Australische Verbraucherstimmung steigt im August um 6% auf 88,9, bleibt aber tief im Pessimismus
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Westpac-Melbourne Institute Consumer Sentiment Index stieg im August auf 88,9 von 83,9 im Juli, blieb aber unter 100 und damit im pessimistischen Bereich.
- •Der Großteil der Verbesserung kam von Hypothekeninhabern, die nach dem Beschluss der Reserve Bank of Australia befragt wurden, den Cash Rate am 11. August unverändert zu lassen.
- •Die Stimmung der Mieter verbesserte sich nach der RBA-Entscheidung, lag für den Monat insgesamt aber weiterhin unter dem Juli-Niveau.
- •Die Erwartungen zur Arbeitslosigkeit stiegen wieder über den langfristigen Durchschnitt und signalisieren erneute Vorsicht am Arbeitsmarkt.
- •59% der Befragten erwarten weiterhin steigende Hypothekenzinsen; zugleich waren nach dem RBA-Treffen weniger Menschen unsicher über den Zinsausblick.

Die australische Verbraucherstimmung verbesserte sich im August, bleibt aber klar im pessimistischen Bereich. Der Westpac-Melbourne Institute Consumer Sentiment Index — eine monatliche Umfrage und einer der am längsten laufenden Indikatoren für die Haushaltsstimmung in Australien — stieg im August um 6% auf 88,9, nach 83,9 im Juli. Der Wert liegt weiterhin deutlich unter dem Vorjahresniveau. Der Index ist auf 100 normiert, also auf den Punkt, an dem Optimisten und Pessimisten ausgeglichen sind; bei 88,9 überwiegen die Pessimisten insgesamt weiterhin, insbesondere bei Fragen zur aktuellen Haushaltsfinanzlage.
Wichtiger als der Schlagzeilenanstieg ist die Zusammensetzung des Zuwachses. Die Verbesserung war eng begrenzt und konzentrierte sich fast vollständig auf Befragte mit Hypotheken und, genauer, auf Personen, die nach der Entscheidung der Reserve Bank of Australia vom 11. August befragt wurden, den Cash Rate unverändert zu lassen. Die vor dem Treffen erhobenen Antworten hatten sich gegenüber Juli kaum verändert. Damit entstand die gesamte monatliche Verbesserung praktisch in den Tagen nach der Ankündigung der RBA. Dieses Timing spricht für eine Erleichterungsreaktion, die speziell mit dem Zinsentscheid zusammenhängt, und nicht für eine echte, breit angelegte Erholung des Vertrauens der Haushalte. Die starke Reaktion von Hypothekeninhabern wird durch die Struktur des australischen Hypothekenmarkts verstärkt: Der Großteil der ausstehenden Wohnungsdarlehen hat variable Zinssätze oder kurze Zinsbindungsfristen, sodass Entscheidungen zum Cash Rate schneller auf die Rückzahlungen der Haushalte durchschlagen als in Märkten wie den USA, wo 30-jährige Festzinskredite dominieren.
Die Stimmung der Mieter zeichnete ein anderes Bild. Sie verbesserte sich nach dem RBA-Treffen, schloss den Monat insgesamt jedoch niedriger ab, da die vor dem Treffen erhobenen Werte bereits unter dem Niveau vom Juli gelegen hatten.
Die zukunftsgerichteten Komponenten der Umfrage verbesserten sich deutlich weniger als die Fragen zur aktuellen Lage. Westpac sieht darin Hinweise auf anhaltende Unsicherheit — einschließlich geopolitischer Spannungen im Nahen Osten — die das Vertrauen der Haushalte weiter belasten.
Die Erwartungen zur Arbeitslosigkeit verstärkten das vorsichtige Bild, indem sie wieder über den langfristigen Durchschnitt stiegen und die Verbesserung des Vormonats teilweise zurücknahmen. Westpac hat diese Kennzahl zuvor als nützlichen Frühindikator für die Lage am Arbeitsmarkt beschrieben, und diese Rückkehr ist wohl das wichtigere Detail für die Reaktionsfunktion der RBA selbst, da Erwartungen einer Verschlechterung am Arbeitsmarkt direkt in die Einschätzung der Zentralbank einfließen, wie viel weitere Straffung die Wirtschaft verkraften kann. Die Stimmung der Haushalte wird aus demselben Grund genau beobachtet: Der Konsum ist der größte Einzelbeitrag zur australischen Wirtschaftsaktivität, sodass Stimmungsindikatoren in breitere Einschätzungen des Ausblicks einfließen.
Auch die Erwartungen zu den Hauspreisen schwächten sich ab, da sich der Immobilienmarkt abschwächt. Innerhalb dieses Ergebnisses waren Mieter sowohl weniger geneigt, fallende Preise zu erwarten, als auch pessimistischer hinsichtlich ihrer eigenen Chancen auf einen Hauskauf.
Bei den Zinsen scheint die Entscheidung der RBA, den Kurs beizubehalten, die Erwartungen der Haushalte eher geschärft als verschoben zu haben. Eine Mehrheit der Befragten — 59% — erwartet weiterhin weitere Anstiege der Hypothekenzinsen; dieser Anteil hat sich weder nach dem Treffen noch gegenüber dem Vormonat nennenswert verändert. Verändert hat sich jedoch die Klarheit: Der Anteil der Befragten, die angaben, nicht zu wissen, was mit den Zinsen geschehen werde, sank, während der Anteil derjenigen, die fallende oder stabile Zinsen erwarteten, nach dem Treffen auf fast 28% stieg, von 21% zuvor.
Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Pause der RBA den Haushalten zwar etwas Beruhigung verschaffte, die grundlegende Erwartung weiterer Straffung jedoch kaum veränderte. Die Haushalte haben ihre eigene Zinsperspektive trotz der Pause der Zentralbank nicht wesentlich neu bewertet, sodass die Stimmung bis zum nächsten geldpolitischen Treffen fragil bleiben könnte. Die nächste monatliche Erhebung zusammen mit der folgenden Entscheidung der RBA wird zeigen, ob der nach der Pause verzeichnete Anstieg bei Hypothekeninhabern anhält und wie die Haushalte auf den weiteren Verlauf des geldpolitischen Zyklus reagieren.