NachrichtenKryptoAMC-Chef Adam Aron bezeichnet Robinhood-Aktientoken als „verabscheuungswürdig“ und „widerlich“

AMC-Chef Adam Aron bezeichnet Robinhood-Aktientoken als „verabscheuungswürdig“ und „widerlich“

Autor: Decrypt·

Wichtige Erkenntnisse

  • AMC-CEO Adam Aron verurteilte Robinhood für die Ausgabe von Token, die den AMC-Aktienkurs nachbilden, ohne dass das Unternehmen beteiligt war, und kündigte an, externe Wertpapierjuristen würden die Angelegenheit umgehend prüfen.
  • Robinhoods Stock Tokens sind tokenisierte Schuldverschreibungen der Robinhood Assets (Jersey) Limited, die Inhabern Kursrisiko vermitteln, aber keine juristischen oder wirtschaftlichen Rechte am zugrunde liegenden Unternehmen gewähren.
  • Die Token sind in den USA nicht registriert und dürfen US-Personen nicht angeboten werden; zusätzlich bestehen Einschränkungen in Kanada, Großbritannien und der Schweiz. Der Basisprospekt wurde von der Finanzmarktaufsicht Liechtensteins genehmigt.
  • Aron gab an, dass Robinhoods Tokenisierungsprogramm mehr als 190 Unternehmen umfasst.
  • AMCs Protest ist die bislang prominenteste Herausforderung an tokenisierte Aktienprogramme durch ein börsennotiertes Unternehmen, nach früheren Einwänden privater Firmen wie OpenAI und Anthropic.
AMC-Chef Adam Aron bezeichnet Robinhood-Aktientoken als „verabscheuungswürdig“ und „widerlich“

AMC-Entertainment-Chef Adam Aron hat Robinhood am Mittwoch öffentlich verurteilt, weil das Unternehmen ohne Beteiligung von AMC Token ausgibt, die den Aktienkurs seines Unternehmens nachbilden.

In einem Beitrag auf X nannte Aron die Praxis „contemptible, outrageous, disgusting, detestable, inexcusable, vile“, erklärte, AMC habe damit nichts zu tun und billige dies nicht, und fragte, wie dies überhaupt legal sein könne. Er wies darauf hin, dass die Token nicht nach US-Wertpapierrecht registriert sind, und sagte, das Unternehmen werde „unmittelbar“ externe Wertpapierjuristen mit der Prüfung beauftragen. Aron erklärte zudem, Robinhoods Programm umfasse mehr als 190 Unternehmen.

Robinhood apparently is behind an effort related to “tokenized real-world assets including Stock Tokens” for AMC Entertainment (and supposedly 190+ other companies). They are not registered under U.S. securities laws !!!!!! I find this practice to be contemptible, outrageous,… — Adam Aron (@CEOAdam) September 3, 2026

https://x.com/CEOAdam/status/2095622531524784212?ref_src=twsrc%5Etfw

Gemäß Robinhoods eigener Dokumentation handelt es sich bei Stock Tokens um tokenisierte Schuldverschreibungen, die von Robinhood Assets (Jersey) Limited ausgegeben werden. Sie vermitteln den Inhabern eine wirtschaftliche Beteiligung an einem Aktienkurs, ohne juristische oder wirtschaftliche Rechte am zugrunde liegenden Wertpapier oder gegenüber dem ausgebenden Unternehmen zu begründen. Nach dieser Beschreibung hat ein AMC-Token-Inhaber keinerlei Ansprüche gegen AMC – ein Unterschied, der für Kleinanleger bedeutsam ist, die möglicherweise annehmen, einen Anteil an der Kinokette zu erwerben, ebenso wie für AMC selbst, dessen Marke und Aktionärskommunikation im Produkt keine Rolle spielen.

Die Token sind in den Vereinigten Staaten nicht registriert und dürfen US-Personen nicht angeboten oder ausgeliefert werden – ein Begriff, den Robinhoods Offenlegungen der Regulation S entlehnen. Zusätzlich sind sie in Kanada, Großbritannien und der Schweiz eingeschränkt. Der Basisprospekt wurde von der Finanzmarktaufsicht Liechtensteins nach EU-Recht genehmigt. Robinhoods Emittentenseite besagt, dass die Jersey-Gesellschaft „nicht reguliert“ ist und die dort gehaltenen Zustimmungen weder eine Beaufsichtigung noch eine Billigung darstellen.

Der Streit fällt in eine breitere Offensive von Handelsplattformen und Kryptofirmen hin zu tokenisierten Realwert-Assets – ein Markt, der als Weg angepriesen wird, traditionelle Wertpapiere rund um die Uhr auf Blockchains abzuwickeln. Ob die Emittenten der zugrunde liegenden Unternehmen zustimmen müssen – oder überhaupt informiert werden müssen –, bleibt eine der zentralen ungeklärten Fragen, und Arons angedrohte rechtliche Prüfung fügt dieser Struktur eine Herausforderung durch ein börsennotiertes Unternehmen hinzu, die bislang überwiegend Erklärungen der tokenisierten Firmen statt formeller Schritte hervorgerufen hat.

Robinhood und tokenisierte Aktien

Das Unternehmen verteilte im letzten Jahr Token, die OpenAI und SpaceX nachbilden, per Airdrop an europäische Nutzer. OpenAI erklärte, es habe keine Partnerschaft mit Robinhood, sei nicht beteiligt und billige das Produkt nicht; jede Übertragung seiner Beteiligungen erfordere eine Genehmigung, die nicht erteilt wurde. Robinhood-CEO Vlad Tenev nannte den Start einen Meilenstein und sagte, Tausende privater Unternehmen könnten folgen.

Tage nach dieser Einführung warnte SEC-Kommissarin Hester Peirce, Blockchains hätten „keine magischen Fähigkeiten, die Natur des zugrunde liegenden Vermögenswerts zu verändern“.

Früher in diesem Jahr warnten Anthropic und OpenAI, dass unbefugte Vehikel, die eine Beteiligung an ihren Aktien verkaufen, Käufer mit nichts zurücklassen könnten. AMC's Schritt ist der bislang prominenteste Protest eines börsennotierten statt eines privaten Unternehmens – und was seine externen Juristen folgern und ob US- oder EU-Aufsichtsbehörden reagieren, wird bestimmen, wie weit tokenisierte Aktienprogramme ohne Zustimmung der Emittenten ausgedehnt werden können.