Asiatische Aktienmärkte entwickeln sich unterschiedlich: Chip-Rally treibt Kospi an, Nikkei wartet auf US-Verbraucherpreise
Wichtige Erkenntnisse
- •Japans Nikkei notierte nahezu unverändert, da Investoren auf den für später am Mittwoch erwarteten US-CPI-Bericht warteten.
- •Der Topix übertraf den Nikkei und stieg während der Sitzung um etwa 0,4 %.
- •Südkoreas Kospi stieg zum dritten Tag in Folge und legte um rund 3,5 % auf seinen höchsten Stand seit über einer Woche zu.
- •Samsung Electronics und SK Hynix führten die koreanische Rallye an und stiegen um etwa 6 % bzw. fast 4 %.
- •Ausländische Investoren kauften koreanische Aktien im Wert von etwa 900 Milliarden Won, da Halbleiter- und KI-bezogene Aktien stärkere Mittelzuflüsse verzeichneten.

Die asiatischen Aktienmärkte entwickelten sich am Mittwoch stark unterschiedlich: Japans Nikkei rang um die Richtung, während auf die sorgfältig beobachteten US-Inflationsdaten gewartet wurde, und südkoreanische Aktien im Zuge einer von Chip-Herstellern angeführten Rallye deutlich zulegten.
Der Nikkei notierte zuletzt weitgehend unverändert, mit einem Plus von etwa 0,05 % bei rund 67.010 Punkten, nachdem er im Laufe des Handelstags zwischen einem Gewinn von rund einem Viertel Prozent und einem Verlust von etwa einem Drittel Prozent geschwankt war. Der breiter aufgestellte Topix schnitt etwas besser ab und stieg um rund 0,4 % auf ungefähr 4.120 Punkte.
Die Zurückhaltung der Investoren in Tokio bezog sich auf die für später am Mittwoch erwartete Veröffentlichung des US-Verbraucherpreisindex, die als wichtiger Hinweis darauf gilt, ob die US-Notenbank Federal Reserve den Zeitpunkt künftiger Zinserhöhungen vorziehen könnte. Der CPI-Wert erscheint vor dem Hintergrund einer hartnäckigen Inflation im Dienstleistungssektor und robuster US-Arbeitsmarktdaten der letzten Monate, was die Debatte über den nächsten Schritt der Fed offen hält. Analysten zufolge waren japanische Investoren vor Veröffentlichung der Daten zurückhaltend beim aggressiven Kauf, da der Markt diese Möglichkeit weiterhin abwog, wobei die KI-bezogenen Aktien, die ein hohes Gewicht im Nikkei haben, gemischt handelten.
Auch geopolitische Unsicherheit belastete die Stimmung. Die USA und die im Jemen operierenden, Iran-nahen Huthi-Rebellen meldeten am Dienstag separate Angriffe auf die Schifffahrt, während Irans oberster Sicherheitsbeamter erneut bekräftigte, dass die Straße von Hormuz geschlossen bleibt, es sei denn, Washington akzeptiert Teherans Bedingungen zur Beendigung des Konflikts – was die Hoffnungen auf einen Durchbruch in naher Zukunft dämpfte. Die Meerenge macht etwa ein Fünftel des weltweiten täglichen Ölverbrauchs aus, sodass jedes Unterbrechungsrisiko direkte Auswirkungen auf die Energiepreise und damit auch auf die Inflationserwartungen der importabhängigen Volkswirtschaften Asiens hat.
Südkorea zeigte ein deutlich anderes Bild. Der Leitindex Kospi verlängerte seine Gewinne auf die dritte Sitzung in Folge und stieg um rund 220 Punkte bzw. etwa 3,5 % auf ungefähr 6.565 Punkte – seinen höchsten Stand seit über einer Woche –, da Halbleiteraktien von erneuter KI-Euphorie profitierten. Südkorea ist Heimat von Samsung Electronics und SK Hynix, den beiden weltweit größten Speicherchip-Herstellern, was dem Kospi eine überproportionale Sensibilität gegenüber Schwankungen im globalen Halbleiterzyklus verleiht.
Diese Rallye erfolgte trotz einer schwächeren Sitzung an der Wall Street am Vorabend, wo Amazon und Alphabet gleichermaßen nachgaben, da Investoren zunehmend pessimistisch hinsichtlich der Aussichten auf eine Nahost-Einigung wurden, während der Philadelphia Semiconductor Index dennoch ein Plus von rund 1 % verzeichnen konnte.
Ein Marktteilnehmer erklärte, dass die Mittelzuflüsse in Halbleiter- und inländische KI-bezogene Aktien angesichts robuster KI-Infrastrukturnachfrage zunähmen und verwies dabei auf jüngste Signale von Coreweave und Supermicro als Beleg für diesen Trend. Samsung Electronics gewann rund 6 %, während SK Hynix fast 4 % zulegte; beide Aktien profitierten unmittelbar von der Erzählung um die KI-Infrastruktur, die die breitere Bewegung antrieb.
Ausländische Investoren waren Netto-Käufer koreanischer Aktien im Wert von rund 900 Milliarden Won bzw. etwa 635 Millionen US-Dollar, obwohl der koreanische Won gegenüber dem US-Dollar nachgab und die Rendite koreanischer Staatsanleihen stabil blieb.
Die Divergenz zwischen den beiden Märkten verdeutlicht, wie unterschiedlich dieselben globalen Strömungen aufgenommen werden: Ein anstehender US-Inflationswert, eine unsichere Fed-Politik und ein ungelöster Nahost-Konflikt halten japanische Investoren abseits, während Koreas chiplastiger Markt viel direkter auf die KI-Nachfragegeschichte reagiert.
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