Lagos Ride-Hailing-Fahrer beenden viertägigen Streik – Gewerkschaft fordert Deinstallation von inDrive
Wichtige Erkenntnisse
- •Der Landesverband Lagos der AUATON beendete den viertägigen Streik der E-Hailing-Fahrer; der Landesvorsitzende Jaiyesimi Azeez kündigte die sofortige Rückkehr an die Arbeit an.
- •Die Gewerkschaft wies ihre Mitglieder an, die inDrive-App zu deinstallieren, da das Unternehmen während des Arbeitskampfs nicht mit der Gewerkschaft in Kontakt getreten sei.
- •Die Fahrer wurden aufgefordert, von AUATON empfohlene, lokal entwickelte Plattformen zu nutzen: MyKab, Randbax und SimpliRide.
- •Bolt führte am Donnerstag, während des laufenden Streiks, ein Roundtable-Gespräch mit der Gewerkschaft und behandelte dabei Anliegen zu Vergütung, Gebühren, Transparenz und Wohlergehen.
- •inDrive-Country-Director Timothy Oladimeji betonte, das Unternehmen erhebe die niedrigste Provision der Branche, und bezeichnete die reduzierte Gebühr als Absicherung für Fahrer angesichts wirtschaftlicher Belastungen.

LAGOS — Der Landesverband Lagos der Amalgamated Union of App-based Transporters of Nigeria (AUATON) hat den Streik seiner Fahrer nach vier Tagen ohne Fahrbetrieb beendet und die Mitglieder zugleich aufgefordert, die inDrive-Plattform zugunsten lokal entwickelter Ride-Hailing-Apps aufzugeben.
Der Schritt verbindet die Rückkehr an die Arbeit mit anhaltendem Druck auf die Plattformen: Die Fahrer werden aufgefordert, eine der großen Ride-Hailing-Apps des Landes vollständig zu verlassen – nicht lediglich die Fahrten wieder aufzunehmen.
In einer an Technext übermittelten Erklärung, die vom Landesvorsitzenden Comrade Jaiyesimi Azeez unterzeichnet wurde, bezeichnete die Gewerkschaft den Arbeitskampf als erfolgreich und erklärte, die Beendigung des Streiks sei nach einer Bewertung der Lage notwendig gewesen.
"Following our assessment of the situation, I hereby announce that the ongoing industrial action and shutdown are officially called off, effective immediately. Drivers may resume their normal activities, while remaining attentive to further official union communications", heißt es in der Erklärung.
Der Vorsitzende dankte zudem den E-Hailing-Fahrern in Lagos, die während des viertägigen Arbeitskampfs zur Bewegung standen, und hob hervor, dass deren Verzicht, Solidarität, Mut und Einsatzbereitschaft die Kraft kollektiven Handelns demonstriert hätten.
AUATON fordert Mitglieder zur Deinstallation von inDrive auf
Die Gewerkschaft äußerte zudem Enttäuschung über inDrive, eine der bedeutendsten Ride-Hailing-Apps des Landes, wegen der Gleichgültigkeit, die das Unternehmen während des Streiks an den Tag gelegt habe. Laut der Erklärung habe inDrive während des Arbeitskampfs keinen Kontakt aufgenommen – eine Untätigkeit, die nach Ansicht der Gewerkschaft fehlenden Respekt gegenüber den Fahrern zeige, auf denen das Geschäft des Unternehmens beruhe.
"Despite our collective action and the concerns raised by drivers, inDrive not reached out to AUATON for meaningful engagement. This lack of engagement has deeply disappointed the union and raises serious concerns about the company's willingness to listen to the people who make its business possible. As we move forward, AUATON is encouraging all drivers to reconsider their use of inDrive and uninstall the inDrive app on their phones", heißt es in der Erklärung.
Anstelle von inDrive forderte die Gewerkschaft die Fahrer auf, in Lagos von AUATON empfohlene lokale Apps zu testen und herunterzuladen, darunter MyKab, Randbax und SimpliRide. Der Wechsel biete den Nigerianern glaubwürdige Alternativen und gebe den lokalen Plattformen zugleich die Gelegenheit zu zeigen, dass sie Fahrern ein besseres, nachhaltigeres Erlebnis bieten können.
Mit dem Deinstallationsaufruf bindet die Gewerkschaft das Schicksal ihrer Mitgliedschaft an das der drei lokal entwickelten Apps und macht die Annahme durch die Fahrer – nicht Gewerkschaftserklärungen – zum Maßstab, wie sehr der viertägige Arbeitskampf die Wettbewerbssituation verändert. Ob die Fahrgäste den Fahrern folgen, ist die andere Seite dieser Gleichung.
Bolt suchte vor dem Streik das Gespräch
Der Streik begann am Montag, den 12. Oktober. Im Vorfeld kündigte Bolt, die andere große E-Hailing-Plattform, an, bereit zu sein, mit der Fahrergewerkschaft zu verhandeln, um einen Arbeitskampf in der größten Einsatzstadt des Unternehmens in Nigeria abzuwenden.
Das Unternehmen erklärte, es habe die vom Landesverband Lagos der AUATON geäußerten Anliegen zu Fahrervergütung, Betriebskosten, Plattformgebühren, Transparenz und Wohlergehen zur Kenntnis genommen. Bolt erkenne den wirtschaftlichen Druck an, unter dem Fahrer stehen, und verstehe die Bedeutung eines nachhaltigen Umfelds, in dem Fahrer weiterhin erfolgreich verdienen und arbeiten können.
"In this spirit, Bolt is committed to engaging AUATON and driver representatives in a roundtable discussion early next week to listen to their concerns, exchange perspectives and explore practical areas for further collaboration. We approach this engagement in good faith, with a shared interest in a safe, reliable and economically sustainable ride-hailing ecosystem", sagte Weyinmi Aghadiuno, Leiterin für Regulierungs- und Politikfragen bei Bolt in Afrika.
Das Roundtable-Gespräch fand Berichten zufolge schließlich am Donnerstag statt – und damit noch während des Streiks, als die Fahrer sich bereits im Arbeitskampf befanden. Was das Gespräch in Bezug auf die von AUATON aufgezeigten Anliegen zu Vergütung, Gebühren, Transparenz und Wohlergehen erbringt, bleibt abzuwarten.
inDrive verteidigt sein Provisionsmodell
inDrive seinerseits erklärte, man habe die laufende Debatte über Ride-Hailing-Tarife, Fahrerwohlergehen und Provisiongebühren in der Branche mit Besorgnis verfolgt, und bekräftigte, Fahrer durch niedrige Servicegebühren, verbesserte Verdienstmöglichkeiten, Kooperationen zum Wohlergehen und kontinuierlichen Austausch mit der Fahrergemeinschaft unterstützen zu wollen.
Das Unternehmen betonte jedoch, es erhebe weiterhin die niedrigste Provision der Branche.
"We still charge the lowest commission fee in the industry. The decision to offer a reduced commission is intended to cushion the impact of the current economic situation on drivers and enable them to retain a greater share of their earnings", erklärte Country Director Timothy Oladimeji.
Die konkurrierenden Erklärungen umreißen den Kernkonflikt der Branche: Die Beschwerden der Gewerkschaft über Fahrervergütung, Betriebskosten, Plattformgebühren, Transparenz und Wohlergehen stehen der Position von inDrive gegenüber, die niedrige Provision selbst sei die erforderliche Absicherung für die Fahrer. Ob inDrive von der öffentlichen Verteidigung zu dem direkten Dialog übergeht, den die Gewerkschaft laut eigenen Angaben gesucht hat, ist nun die offene Frage zwischen beiden Seiten.