NachrichtenAktienKI-Infrastruktur-Deals verlieren an Schwung für Bitcoin-Mining-Aktien

KI-Infrastruktur-Deals verlieren an Schwung für Bitcoin-Mining-Aktien

Autor: Cointelegraph·

Wichtige Erkenntnisse

  • Ein Bericht von Blocksbridge Consulting ergab, dass die durchschnittlichen Aktienbewegungen am Ankündigungstag für KI- und HPC-Deals von Bitcoin-Minern zwischen Juni 2024 und August 2026 von rund 24 % auf etwa 10 % sanken, obwohl die Vertragsgrößen zunahmen.
  • Das Bitcoin-Halving im April 2024 halbierte die Blockbelohnung von 6,25 auf 3,125 BTC, drückte die Mining-Margen und beschleunigte den Drang, bestehende Strom- und Rechenzentrumsinfrastruktur zu monetarisieren.
  • Frühe KI-Hosting-Deals lösten dramatische Aktienanstiege aus, darunter Core Scientifics CoreWeave-Abkommen mit über 40 %, Applied Digital mit knapp 49 % und TeraWulf mit rund 60 %, während neuere vergleichbare Deals nur noch Gewinne zwischen 5 und 12 % brachten.
  • Der TEM AI Infrastructure Growth Index von TheEnergyMag liegt etwa 28,5 % unter seinem Juni-Höchststand und spiegelt einen breiteren Rückzug bei KI-Infrastruktur-Aktien wider, alongside eines Rückgangs des Philadelphia Semiconductor Index um fast 17 % gegenüber den Juli-Hochs.
  • Der Umsatz pro vertraglich vereinbarten Megawatt ist im Laufe der Zeit gestiegen, doch Investoren konzentrieren sich zunehmend auf Umsetzungsfähigkeit, Finanzierung und langfristige Rentabilität statt auf reine Vertragswerte in den Schlagzeilen.
KI-Infrastruktur-Deals verlieren an Schwung für Bitcoin-Mining-Aktien

Die Hinwendung der Bitcoin-Miner zu künstlicher Intelligenz und High-Performance-Computing (HPC) verändert ihre Geschäftsmodelle grundlegend. Doch Investoren honorieren neue Infrastruktur-Deals nicht mehr mit der gleichen Begeisterung wie früher – ein Zeichen dafür, dass der Markt zunehmend differenzierter bewertet, da KI-Hosting-Strategien längst zum Mainstream gehören. Diese Entwicklung gewann zusätzliche Dringlichkeit, nachdem das Bitcoin-Halving im April 2024 die Blockbelohnung von 6,25 auf 3,125 BTC senkte, die Mining-Margen drückte und die Betreiber dazu veranlasste, ihr wertvollstes Kapital zu monetarisieren: groß angelegte Strominfrastruktur, Netzanschlüsse und speziell errichtete Rechenzentrumsanlagen, die nur schwer und zeitaufwendig zu replizieren sind.

Laut einer neuen Analyse von Blocksbridge Consulting, veröffentlicht in TheEnergyMag's Miner Weekly, hat die Marktreaktion auf KI-Infrastruktur-Ankündigungen in den vergangenen zwei Jahren deutlich nachgelassen. Der Bericht untersuchte 25 KI- und HPC-Infrastruktur-Deals, die zwischen Juni 2024 und August 2026 angekündigt wurden, und kam zu dem Ergebnis, dass die durchschnittliche Aktienbewegung am Ankündigungstag von rund 24 % bei den frühesten Deals auf etwa 10 % bei den jüngsten zurückging. Auch die medianen Gewinne halbierten sich im gleichen Zeitraum fast, obwohl Umfang und Wert der Verträge stiegen.

Der Bericht stellte fest, dass der annualisierte Umsatz pro vertraglich vereinbarten Megawatt im Laufe der Zeit leicht gestiegen ist – ein Indiz dafür, dass KI-Hosting-Vereinbarungen lukrativer werden. Da solche Deals jedoch immer alltäglicher werden, legen Investoren offenbar größeren Wert auf Umsetzung, Finanzierung und langfristige Rentabilität als auf reine Vertragswerte in den Schlagzeilen – ein Wandel, der übergreifende Fragen im KI-Infrastruktur-Sektor widerspiegelt: Welche Unternehmen können ehrgeizige Ausbauzeitpläne angesichts sich verknappender Strom- und Ausrüstungslieferketten tatsächlich einhalten?

Dieser Wandel zeigt sich darin, wie der Markt auf wichtige Ankündigungen reagiert hat. Die anfängliche Hosting-Vereinbarung von Core Scientific mit CoreWeave ließ die Aktien um über 40 % steigen, während Applied Digitals erster CoreWeave-Leasingvertrag fast 49 % gewann und TeraWulfs erster Fluidstack-Deal um knapp 60 % anzog.

Jüngere Mega-Deals stießen hingegen auf eine deutlich gedämpftere Reaktion. TeraWulfs 401-Megawatt-Leasingvertrag mit Anthropic ließ die Aktien um etwa 5 % steigen, CleanSparks KI-Hosting-Abkommen im Wert von 6,6 Milliarden Dollar gewann knapp 9 %, und Bitdeers neuer Tydal-Vertrag trieb die Aktie vorübergehend um rund 12 % nach oben, bevor diese Gewinne bis Marktchluss wieder verschwunden waren.

Bitcoin-Mining-Aktien spiegeln nachlassende KI-Euphorie wider

Die Entwicklung von Bitcoin-Mining-Aktien, die sich KI- und HPC-Workloads verschrieben haben, spiegelt ebenfalls die abkühlende Begeisterung des Marktes wider. Der TEM AI Infrastructure Growth Index von TheEnergyMag, der börsennotierte Unternehmen verfolgt, die KI-Rechenzentrums- und digitale Infrastrukturgeschäfte aufbauen, liegt etwa 28,5 % unter seinem Juni-Höchststand – ein Hinweis darauf, dass Investoren vorsichtiger geworden sind, obwohl die Nachfrage nach KI-Infrastruktur weiterhin hoch ist.

Der TEM AI Infrastructure Growth Index liegt zwar im Jahresvergleich weiterhin deutlich höher, doch seine Dynamik hat in den letzten Monaten nachgelassen.

Die Verlangsamung spiegelt einen breiteren Rückzug bei KI-Infrastruktur-Aktien wider, wobei der Philadelphia Semiconductor Index fast 17 % unter seinem Juli-Höchststand gefallen ist. Für Bitcoin-Miner stellt sich für Investoren nun die Frage, ob sich frühe KI-Hosting-Deals in dauerhafte, margenstarke Erlösströme umwandeln lassen – oder ob der Wettbewerb durch speziell errichtete Hyperscale-Rechenzentrumsbetreiber, kombiniert mit den Kapitalkosten für die Umrüstung von Anlagen auf KI-Workloads, den Vorteil schmälern wird, den der Zugang zu bestehender Strominfrastruktur einst bot.