durchsetzung zu schließen. Das Unternehmen plant, verfügbare Auszahlungsverfahren und Schritte zum Asset-Management über direkte Mitteilungen an die betroffenen Nutzer zu erläutern.
Nach dem angekündigten Zeitplan werden alle Positionen, die nach dem 31. Dezember 2026 noch offen sind, zwangsweise geschlossen. Nutzer müssen daher gehebelte Trades, Derivate-Positionen und andere aktive Produkte vor Jahresende ausgleichen. Sie sollten zudem verfügbare Vermögenswerte übertragen, bevor Kontofunktionen nicht mehr verfügbar oder deutlich eingeschränkt werden.
Der stufenweise Ansatz gibt japanischen Einwohnern mehrere Monate Zeit, sich auf den vollständigen Dienststopp vorzubereiten. Bitget hat jedoch noch keine detaillierten Zeitpläne für jede einzelne Produktbeschränkung oder Kontofunktion veröffentlicht. Die Börse teilte mit, dass künftige E-Mails die erforderlichen Maßnahmen erläutern werden, sobald die Umsetzungsdaten näher rücken.
Regulatorischer Druck geht Bitgets Rückzug aus Japan voraus
Japan verlangt von Kryptoplattformen, die lokale Einwohner bedienen, eine Registrierung bei der Financial Services Agency (FSA) nach dem Payment Services Act, einem der ersten umfassenden Lizenzierungsrahmen für Handelsplätze mit digitalen Vermögenswerten, der von einer großen Volkswirtschaft eingeführt wurde. Der Rahmen wurde nach dem Zusammenbruch von Mt. Gox im Jahr 2014 eingeführt und nach dem Vorfall bei Coincheck im Jahr 2018 weiter verschärft, wodurch japanische Aufsichtsbehörden sowohl die Befugnis als auch den Präzedenzfall erhielten, gegen nicht registrierte Plattformen in ihrem Zuständigkeitsbereich vorzugehen.
Die FSA erließ im März 2023 und im November 2024 Warnungen im Zusammenhang mit der Börse. Beide Mitteilungen bezogen sich auf den Verdacht, dass die Plattform ohne Genehmigung Dienstleistungen für digitale Vermögenswerte an japanische Einwohner erbracht habe.
Im Juni 2025 veröffentlichte das Kanto Local Finance Bureau eine weitere Warnung mit Bezug zum Namen Bitget. Die Behörde nannte BTG Technology Holdings Limited wegen der mutmaßlichen Anwerbung nicht registrierter Online-Derivategeschäfte.
Bitget ist mit diesem Durchsetzungsumfeld nicht allein konfrontiert. Auch andere große ausländische Börsen, darunter Binance und Bybit, haben sich in den vergangenen Jahren aus dem japanischen Markt zurückgezogen, statt eine FSA-Registrierung anzustreben, die die Erfüllung von Kapitalanforderungen, Verwahrungsstandards und Governance-Pflichten erfordert, die sowohl von der Behörde als auch vom zertifizierten Selbstregulierungsrahmen der japanischen Kryptobörsen geprüft werden. Bitget hat sich nun für einen vollständigen Marktaustritt entschieden, statt unter zunehmender regulatorischer Überprüfung weiterzumachen.