BIP-110-Minderheits-Fork stoppt nach nur zwei abgebauten Blöcken – 48 Blöcke hinter Bitcoin zurück
Wichtige Erkenntnisse
- •Die BIP-110-Minderheits-Chain produzierte nur zwei Blöcke, bevor sie zum Stillstand kam, und fiel innerhalb von etwa acht Stunden nach der Abspaltung 48 Blöcke hinter die Bitcoin-Haupt-Chain zurück.
- •BIP-110 schlug vorübergehende Beschränkungen für beliebige Daten in Bitcoin-Transaktionen vor, zog jedoch nur 2,53 % Miner-Unterstützung an – weit unter der 55-prozentigen Aktivierungsanforderung.
- •Die geforkte Chain erbte Bitcoins Mining-Difficulty, was bedeutet, dass es bei aktuellen Hash-Raten etwa 350 Tage dauern würde, bis eine Difficulty-Anpassung erreicht wird.
- •Replay-Angriffsrisiken bestehen für Inhaber des geforkten Coins, da beide Chains anfangs dieselbe Transaktionsstruktur erkennen.
- •Das verpflichtende Signalisierungs-Fenster erstreckt sich bis Block 963.647, aber die Minderheits-Chain wird bei ihrem aktuellen Tempo wahrscheinlich nicht diese Höhe erreichen.

Die BIP-110-Minderheits-Chain ist nach der Erzeugung von nur zwei Blöcken zum Stillstand gekommen, etwa acht Stunden nach der Abspaltung von der Bitcoin-Haupt-Chain. Gegen 6:00 Uhr UTC befand sich das abgespaltene Netzwerk noch bei Block 961.633, während Bitcoin bereits bei Block 961.681 angelangt war, laut dem Situationsmonitor. Die Lücke von 48 Blöcken unterstreicht den schweren Mangel an Mining-Leistung der Fork.
Die Trennung erfolgte bei Block 961.632, als die Blockablehnung aufgrund unzureichenden Signalisierens auf der BIP-110-Chain begann. Der erste nicht-signalisierende Block wurde von AntPool generiert und bleibt auf der Bitcoin-Haupt-Blockchain gültig, während der alternative Block von einem OCEAN-Miner abgebaut wurde. AntPool und OCEAN sind beide Pool-Mining-Dienste, die die Rechenleistung von Minern koordinieren.
Was BIP-110 vorschlägt
Bitcoin Improvement Proposal 110, oder BIP-110, fordert vorübergehende Beschränkungen bei der Speicherung beliebiger Daten in Bitcoin-Transaktionen. Der Vorschlag entstand aus einer laufenden Debatte, die nach dem Start von Ordinals-Inschriften Anfang 2023 intensiviert wurde, wodurch Nutzer Bilder, Text und andere Daten direkt auf der Bitcoin-Blockchain einbetten konnten. Befürworter argumentieren, dass Bilder, Textnachrichten, Inschriften und ähnliche Inhalte Block-Platz beanspruchen und dadurch gewöhnliche Transaktionen verteuern.
Gegner halten entgegen, dass Nutzer, die Gebühren für ihre Transaktionen zahlen, das Recht haben, den Block-Platz nach eigenem Ermessen zu nutzen, wodurch die zugrunde liegende Debatte zu einer Frage der Netzwerkphilosophie wird. Diese Spannung spiegelt eine breitere Frage innerhalb der Bitcoin-Community wider: Soll das Netzwerk in erster Linie als Settlement-Schicht für Finanztransaktionen dienen oder als eine allgemeinere Datenplattform fungieren?
Warum die Fork kämpft
Die unmittelbare Herausforderung für die geforkte Blockchain ist die geerbte Mining-Difficulty. Bitcoin passt die Difficulty alle 2.016 Blöcke an, um approximately zehn Minuten zwischen den Blöcken zu erreichen. Das Minderheitsnetzwerk hat dieses Difficulty-Anpassungssystem von der Haupt-Chain geerbt, operiert jedoch in einem wesentlich kleineren Maßstab. Auf seinem aktuellen Verlauf würde die BIP-110-Chain etwa 350 Tage benötigen, um eine Difficulty-Anpassung zu erreichen, verglichen mit etwa 14 Tagen bei Bitcoin.
Die Miner-Unterstützung lag bereits weit unter der Aktivierungsschwelle des Vorschlags vor der Abspaltung. Nur 2,53 % der Blöcke signalisierten während des relevanten Zwei-Wochen-Zeitraums für BIP-110, weit entfernt von der 55-prozentigen Anforderung.
🚨BIP-110 MINORITY FORK STALLS AFTER JUST TWO BLOCKS! BIP-110, a temporary soft-fork proposal meant to limit non-financial "spam" data like Ordinals inscriptions on Bitcoin for one year needed 55% miner support, but only got about 2.5%. At block 961,632 on Saturday, nodes… pic.twitter.com/trB4PybtDF — Crypto Banter (@crypto_banter) August 9, 2026
🚨BIP-110 MINORITY FORK STALLS AFTER JUST TWO BLOCKS! BIP-110, a temporary soft-fork proposal meant to limit non-financial "spam" data like Ordinals inscriptions on Bitcoin for one year needed 55% miner support, but only got about 2.5%. At block 961,632 on Saturday, nodes… pic.twitter.com/trB4PybtDF
Die geringe Beteiligungsrate bedeutet, dass das abgespaltene Netzwerk von einer begrenzten Anzahl von Minern abhängt, während die Haupt-Chain Transaktionen normal weiterverarbeitet.
Marktauswirkungen und nächste Schritte
Die BIP-110-Fork schafft Risiken für alle, die ihr Coin halten oder übertragen. Da beide Chains anfangs dieselbe Transaktionsstruktur erkennen, könnte eine Transaktion, die geforkte Coins ausgibt, auch auf Bitcoin gültig sein, was Bedenken hinsichtlich Replay-Angriffen aufwirft. Langsame Block-Produktion schwächt zudem die Settlement-Zuverlässigkeit und könnte die Aufrechterhaltung eines Marktes für das geforkte Coin erschweren.
Das verpflichtende Signalisierungs-Fenster läuft bis Block 963.647, aber die Minderheits-Chain wird bei ihrem aktuellen Tempo wahrscheinlich nicht diese Höhe erreichen. Die Situation unterstreicht Bitcoins Konsensmodell: Eine vorgeschlagene Regel kann technisch von einer Minderheit implementiert werden, aber wirtschaftliche Relevanz erfordert, dass Miner, Knoten, Nutzer und Märkte folgen. Frühere Minderheits-Forks in der Geschichte von Bitcoin, einschließlich kleinerer Abspaltungen, die ebenfalls keine nennenswerte Hash-Rate anziehen konnten, hatten Schwierigkeiten, die Betriebsfähigkeit ohne anhaltende Ökosystem-Unterstützung aufrechtzuerhalten. Bitcoin bleibt dominant.