NachrichtenAktienArcher Aviations Midnight eVTOL absolviert 40-Meilen-Testflug mit Pilot in Kalifornien

Archer Aviations Midnight eVTOL absolviert 40-Meilen-Testflug mit Pilot in Kalifornien

Autor: Coincentral·

Wichtige Erkenntnisse

  • Archers Flugzeug Midnight absolvierte einen bemannten Hin- und Rückflug zwischen Salinas und Hollister in Kalifornien über mehr als 40 Meilen in jeweils rund 12 Minuten – gegenüber 30 bis 40 Minuten mit dem Auto.
  • Die „No Roads“-Tour wird in Abstimmung mit der FAA durchgeführt und wird auf Monterey, San Jose, Oakland, San Francisco, Los Angeles sowie später auf Bundesstaaten im Rahmen des eVTOL Integration Pilot Program ausgeweitet.
  • Midnight muss vor der Beförderung zahlender Passagiere noch das Musterzulassungsverfahren der FAA durchlaufen – die zentrale Hürde für die eVTOL-Branche.
  • Archers August-Deal zur Übernahme der Boeing-Töchter Wisk Aero, SkyGrid und Insitu verschaffte Boeing einen Anteil von 16,5 % und ließ die ACHR-Aktie in dem Monat um 24,6 % steigen; seit Jahresbeginn liegt sie dennoch rund 24 % im Minus.
  • Sechs Analysten stufen ACHR mit „Strong Buy“ ein; das durchschnittliche Kursziel von 11,60 USD impliziert ein Plus von mehr als 103 % gegenüber 5,72 USD.
Archer Aviations Midnight eVTOL absolviert 40-Meilen-Testflug mit Pilot in Kalifornien

Archer Aviations Flugzeug Midnight absolvierte am 8. September einen bemannten Hin- und Rückflug zwischen den städtischen Flughäfen Salinas und Hollister in Kalifornien – die erste Route der „No Roads“-Flugtour des Unternehmens. Die ACHR-Aktie notierte im Pre-Market-Handel bei rund 5,72 USD und legte nach diesem Meilenstein nur um 0,35 % zu.

Der Flug umfasste mehr als 40 Meilen und dauerte je Richtung etwa 12 Minuten – eine Strecke, die mit dem Auto 30 bis 40 Minuten in Anspruch nimmt. Midnight erreichte 125 mph und flog in einer Höhe von 3.550 Fuß. Die Flüge werden in Abstimmung mit der Federal Aviation Administration durchgeführt. Nach Angaben von Archer soll die Tour reale Betriebserfahrung vor dem geplanten kommerziellen Lufttaxi-Service aufbauen. Bevor Midnight zahlende Passagiere befördern darf, muss das Flugzeug das Musterzulassungsverfahren der FAA durchlaufen – eine mehrstufige Prüfung von Konstruktion, Fertigung und Lufttüchtigkeit, die für die gesamte eVTOL-Branche die zentrale Hürde darstellt.

Archer kündigte den Flug auf X an:

Day trippin'

Midnight flew its first "No Roads" tour route last Friday: a piloted roundtrip between Salinas and Hollister, CA.

12 min each way by air instead of ~40 min by car. 125 mph. 3,550 ft. 40+ miles roundtrip.

Next stops: Monterey, San Martin, San Jose, Oakland, San… pic.twitter.com/bP05jAu52W

— Archer (@flyarcher) September 8, 2026

Der Meilenstein ergänzt einen stetigen Anstieg der Aktivität. Archer absolvierte allein im August mehr als 70 Testflüge, darunter einen weiteren bemannten Hin- und Rückflug zwischen Salinas und Monterey – ein beachtliches Pensum für ein Unternehmen, das noch auf die FAA-Zulassung hinarbeitet.

„No Roads“-Tour setzt sich in den USA fort

Die Tour soll durch Nordkalifornien ausgeweitet werden, mit geplanten Zwischenstopps in Monterey, San Martin, San Jose, Oakland und San Francisco. Anschließend plant Archer Flüge im Raum Los Angeles, bevor das Unternehmen Einsätze im eVTOL Integration Pilot Program des Weißen Hauses in Texas, Florida und New York durchführt. Dieses per Präsidialerlass im Juni 2025 geschaffene Programm soll eVTOL-Herstellern mit Abstimmung zwischen Bund und Kommunen einen Weg zu frühen kommerziellen Operationen eröffnen, während die vollständige Zulassungsarbeit weiterläuft.

CEO Adam Goldstein erklärte, das Ziel seien Flüge auf echten Routen und der Aufbau von Erfahrung vor den Olympischen Spielen LA28 und dem geplanten eVTOL-Rollout des Unternehmens. Archer ist einer von mehreren eVTOL-Entwicklern – neben Wettbewerbern wie Joby Aviation –, die einen kommerziellen Start in den USA anstreben. Öffentliche Demonstrationsflüge wie die „No Roads“-Tour dienen dazu, eine Betriebshistorie aufzubauen und bei der lokalen Bevölkerung Bekanntheit zu schaffen.

Trotz des operativen Fortschritts spiegelt die verhaltene Pre-Market-Reaktion der ACHR-Aktie die Prioritäten der Anleger wider: Der Markt wartet weiterhin auf Meilensteine in Bezug auf die FAA-Zulassung, einen Termin für den kommerziellen Start und tatsächliche Umsätze.

Boeing-Deal verlieh ACHR im August Rückenwind

Die ACHR-Aktie sprang im August um 24,6 % und übertraf damit deutlich die 2,6 % des S&P 500 und die 3,9 % des Nasdaq in diesem Monat. Auslöser war ein am 10. August angekündigtes Geschäft zur Übernahme von drei Boeing-Tochtergesellschaften: Wisk Aero, SkyGrid und Insitu.

Jedes Unternehmen bringt eigene Fähigkeiten mit. Wisk hat im eVTOL-Bereich mehr als 1.700 Testflüge absolviert. SkyGrid ist für Flugverkehrsmanagement und autonome Flugtechnologie zuständig. Insitu fertigt Drohnen und zugehörige Software.

Im Rahmen der Vereinbarung erhält Boeing einen Anteil von 16,5 % an Archer, finanziert über neu ausgegebene Aktien – was eine echte Verwässerung für bestehende Aktionäre bedeutet. Auf der anderen Seite ist Insitu bereits profitabel und erwirtschaftet rund 200 Millionen USD Jahresumsatz, was Archers Umsatzprofil unmittelbar stärken würde.

Trotz der Augustgewinne notiert ACHR seit Jahresbeginn weiterhin rund 24 % im Minus und ist im bisherigen September um etwa 1,2 % zurückgefallen.

Analysteneinschätzungen und Kursziel

Sechs Analysten haben ACHR in den vergangenen drei Monaten bewertet und kommen zu einem Konsens von „Strong Buy“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 11,60 USD, was ausgehend vom aktuellen Kurs von 5,72 USD ein Potenzial von mehr als 103 % bedeutet. Die 52-Wochen-Spanne der Aktie reicht von 4,30 bis 14,62 USD und ordnet die aktuelle Notierung ein.