AUSTRAC ordnet Aussetzung von Cryptolink-Bitcoin-Automaten wegen Meldeverstößen an
Wichtige Erkenntnisse
- •AUSTRAC hat Cryptolink angewiesen, seine Bitcoin-ATM-Terminals wegen Verstößen gegen fristgerechte Meldepflichten im Rahmen der australischen AML/CTF-Vorschriften abzuschalten.
- •Die Durchsetzungsmaßnahme setzt sowohl Cash-to-Crypto- als auch Crypto-to-Cash-Dienste an Cryptolinks Standorten außer Betrieb, obwohl die Ursache auf Compliance-Mängeln und nicht auf einem System- oder Hardwarefehler beruht.
- •AUSTRAC beaufsichtigt Anbieter von Digitalwährungsbörsen seit 2018 auf Grundlage des AML/CTF Act und verlangt Registrierung, fortlaufende Meldungen sowie Kundenidentifizierung von allen solchen Betreibern.
- •Cash-to-Crypto-ATM-Transaktionen werden von Aufsichtsbehörden weltweit als risikoreicher eingestuft, weil sie die Umwandlung physischer Währung in digitale Vermögenswerte mit möglicherweise begrenzter Identitätsprüfung ermöglichen.
- •Die Maßnahme gegen Cryptolink könnte konkurrierende Krypto-ATM-Betreiber dazu veranlassen, ihre Compliance-Vorkehrungen zu verschärfen, da mit einer breiteren regulatorischen Prüfung des Sektors gerechnet wird.

Australiens Finanznachrichtendienst AUSTRAC hat den Krypto-ATM-Betreiber Cryptolink angewiesen, seine Bitcoin-Automaten wegen Meldeverstößen offline zu nehmen. Die Durchsetzungsmaßnahme setzt die Cash-to-Crypto-Dienste des Unternehmens an den betroffenen Standorten faktisch außer Betrieb.
Die Anordnung verpflichtet Cryptolink, seine Bitcoin-ATM-Terminals abzuschalten, sodass sie für Kunden, die Bitcoin kaufen oder umtauschen möchten, nicht mehr verfügbar sind. Auslöser ist ein Verstoß gegen Compliance-Pflichten im Zusammenhang mit verspäteten Meldungen und nicht ein Hardwarefehler oder ein Netzwerkausfall.
Umstände hinter der Durchsetzungsmaßnahme
Laut der Vollstreckungsmitteilung von AUSTRAC stellte die Behörde ihre Entscheidung auf Cryptolinks Versäumnis ab, die Meldeanforderungen fristgerecht zu erfüllen. AUSTRAC erläuterte die verspäteten Meldungen des Betreibers außerdem in einer separaten Stellungnahme zu dem Fall.
Wenn die Geräte „offline“ genommen werden, sind die Terminals ausgeschaltet und für die Öffentlichkeit unzugänglich. Kunden, die Cryptolinks Maschinen zuvor zur Umwandlung von Bargeld in Bitcoin genutzt haben, können dies an diesen Standorten nicht mehr tun, und der Crypto-to-Cash-Dienst des Betreibers wurde infolgedessen ausgesetzt.
Auslöser war ausdrücklich ein Verstoß gegen Meldepflichten und kein Systemausfall. Das Ausmaß der Verstöße ergibt sich aus den Feststellungen von AUSTRAC, wie sie in der Mitteilung der Behörde dargelegt sind, und nicht aus einem gerichtlich festgestellten Urteil. AUSTRAC beaufsichtigt Anbieter von Digitalwährungsbörsen seit 2018 auf Grundlage des australischen Anti-Money Laundering and Counter-Terrorism Financing (AML/CTF) Act und verlangt von diesen Betreibern die Registrierung bei der Behörde sowie die Einhaltung fortlaufender Melde- und Identifizierungspflichten für Kunden.
Bedeutung für die Aufsicht über Krypto-ATM-Betreiber
Meldepflichten sind für die Geldwäscheaufsicht bei Krypto-ATM-Betreibern zentral, da diese Geräte den Transfer von Werten zwischen Bargeld und Bitcoin ermöglichen. Cash-to-Crypto-Transaktionen gelten weltweit bei Aufsichtsbehörden als risikoreich, weil sie es ermöglichen, physische Währung in digitale Vermögenswerte umzuwandeln, teils mit begrenzter Identitätsprüfung zum Zeitpunkt der Transaktion. Wenn ein reguliertes Unternehmen seine Aufsichtspflichten nicht erfüllt, können die Behörden über bloße Warnungen hinausgehen und betriebliche Einschränkungen verhängen, wie AUSTRAC es hier mit der vollständigen Abschaltung der Terminals getan hat.
Die Durchsetzungsmaßnahme ist ein Ausdruck eines Compliance-Streits zwischen der Behörde und dem Betreiber. AUSTRAC stellte fest, dass Cryptolinks Meldekontrollen unzureichend waren und die Geräte deshalb außer Betrieb genommen werden mussten.
Mögliche Folgen für Australiens Krypto-ATM-Markt
Eine Anordnung gegen einen einzelnen Betreiber kann die Aufmerksamkeit im gesamten Sektor erhöhen. Australische Gerichte und Aufsichtsbehörden haben bereits gezeigt, dass sie eine strenge Regulierung bei kryptobezogenen Sachverhalten unterstützen, etwa als der High Court die Behörde im Krypto-Rendite-Fall von Block Earner unterstützte.
Für Cryptolinks Kunden ist die unmittelbare Folge ein gestörter Zugang zu Bitcoin-ATM-Diensten an den Standorten des Unternehmens. Einige Nutzer könnten auf Kryptowährungsbörsen oder andere On-Ramp-Methoden ausweichen.
Wettbewerbende Krypto-ATM-Betreiber könnten ihre eigenen Melde- und Compliance-Prozesse verschärfen, um ähnliche Maßnahmen zu vermeiden. Marktbeobachter werden darauf achten, ob AUSTRAC seine Prüfung auf weitere Anbieter in diesem Bereich ausweitet und ob Bitcoins dominierende Rolle an diesen Automaten sie weiterhin zum Fokus für Aufseher macht, die die mit Crypto-to-Cash-Aktivitäten verbundenen Umwandlungsrisiken überwachen.