Bitcoin gibt kurz nach und erholt sich wieder, während Fed-Chef Warsh weiteren Handlungsbedarf bei der Inflation signalisiert
Wichtige Erkenntnisse
- •Bitcoin fiel kurz auf 78.630 US-Dollar, bevor es sich nach den Inflationskommentaren von Fed-Chef Kevin Warsh auf rund 79.474 US-Dollar erholte.
- •In seiner ersten großen Rede als Fed-Chef erklärte Warsh, die Inflationszahlen seien besorgniserregend, und warnte, dass die Geldpolitiker noch Arbeit vor sich hätten, wenn die Inflation nicht klar auf das Ziel der Fed zusteuert.
- •Nach der Rede preisten die Trader eine Wahrscheinlichkeit von 50 % für eine Zinserhöhung im September ein, womit die Septembersitzung der Fed zum nächsten wichtigen Prüfpunkt für die Zinserwartungen wird.
- •Der jüngste Anstieg von Bitcoin wurde durch die Ankündigung von US-Finanzminister Scott Bessent, das Volumen der Rückkäufe langlaufender Anleihen zu verdoppeln, sowie durch Präsident Trumps Lob für den vorgeschlagenen Clarity Act beflügelt — ein Gesetz, das digitale Assets als Wertpapiere, Rohstoffe oder Zahlungs-Stablecoins einordnen würde.
- •Warsh äußerte sich auf dem Jackson-Hole-Symposium der Federal Reserve Bank of Kansas City, auf dem in diesem Jahr Kryptowährungen und Stablecoins offiziell auf der Agenda stehen.

Bitcoin gab am Freitag kurz nach und erholte sich anschließend wieder, nachdem der Chef der Federal Reserve, Kevin Warsh, in seiner ersten großen Rede als Leiter der US-Notenbank erklärte, dass die Geldpolitiker im Kampf gegen die Inflation noch „mehr zu tun“ hätten.
Die führende Kryptowährung notierte zuletzt bei 79.474 US-Dollar, nachdem sie zwischenzeitlich bis auf 78.630 US-Dollar gefallen war, bevor sie rasch wieder anzog.
Bitcoin hat sich historisch in einem Umfeld niedriger Zinsen gut entwickelt, doch die Federal Reserve zögert angesichts der hartnäckigen Inflation in der größten Volkswirtschaft der Welt, die Kreditkosten zu senken. Der Kongress hat der Fed einen Doppelauftrag erteilt — maximale Beschäftigung und stabile Preise —, und Warshs Äußerungen machten die Spannung zwischen diesen beiden Zielen deutlich.
Nachdem er sich zur Beschäftigung geäußert hatte, sagte Warsh mit Blick auf den Auftrag der Notenbank: „Aber auf der Seite der Preisstabilität unseres Auftrags sind die Zahlen besorgniserregender.“
Er fügte hinzu: „Wir müssen sicher sein, dass die zugrunde liegende Inflation klar und mit ausreichender Geschwindigkeit auf unser Ziel zusteuert. Andernfalls haben wir noch Arbeit vor uns.“
In der Vergangenheit ist Bitcoin auf Nachrichten gesunken, dass die Federal Reserve die Inflation als zu hoch einschätzt, da solche Aussagen eine geringere Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bedeuten. Nach Warshs Rede preisten die Trader eine Wahrscheinlichkeit von 50 % für eine Zinserhöhung im September ein, womit die Septembersitzung der Fed der nächste wichtige Prüfpunkt für die Zinserwartungen ist.
Doch Bitcoin scheint die Rede — zumindest vorerst — abschütteln zu können.
Die Kryptowährung begann in der vergangenen Woche deutlich zu steigen, nachdem US-Finanzminister Scott Bessent ankündigte, sein Ministerium werde das Volumen der Rückkäufe langlaufender Anleihen verdoppeln. Die Nachricht drückte die Renditen nach unten und ließ den Dollar nachgeben, während nicht verzinsliche Vermögenswerte wie Bitcoin und Gold deutlich zulegten.
Auch positive regulatorische Nachrichten haben die Kryptowährung unterstützt. Präsident Donald Trump sagte in der vergangenen Woche, das lange erwartete Krypto-Gesetz Clarity Act sei ein „sehr, sehr kraftvolles“ Gesetzgebungsvorhaben, und drängte die Abgeordneten, es über die Ziellinie zu bringen. Der Gesetzentwurf, der sich noch im Kongressverfahren befindet, würde einen Rahmen schaffen, um zwischen digitalen Assets zu unterscheiden, die Wertpapiere, Rohstoffe oder Zahlungs-Stablecoins sind — eine Gesetzgebung, die die Kryptobranche seit Langem fordert.
Die Rede fiel mit der jährlichen Veranstaltung der Federal Reserve Bank of Kansas City zusammen, die am Freitag in Jackson Hole im Bundesstaat Wyoming stattfindet und bei der sich Notenbanker, Vertreter der Federal Reserve, Politikverantwortliche und Wissenschaftler versammeln, um über „Financial Innovation: Implications for Payments and Policy“ zu diskutieren. Das Refugium in Wyoming dient seit Langem als Bühne, auf der Fed-Chefs Richtungswechsel der Geldpolitik signalisiert haben — eine Geschichte, die Warshs Äußerungen bei seinem Auftritt dort zusätzliches Gewicht verlieh.
Laut der Website der Federal Reserve Bank of Kansas City wird sich die diesjährige Veranstaltung unter anderem damit befassen, dass „in den letzten Jahren ein dramatischer Anstieg der Innovation bei der finanziellen Vermittlung und bei Zahlungen“ zu verzeichnen war, einschließlich neuer Technologien wie „Kryptowährungen und Stablecoins“. Die Präsenz digitaler Assets auf der offiziellen Agenda unterstreicht ihre wachsende Bedeutung in den allgemeinen politischen Debatten.
Dieser Beitrag erschien erstmals auf Bitcoin Magazine und wurde von Mathew Di Salvo verfasst.