Studie der Bank of Korea: Nachfrage nach Dollar-Stablecoins kann lokale Währungen schwächen
Wichtige Erkenntnisse
- •Eine Studie der Bank of Korea ergab, dass die Nachfrage nach Dollar-Stablecoins lokale Währungen unter Druck setzt, wenn Anleger die Token direkt mit Fiatgeld auf Börsen kaufen können.
- •Die Stablecoin-Aufschläge sanken um 0,33 bis 0,38 Prozentpunkte, nachdem Binance Fiat-Stablecoin-Handelspaare eingeführt hatte, und der brasilianische Real wertete um 0,12 % ab, als die Stablecoin-Nachfrage stieg.
- •In Südkorea können Anleger Stablecoins nicht direkt mit Won auf Binance kaufen, daher wirkt sich die Nachfrage auf die Stablecoin-Preise und nicht auf den Devisenmarkt aus.
- •Die Studie warnte, dass eine breitere Beteiligung von Unternehmen und ausländischen Anlegern an koreanischen Kryptobörsen die Verknüpfung zwischen Stablecoin- und Devisenmärkten stärken könnte.
- •Die Forscher empfahlen, die Regulierung digitaler Assets parallel zur Won-Internationalisierung voranzutreiben, während Abgeordnete über einen Rahmen für Stablecoins auf Won-Basis beraten.

Die Nachfrage nach Dollar-gedeckten Stablecoins kann lokale Währungen unter Abwertungsdruck setzen, wenn globale Börsen Anlegern den direkten Kauf der Token mit Fiatgeld ermöglichen, so eine Studie der Bank of Korea.
Die Studie untersuchte, was geschah, nachdem Binance den direkten Handel zwischen lokalen Währungen, darunter der brasilianische Real und die türkische Lira, und an den Dollar gekoppelten Stablecoins wie USDT und USDC eingeführt hatte. Die Forscher stellten fest, dass die Stablecoin-Aufschläge nach der Einführung der Fiat-Stablecoin-Handelspaare um 0,33 bis 0,38 Prozentpunkte sanken, während eine stärkere Nachfrage nach den Token mit einer Abwertung der lokalen Währungen gegenüber dem Dollar einherging. Die Frage hat an Dringlichkeit gewonnen, da Dollar-gedeckte Token wie USDT und USDC zu einem Markt mit Hunderten Milliarden Dollar im Umlauf angewachsen sind und sich die Kanäle erweitert haben, über die Dollar-Exposure grenzüberschreitend fließen kann.
Brasilien als Fallstudie
Brasilien bot ein anschauliches Beispiel für diese Dynamik. Anleger können auf Binance Dollar-Stablecoins direkt mit brasilianischen Real kaufen, was bedeutet, dass eine steigende Nachfrage in tatsächliche Dollarkäufe umgesetzt werden kann. Die Studie ergab, dass der Real um 0,12 % abwertete, als die Stablecoin-Nachfrage zunahm. Brasilien ist einer der größeren Kryptomärkte Lateinamerikas, und der Real sowie die türkische Lira sind Währungen von Volkswirtschaften, die historisch wiederholt Währungsdruck erlebt haben – Bedingungen, unter denen Sparer häufig nach Dollar-Exposure suchen.
Die Ergebnisse bestätigen frühere Warnungen über die makroökonomischen Auswirkungen Dollar-gebundener Token in Entwicklungsländern. Wie Moody's Ratings warnte: „In Schwellenländern schwächt insbesondere eine hohe Durchdringung mit USD-gebundenen Stablecoins die monetäre Transmission.“
Ein anderer Mechanismus in Südkorea
In Südkorea funktioniert der Mechanismus anders, da Anleger dort Stablecoins nicht direkt mit Won auf Binance kaufen können. Inländische Händler tauschen bestehende Stablecoin-Bestände weitgehend untereinander, sodass eine gestiegene Nachfrage sich in den Stablecoin-Preisen widerspiegelt und nicht direkt im Devisenmarkt. Dies steht im Gegensatz zu Rechtsordnungen, in denen Krypto-zu-Fiat-Zugänge für Stablecoins direkt verfügbar sind, und zeigt, wie stark der Währungseffekt von der Marktstruktur abhängt und nicht allein von der Stablecoin-Nachfrage.
Das könnte sich ändern, wenn Südkorea eine stärkere Beteiligung von Unternehmen und ausländischen Anlegern an inländischen Kryptobörsen zulässt, so die Studie. Solche Veränderungen könnten Preisunterschiede zwischen inländischen und ausländischen Stablecoins verringern und zugleich die Verknüpfung zwischen Kryptomärkten und Wechselkursen stärken. Die Frage ist unmittelbar relevant für die aktuellen politischen Debatten in Seoul, wo Abgeordnete an einer Digital-Asset-Gesetzgebung arbeiten, die einen Rahmen für Stablecoins auf Won-Basis schaffen würde – einschließlich Vorschlägen, nicht-finanziellen Unternehmen unter regulatorischen Auflagen die Ausgabe von Stablecoins zu erlauben.
„Wenn sich die Marktstruktur ändert und sich Unternehmen und Ausländer stärker an inländischen Börsen für virtuelle Vermögenswerte beteiligen, könnte sich die Verbindung zwischen dem Stablecoin-Markt und dem Devisenmarkt verstärken“, sagte Kim Ji-hyun, Managerin im Team für internationale Finanzforschung der Bank of Korea.
Politische Empfehlungen
Die Forscher empfahlen, Reformen der Regulierung digitaler Assets parallel zu Bemühungen um die Internationalisierung des Won und um eine Verbesserung der Struktur des südkoreanischen Devisenmarkts voranzutreiben. Die Won-Internationalisierung ist ein erklärtes Regierungsziel, und die Studie deutet darauf hin, dass die Ausgestaltung der Stablecoin-Regeln diesen Agenda-Punkt beeinflussen wird.
Die Ergebnisse reihen sich ein in die wachsende Besorgnis der Zentralbanken über die möglichen Auswirkungen Dollar-gedeckter Stablecoins auf die Geldpolitik und die Währungsstabilität, da ihre Nutzung weltweit zunimmt. Aus verwandter Berichterstattung geht hervor, dass Afrika die höchsten Stablecoin-Umtausch-Spreads aufweist, wie Daten von Januar 2026 zeigen, und dass Südafrikas Stablecoin-Erfahrung eine politische Lehre für Schwellenländer bietet, laut IWF.