Quellen: Bank of Japan könnte auf ihrer Sitzung am 17.–18. September erneut die Zinsen erhöhen
Wichtige Erkenntnisse
- •Von Jiji zitierte Quellen sagen, dass die Bank of Japan auf ihrer Sitzung am 17.–18. September eine weitere Zinserhöhung erwägen könnte.
- •Eine zusätzliche Anhebung würde der Leitzinserhöhung der Notenbank vom Juni folgen.
- •Die hartnäckig über dem 2-Prozent-Ziel der BoJ liegende Inflation wird als zentraler Grund für eine mögliche weitere Straffung angeführt.
- •Ein hawkish zusammengefasster Meinungsbericht der BoJ-Ratssitzung im Juli hatte die Erwartungen an einen September-Schritt bereits erhöht.
- •MUFG und Goldman Sachs haben argumentiert, dass eine nachhaltige Yen-Stärke eher von einer tatsächlichen geldpolitischen Straffung der BoJ abhängt als von Währungsinterventionen allein.

Die Bank of Japan könnte auf ihrer kommenden Ratssitzung am 17. und 18. September erneut eine Zinserhöhung erwägen, wie aus gut informierten, von der Nachrichtenagentur Jiji zitierten Quellen hervorgeht. Ein solcher Schritt würde der im Juni beschlossenen Leitzinserhöhung der Notenbank folgen.
Die Quellen verwiesen auf steigende Risiken höherer Inflation als entscheidenden Faktor für eine mögliche weitere geldpolitische Straffung. Die japanische Verbraucherpreisinflation lag über einen längeren Zeitraum hartnäckig über dem 2-Prozent-Ziel der BoJ, was die Einschätzung verstärkt, dass Preisdruck zunehmend in der Wirtschaft verankert sein könnte, anstatt nur vorübergehend zu sein. Der Bericht reiht sich ein in eine Serie von Signalen der letzten Tage, die auf steigende Wahrscheinlichkeiten für einen geldpolitischen Schritt im September hindeuten.
Die Wahrscheinlichkeit einer September-Erhöhung war bereits nach einem hawkish zusammengefassten Meinungsbericht (Summary of Opinions) der BoJ-Ratssitzung im Juli gestiegen, der darauf hindeutete, dass die interne Debatte innerhalb der Bank schon vor dem aktuellen Bericht in eine restriktivere Richtung tendierte.
Ein weiterer Bericht vom Vortag fügte der Argumentation für einen September-Schritt eine zusätzliche Dimension hinzu und deutete darauf hin, dass die BoJ unter Druck stehen könnte, angesichts der jüngsten gemeinsamen Währungsintervention mit den Vereinigten Staaten zur Stützung des Yen zu handeln. Die anhaltende Schwäche des Yen wird zu einem großen Teil durch das weite Zinsgefälle zwischen Japan und den Vereinigten Staaten angetrieben, wo die Federal Reserve die Zinsen auf Mehrjahreshochs gehalten hat, während die BoJ ihre ultra-akkommodative Haltung länger beibehielt als jede andere große Notenbank. Dieser Zusammenhang legt nahe, dass die Bank sich verpflichtet fühlen könnte, die Intervention durch eine echte geldpolitische Straffung zu untermauern, anstatt die durch die Intervention gelieferte Währungsstützung ohne fundamentale Absicherung bestehen zu lassen.
Die Berichterstattung deckt sich mit einer breiteren, von großen Finanzinstituten vertretenen Yen-These. Analysten von MUFG und Goldman Sachs haben beide argumentiert, dass eine echte, nachhaltige Yen-Stärke davon abhängt, dass die BoJ tatsächlich weitere Straffungsmaßnahmen umsetzt, statt sich allein auf Interventionen zu verlassen. Eine September-Erhöhung, falls sie zustande kommt, würde der gemeinsamen Interventionsmaßnahme jene fundamentale Rückendeckung verschaffen, die laut beiden Häusern bislang fehlt.
Bemerkenswerterweise käme eine BoJ-Zinserhöhung im September zu einem Zeitpunkt, da andere große Notenbanken, darunter die Federal Reserve und die Europäische Zentralbank, in die entgegengesetzte Richtung gehen und auf Zinssenkungen hinarbeiten. Dies wäre eine ungewöhnliche geldpolitische Diskrepanz, die die Dynamik von Carry Trades und die Kapitalflussmuster an den globalen Devisenmärkten neu formen könnte.
Zusammen betrachtet ergeben der Jiji-Bericht, der hawkish zusammengefasste Meinungsbericht der Julisitzung und der durch die gemeinsame Intervention selbst erzeugte wirtschaftspolitische Druck ein stimmigeres Bild einer Notenbank, die zunehmend wahrscheinlich im September eine weitere Maßnahme nach der Junierhöhung ergreifen wird. Diese Kombination dürfte die Zinserwartungen für September bei USD/JPY-Händlern in den kommenden Wochen fest im Blick behalten.
Quelle: ForexLive / InvestingLive