Amazon-Aktie (AMZN) steigt nach Evercore-Zielpreiserhöhung und großem Nvidia-GPU-Deal
Wichtige Erkenntnisse
- •Evercore-ISI-Analyst Mark Mahaney erhöhte sein Amazon-Kursziel von 315 auf 355 US-Dollar bei beibehaltener Buy-Einstufung; die Aktie legte rund 4 % zu und eröffnete bei 266,43 US-Dollar.
- •Evercores Umfrage ergab, dass 57 % der Alexa-KI-Nutzer Artikel kauften, nach denen sie zuvor nicht gesucht hatten – ein Zeichen dafür, dass Agentic AI neue Nachfrage schafft.
- •Prime-Mitglieder, die Same-Day-Lieferungen nutzen, geben 3,1-mal mehr aus als Nicht-Prime-Nutzer – der größte von Mahaney beobachtete Abstand.
- •Amazon plant, in den Jahren 2027 und 2028 zwei Millionen hochwertige Nvidia-GPUs hinzuzufügen, womit sich die insgesamt angekündigte Chip-Verpflichtung auf rund 3 Millionen Einheiten beläuft.
- •Amazons Q2-Umsatz erreichte 200,61 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 19,6 % im Jahresvergleich, bei einem EPS von 5,75 US-Dollar – weit über der Konsensschätzung von 1,82 US-Dollar.

Amazon-Aktien (AMZN) legten am Freitag rund 4 % zu und eröffneten bei 266,43 US-Dollar, nachdem Evercore-ISI-Analyst Mark Mahaney sein Kursziel für die Aktie von 315 auf 355 US-Dollar erhöht und dabei seine Buy-Einstufung beibehalten hatte.
Mahaney belegt Rang 423 unter mehr als 12.500 von TipRanks erfassten Analysten, weist bei AMZN eine Erfolgsquote von 84 % auf und erzielte über einen Zeitraum von einem Jahr eine durchschnittliche Rendite von 21,81 % je Einstufung – eine Erfolgsbilanz, die seinen Empfehlungen Gewicht verleiht.
Die Aufwertung wurde durch Evercores jüngste U.S. Online Retail Survey gestützt, die mehrere solide Trends im Amazon-Retailgeschäft aufzeigte. Die Käuferdurchdringung von Amazon in den USA liegt bei 92 % und damit weit vor Walmart, während die Kundenzufriedenheit bei 76 % liegt. Rund 60 % der Prime-Mitglieder gaben an, ihr Abonnement auch dann zu verlängern, wenn die Jahresgebühr um 20 US-Dollar steigen würde.
Auch Agentic AI beginnt zunehmend Käufe anzustoßen. Die Umfrage ergab, dass 57 % der Alexa-KI-Nutzer Artikel kauften, nach denen sie zuvor nicht gesucht hatten – ein Hinweis darauf, dass KI neue Nachfrage schafft, statt lediglich bestehende Kaufabsichten umzuleiten. Diese Dynamik reicht über den Einzelhandel hinaus: Sollten KI-Assistenten des Typs Agentic AI das Kaufvolumen spürbar ausweiten, könnte dies auch Amazons Kernökonomie in Werbung und Marktplatz stärken.
Liefergeschwindigkeit und die Prime-Ausgabelücke
Auch die Versandkennzahlen verbesserten sich. Die regelmäßige Nutzung der Same-Day-Lieferung erholte sich auf 49 %, und Prime-Mitglieder, die Same-Day-Lieferungen nutzen, geben nun 3,1-mal mehr aus als Nicht-Prime-Nutzer – der größte Abstand, den Mahaney laut eigener Aussage je erlebt hat. Die wachsende Ausgabelücke zwischen Prime- und Nicht-Prime-Kunden unterstreicht, warum die Liefergeschwindigkeit einer der tragfähigsten Wettbewerbshebel Amazons gegen Walmart und andere große Händler bleibt, die ihrerseits ihre Lieferzeiten verkürzen wollen.
Amazons Perishable-Checkout-Tool verleiht dem Lebensmittelgeschäft zusätzlichen Schwung: Fast die Hälfte der Nutzer, denen das Tool angezeigt wird, legt frische Artikel in den Warenkorb. Lebensmittel waren für Amazon gegenüber etablierten Anbietern mit bestehender Frischsortiment-Infrastruktur lange eine schwer zu knackende Kategorie, weshalb die Traktion des Tools ein bemerkenswerter Datenpunkt ist.
Auf der Infrastrukturseite expandiert AWS rasch. Amazon plant, in den Jahren 2027 und 2028 zwei Millionen hochwertige Nvidia-GPUs hinzuzufügen, darunter Blackwell-Ultra- und Rubin-Chips, womit sich die insgesamt angekündigte Chip-Verpflichtung auf rund 3 Millionen Einheiten beläuft. Dieser Ausbau stellt Amazon neben Microsoft und Alphabet in die aktuelle Welle der KI-Infrastrukturinvestitionen der Hyperscaler. Investoren werteten den GPU-Ausbau als direktes Signal dafür, dass die Nachfrage nach KI-Workloads auf AWS weiterhin stark bleibt und Amazon bereit ist, dafür zu investieren – Ausgaben, die in den kommenden Jahren auch eine deutlich höhere Kapitalaufwandslast implizieren, einen Zielkonflikt, dem Anleger in künftigen Quartalsberichten Aufmerksamkeit schenken werden.
Starke Q2-Zahlen bleiben im Fokus
Amazons jüngster Quartalsbericht vom 30. Juli verstärkte die positive Grundstimmung. Das Unternehmen wies ein Q2-EPS von 5,75 US-Dollar gegenüber einem Konsensschätzwert von 1,82 US-Dollar aus – eine Überraschung von 3,93 US-Dollar je Aktie. Der Umsatz belief sich auf 200,61 Milliarden US-Dollar, lag damit über der Schätzung von 197,03 Milliarden US-Dollar und stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 19,6 %.
Der AWS-Umsatz wuchs im Q2 um rund 37 % auf 42,2 Milliarden US-Dollar, und Amazons KI- und Chipgeschäfte erreichten jeweils annualisierte Umsatzlaufzeiten von über 25 Milliarden US-Dollar.
Auf institutioneller Seite erhöhte Athena Wealth Management ihre AMZN-Position im Q2 um 47 %, und mehrere weitere Firmen bauten in diesem Zeitraum ebenfalls ihre Bestände aus.
Das Gesamtbild der Wall Street bleibt klar positiv. Auf Basis von 39 Buy-Ratings und einer Hold-Empfehlung aus den vergangenen drei Monaten lautet der Konsens Strong Buy, wobei das durchschnittliche Kursziel von 334,05 US-Dollar rund 25 % Potenzial gegenüber dem aktuellen Niveau impliziert. Mahaneys neues Ziel von 355 US-Dollar liegt über diesem Durchschnitt und entspricht 33 % Potenzial gegenüber dem Eröffnungskurs der Aktie am Freitag.