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ARA-Fuelölbestände steigen im August um 15 %

Autor: Hellenic Shipping News·

Wichtige Erkenntnisse

  • Die unabhängig gelagerten Fuelölbestände in ARA lagen im August bis dato im Durchschnitt 15 % über dem Juli-Niveau und erreichten rund 4,62 Millionen Barrel.
  • Die Fuelölimporte nach ARA haben sich im August gegenüber dem Julidurchschnitt mehr als verdoppelt auf rund 344.000 b/d, angeführt von Lieferungen aus Benin, Venezuela und Mexiko.
  • Die Gasölbestände in ARA, einschließlich Diesel und Heizöl, sanken um etwa 1 % auf 12,07 Millionen Barrel – der niedrigste Stand seit vier Jahren.
  • Trotz steigender Fuelölbestände bleibt die kurzfristige Bunker-Verfügbarkeit in ARA knapp; Lieferanten empfehlen Käufern Vorlaufzeiten von 5–7 Tagen.
ARA-Fuelölbestände steigen im August um 15 %

Die unabhängig gelagerten Fuelölbestände im Hub Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA) lagen im August bislang im Durchschnitt 15 % über dem Monatsdurchschnitt des Juli, wie Daten von Insights Global zeigen. Die ARA-Region ist einer der wichtigsten Raffinerie-, Lager- und Handelsstandorte Europas, und ihre unabhängig gelagerten Bestände werden als Gradmesser der regionalen Versorgung des Marinkraftstoffmarkts genau beobachtet.

Die Veränderungen der durchschnittlichen ARA-Bestände von Juli zu August (bis dato) im Monatsvergleich stellen sich wie folgt dar:

  • Fuelölbestände um rund 591.000 bbls gestiegen auf 4,62 Millionen bbls
  • Gasölbestände um rund 167.000 bbls gesunken auf 12,07 Millionen bbls

Die Fuelölbestände haben seit Mai um rund 28 % zugelegt, nachdem sie im Mai auf ihren niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt gefallen waren. Dennoch liegen die Bestände 29 % unter dem Februar-Niveau, also unter dem Stand vor Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten.

Der Bestandsaufbau wurde von den Importen getragen. Der ARA-Hub hat im August bislang rund 344.000 b/d Fuelöl importiert – mehr als doppelt so viel wie der Monatsdurchschnitt des Juli von etwa 159.000 b/d, wie aus Vortexa-Daten zu Frachtströmen hervorgeht. Die größten Mengen kamen aus Benin (20 %), Venezuela (15 %) und Mexiko (8 %). Benin diente in den letzten Jahren als westafrikanischer Verladeplatz für Barrel aus nahegelegenen Förderländern, während venezolanische Lieferungen nach Europa im Rahmen sanktionsbedingter Ausnahmen wieder aufgenommen wurden.

Die Exporte entwickelten sich derweil entgegengesetzt. Die Region hat in diesem Monat bislang rund 141.000 b/d Fuelöl ausgeführt, gegenüber etwa 175.000 b/d im Juli – hauptsächlich zur Löschung in Malaysia (26 %), Singapur (25 %) und Spanien (18 %). Singapur und Malaysia, Asiens wichtigste Bunkering-Zentren, sind regelmäßige Zielhäfen europäischer Fuelölfrachten.

Auf der Gasölseite sind die unabhängigen Bestände der Region – zu denen Diesel und Heizöl zählen – laut Insights Global im August bis dato gegenüber Juli um 1 % gesunken. Die Gasölbestände sind auf ihren niedrigsten Stand seit vier Jahren gefallen, ein Niveau, das den Blick auf die europäische Dieselversorgung lenkt, während die Wartungssaison der Raffinerien näher rückt und die Region strukturell knapp bei mittleren Destillaten versorgt bleibt.

Die Gasölimporte in ARA haben im August bislang im Durchschnitt rund 156.000 b/d betragen, nach etwa 119.000 b/d im Juli, wie Vortexa-Daten zeigen. Die Mehrzahl der Lieferungen kam aus den USA (36 %), Schweden (12 %) und dem Vereinigten Königreich (10 %).

Trotz des Fuelöl-Bestandsaufbaus bleibt die Verfügbarkeit für kurzfristige Lieferungen im Bunkering-Hub ARA knapp. Käufern wird empfohlen, Vorlaufzeiten von 5–7 Tagen einzuplanen, um eine gute Abdeckung durch die Lieferanten zu sichern, so ein Händler gegenüber ENGINE. Händler berichten zudem von einer schwachen Bunkernachfrage in der Region. Die Diskrepanz zwischen steigenden Beständen und knapper kurzfristiger Verfügbarkeit deutet darauf hin, dass nicht alle in der Region ankommenden Barrel unmittelbar für die Bunkerversorgung zur Verfügung stehen – etwas, das Käufer im Auge behalten werden, wenn sich die Frachtpläne für September verfestigen.

Quelle: Von Nachiket Tekawade, ENGINE,