NachrichtenKryptoBank von Korea warnt: Dollar-Stablecoins könnten lokale Währungen schwächen

Bank von Korea warnt: Dollar-Stablecoins könnten lokale Währungen schwächen

Autor: Tron Weekly·

Wichtige Erkenntnisse

  • Eine Studie der Bank von Korea ergab, dass dollargepegte Stablecoins lokale Währungen schwächen könnten, falls große Börsen direkte Fiat-Handelspaare anbieten.
  • Die Untersuchung beobachtete eine Verschiebung von Bankeinlagen in dollargestützte Stablecoins, was die Dollar-Verfügbarkeit und die Einlagenbasis der Banken für die Kreditvergabe verringert.
  • Ein möglicher Zinsschnitt der US-Notenbank im September könnte den Tausch von Bargeld in Krypto attraktiver machen und die Kapitalflüsse in Stablecoins verstärken.
  • Lokale Banken sind von Einlagenabzügen bedroht, Aufsichtsbehörden von Verwirrung durch große Kapitalzuflüsse, und Anleger von Bitcoin- und Ethereum-Spot-ETFs könnten indirekt betroffen sein.
  • Von Korea werden kurzfristig keine Reservenanforderungen oder Limits erwartet – im Gegensatz zu den USA und der Europäischen Union, die bereits Stablecoin-Gesetzgebung vorangetrieben haben.
Bank von Korea warnt: Dollar-Stablecoins könnten lokale Währungen schwächen

Dollargedeckte Stablecoins könnten den Wert lokaler Währungen untergraben, falls große globale Börsen direkte Fiat-Handelspaare anbieten, so das Ergebnis eines aktuellen Forschungsberichts der Bank von Korea (BOK).

Die Studie hebt Bedenken hinsichtlich der Währungssouveränität hervor, da Stablecoins – auf den US-Dollar gepoolte Kryptotoken wie USDT und USDC – im globalen Zahlungsverkehr zunehmend verbreitet sind. Die Ergebnisse werden auch in einem verwandten Bericht behandelt: Bank of Korea warnt, dass die Nachfrage nach Dollar-Stablecoins Wechselkurse bewegen kann. Das Problem ist nicht auf Korea beschränkt: Da die größten Stablecoins auf US-Dollar lauten, steht jede Volkswirtschaft, in der Nutzer lokale Währung leicht gegen dollargepegte Token tauschen können, vor derselben Frage, wie viel geldpolitische Kontrolle bei der heimischen Zentralbank verbleibt – eine Sorge, die Debatten über Dollarisierung in Schwellenländern seit Jahrzehnten begleitet hat.

Dollar-Exodus beschleunigt sich

Die Zentralbank analysierte Szenarien, in denen große Börsen wie Coinbase und Binance direkte Stablecoin-Paare zwischen dem US-Dollar und lokalen Währungen anboten. Die Forscher beobachteten, dass Gelder von Bankguthaben in dollargestützte Stablecoins wanderten und so die Verfügbarkeit von US-Dollar auf den Inlandsmärkten einschränkten. In der Praxis würde eine solche Verschiebung auch die Einlagenbasis schmälern, auf die lokale Banken für die Kreditvergabe angewiesen sind, und die inländischen Finanzierungsbedingungen über einen Kanal verschärfen, der außerhalb des traditionellen geldpolitischen Instrumentariums der Zentralbank liegt.

Nach Angaben der Bank von Korea könnte die Möglichkeit eines Zinsschnitts der US-Notenbank diese Dynamik für Marktteilnehmer verstärken. Ein schwächerer Dollar würde den Wechsel von Bargeld zu Krypto attraktiver machen und zugleich Investitionen in digitale Assets und Blockchain-Projekte lenken könnten.

Die geldpolitische Haltung der Zentralbank wurde bisher genau beobachtet, wie Berichte wie Bank of Korea hält den Leitzins angesichts überraschend starker Konjunktur zeigen.

Wer spürt den Druck durch Stablecoins?

Der durch Stablecoins erzeugte Druck beschränkt sich nicht auf Krypto-Händler, wie die Bank von Korea betont. Lokale Banken sehen sich potenziellen Einlagenabzügen gegenüber, Aufsichtsbehörden ringen mit der Verwirrung durch große Kapitalzuflüsse, und Blockchain-Plattformen werden durch Staking, die Erstellung von NFTs und Cross-Chain-Transfers aktiver.

Die Forschung der BOK wurde öffentlich auf X aufgegriffen:

Monetary Signal Intelligence — Material Update. Two developments meet the threshold for notification. Bank of Korea — USD stablecoins formally linked to FX transmission. On 3 September 2026, the BOK published research finding that once global intermediaries can directly trade a… — scotthardiman2019 (@scottahardiman) September 6, 2026 (https://x.com/scottahardiman/status/2096740482743492954?ref_src=twsrc%5Etfw)

Diese großen Marktbewegungen werden von Verwahrern, Entwicklern, Wagniskapitalgesellschaften und Emittenten verfolgt – darunter auch die Unternehmen hinter den Münzen von Tether und Circle.

Anleger von Bitcoin- und Ethereum-Spot-ETFs könnten indirekt betroffen sein, da die Liquidität von Stablecoins breiteren Verschiebungen hin zu höheren Risiken vorausgehen und diese sogar lenken kann.

Regulierung zeichnet sich ab

Diese Entwicklungen fallen mit einem deutlichen Anstieg des Stablecoin-Umlaufs und Verschiebungen in der großen makroökonomischen Politik zusammen. CME-FedWatch-Daten weisen einem Zinsschnitt der US-Notenbank im September derzeit eine höhere Wahrscheinlichkeit zu – ein Schritt, der ein Grund dafür sein könnte, dass Institutionen Stablecoins gegenüber aufgeschlossener werden.

Derzeit wird nicht erwartet, dass die Regierung bedeutende Maßnahmen wie Reservenanforderungen oder Limits einführt. Diese zurückhaltende Haltung steht im Gegensatz zu Rechtsräumen, die auf explizite Stablecoin-Rahmenwerke hin gearbeitet haben – die Vereinigten Staaten und die Europäische Union haben beide Gesetze zur Regulierung von Stablecoin-Emission und -Reserven vorangetrieben. Das lässt die Frage offen, ob die koreanischen Behörden nachziehen werden, falls die von Stablecoins getriebenen Kapitalflüsse weiter zunehmen.

Quelle: Binance